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Netzwerk Waldeck-Frankenberg: So werden Dörfer Zukunftsorte

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Von: Martina Biedenbach

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Beim Kamingespräch der Network Waldeck-Frankenberg GmbH (von links): Michael Leitner (Vagabundo Living), Katrin Frische (KoDorf Wiesnburg), Klaus Cronau (Geschäftsführer Finger-Haus), Jonatan Freund (Network-Geschäftsführer) und Martin Eckel (AXA).
Beim Kamingespräch der Network Waldeck-Frankenberg GmbH (von links): Michael Leitner (Vagabundo Living), Katrin Frische (KoDorf Wiesnburg), Klaus Cronau (Geschäftsführer Finger-Haus), Jonatan Freund (Network-Geschäftsführer) und Martin Eckel (AXA). © Network/nh

Ob mit neuen Gemeinschaftswohnformen (KoDorf) oder mit Tinyhäusern - beim Kamingespräch des Netzwerks Waldeck-Frankenberg äußerten Experten interessante Idee zum Leben und Wohnen auf dem Land.

Frankenberg – Sowohl Kleinstädte als auch Landgemeinden haben in den vergangenen Jahren einen nachweislichen Zuwachs erfahren. Sei es wegen der steigenden Mietpreise in der Stadt, der Corona-Pandemie oder dem Rückzug in die Natur. Welche Herausforderungen, aber auch Perspektiven können für den ländlichen Raum entstehen und wie werden Dörfer zu Zukunftsorten? Darüber diskutierten die Gäste eines Kamingesprächs der Network Waldeck-Frankenberg GmbH mit unterschiedlichen Ansätzen und Visionen. Das Netzwerk hat das Ziel, durch Austausch zwischen Unternehmen, Organisationen und jungen Talenten die Region lebendig zu erhalten.

80 Interessierte vor Ort in der Zentrale des Network-Partnerunternehmens Finger-Haus in Frankenberg, aber auch Interessierte im Live-Stream auf Youtube, konnten in der Diskussionsrunde Katrin Frische (Gründerin KoDorf Wiesnburg), Klaus Cronau (Geschäftsführer Finger-Haus), Michael Leitner (Mitgründer Vagabundo Living) und Moderator Jonatan Freund vom Netzwerk live verfolgen.

Im ersten Abschnitt des Gesprächs ging es laut Pressemitteilung des Networks um verschiedene Ansätze des Wohnens und Optimierungen des Bauprozesses.

So werden Dörfer Zukunftsorte: Projekt KoDorf

Katrin Frische aus München brachte Erfahrungen aus den Projekten KoDorf Wiesnburg und Borgo Batone in der Toskana ein. Bei diesen Projekten liegt der Fokus auf der Communitybildung (Gemeinschaftsbildung) im Dorf. Ihr Projekt KoDorf beinhaltet die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens und einer innovativen Dorfgemeinschaft, welche aus individuellen Häusern, aber auch großzügigen Gemeinschaftsflächen besteht. Der Grundgedanke ist, dass man seinen Anteil am Dorf erkauft, aber keine bestimmte Fläche. Ein Haus wird abhängig von der Lebensphase an jemanden weitergegeben, dessen Bedürfnissen es entspricht.

Katrin Frische hat mit einer Genossenschaft bereits mehrere fluide Dorfgemeinschaften gegründet. Ihr neustes Projekt ist ein verlassenes Dorf in der Toskana, das dank Communitybildung zu neuem Leben erweckt wird.

So werden Dörfer Zukunftsorte: Ortskerne beleben

Finger-Haus-Geschäftsführer Klaus Cronau setzte den Fokus auf die energetische Versorgung und die infrastrukturellen Voraussetzungen, die ausschlaggebend sein werden für die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. Aber auch die Vergleiche zwischen Neubauten und der Sanierungen von Bestandsgebäuden waren für ihn ein wichtiger Punkt.

Um bestehende Ortsstrukturen zu verändern und Ortskerne zu beleben, müsse sich im ländlichen Raum etwas bewegen: Es müssten alle betroffenen Personen und Gruppen an einen Tisch gebracht werden, um die Prozesse entlang der Wertschöpfung zu optimieren und gemeinsame Lösungsansätze für die Zukunft auszubauen’’, so Cronau. Es sei wichtig, den Prozess in den einzelnen Einheiten zu beschleunigen, um auch Sanierungen im ländlichen Raum effizienter zu bearbeiten.

So werden Dörfer Zukunftsorte: Tiny-House

Auch Michael Leitner, Gründer des Tiny-House-Start-Ups Vagabundo aus Twiste, stellte fest, dass sich die Lebensstile und Anforderungen veränderten. Der Trend gehe immer mehr zur Nachhaltigkeit und Modularität im Hausbau. „Wir wollen mit unserem Start-Up langlebige Häuser mit hoher Qualität bauen und etwas Verrücktes wagen”, erzählte er. So kam die Idee für ein zweistöckiges Tiny-House (Minihaus), das in Twiste gebaut wird und zur Besichtigung im Englischen Garten in München steht.

Aktuell reiche die Wohnfläche eines Tiny-Houses von 28 bis 130 Quadratmeter. Auch wenn man diese Häuser bisher nur aus Ferienparks oder dem städtischen Bau kennt – während des Kamingesprächs sei deutlich geworden, dass solche Modulhäuser auch im ländlichen Raum Mehrwerte bringen könnten.

So werden Dörfer Zukunftsorte: Die Stärken des Landlebens

Im zweiten Teil des Gespräches wurde darüber diskutiert, welche Anreize das Leben in einem Dorf bietet und was man sich selbst für die zukünftige Dorfentwicklung wünscht. Einigkeit bestand darin, dass Offenheit und Integration eine wichtige Rolle spielen, um eine Gemeinschaft zu stärken, heißt es in der Pressemitteilung.

Klaus Cronau führte an, dass ein Dorf vor allem durch seine Willkommenskultur geprägt sei. Auch Infrastruktur und Wirtschaft in und um ein Dorf seien von großer Bedeutung, um dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken und auch den kommunalen Haushalt mit Geld zu versorgen. (Martina Biedenbach)

Service

Das Gespräch kann auf Youtube unter „Kamingespräch Network Waldeck-Frankenberg” angeschaut werden.

network-wf.de

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