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Nach Unwetter-Pause: Arbeiten an der neuen Frankenberger Ederbrücke fortgesetzt

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Von: Gerhard Meiser

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Unter der neuen Ederbrücke floss gestern das Hochwasser der Eder.
Unter der neuen Ederbrücke in Frankenberg floss am Montag das Hochwasser der Eder. © Gerhard Meiser

Die letzten Holzteile der neuen Frankenberger Ederbrücke zwischen großer und kleiner Wehrweide sind am Dienstag installiert werden. Die beiden ersten Holzteile mit einer Länge von jeweils 38 Metern waren bereits vor einer Woche eingesetzt worden.

Frankenberg - Wegen der Sturmböen verzögerte sich dann aber der Einbau der beiden weiteren Segmente; diese haben eine Länge von je 22 Metern. „Der Sturm hatte auch auf unsere Arbeit seine Auswirkungen“, erklärte Ingenieur Lukas Osterloff vom Ingenieurbüro Miebach aus Lohmar am Dienstag: „Anders als geplant, konnten rund eine Woche keine weiteren Teile montiert werden. Ab letztem Donnerstag war Pause.“

„Dramatische Szenerie“

Und dann kam das Hochwasser: Es sei eine „dramatische Szenerie“ gewesen, berichtete Ingenieur Osterloff, als am frühen Dienstagmorgen der Einhub der letzten Holzteile gestartet wurde. Nur wenige Zentimeter unter der Brücke sprudelte die Eder mit ihrem aktuellen Hochwasser, auf der Brücke machte den Arbeitern vor allem der Wind zu schaffen. „Das Hochwasser hatte auf unsere Arbeit zum Glück keine Auswirkungen“, erklärte Osterloff. Um 11 Uhr war der Einhub der beiden Teile bereits geschafft.

60 Meter Gesamtlänge

Die neue Brücke aus Fichtenholz hat eine Gesamtlänge von insgesamt 60 Metern, die Breite zwischen den Geländern beträgt insgesamt vier Meter. Einschließlich der Betonfertigplatten, die in den nächsten Tagen verlegt werden sollen, und der bereits vorab eingebauten Betonpfeiler kostet das Brückenbauwerk rund eine Million Euro. Für die Brücke wurden insgesamt 160 Kubikmeter Fichtenholz verbaut.

Maßarbeit trotz aller Witterungsprobleme

Trotz aller Witterungsprobleme stand am Ende eine „Maßarbeit“ zu Buche: „Auf einer Brückenlänge von 60 Metern passt alles bis auf fünf Millimeter“, berichtete Ingenieur Osterloff. Ursprünglich habe man ein „Spiel“ von drei Zentimetern eingeplant. „Hier wurde echte Präzisionsarbeit abgeliefert“, freute sich Osterloff über die Arbeit der ausführenden Holzbaufirma Schaffitzel aus Schwäbisch Hall. An der Baustelle sprach er von einem Holzbauwerk in „geschützter Form“: Betonfertigplatten sollen die Holzkonstruktion künftig vor der Verwitterung schützen. Für die Brücke sei vor allem Fichtenholz aus „nachhaltigem Anbau“ verwendet worden.

Fertigstellung bis Mitte März

Nach dem Einbau der tragenden Holzteile soll es nun in dieser Woche noch mit dem Einbau der „Sekundärstruktur“ weitergehen – sprich: mit dem Verlegen der Fertigteilplatten. Die Fertigstellung sei etwa für Mitte März vorgesehen. Bis dahin soll auch bereits das Geländer angebracht sein. Die alte Brücke über die Eder wird später abgerissen.

Augenzeuge der Bauarbeiten am Dienstag war auch Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß: Er freute sich vor allem über die aktuelle Förderzusage des Landes Hessen für das Brückenbauwerk - immerhin in Höhe von 75 Prozent aus dem Programm Nahmobilität. „Für das Land hat Hessen-Mobil das Projekt auch bereits begutachtet“, berichtete Heß.  mjx

Die alte Ederbrücke wird später abgerissen. Sie ist derzeit wegen Hochwassers auf der anderen Seite gesperrt.
Die alte Ederbrücke in Frankenberg wird später abgerissen. Sie ist derzeit wegen Hochwassers auf der anderen Seite gesperrt. © Gerhard Meiser

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