Schulzentrum feiert 50-jähriges Bestehen

Neubau der Pflegeschule am Kreiskrankenhaus Frankenberg eingeweiht

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Schlüsselübergabe: (von links) Landrat Dr. Reinhard Kubat, Klaus Cronau (Finger-Haus) und Schulleiter Horst Schmitt.

Selten wird über Pflege so positiv gesprochen wie am Freitag am Kreiskrankenhaus in Frankenberg. Mit einem Festakt ist das neue Schulzentrum für Pflegeberufe eingeweiht worden. 

„Endlich wird diesem Beruf in Deutschland die politische Aufmerksamkeit zuteil, die längst überfällig ist“, sagte Dr. Juliane Dieterich von der Universität Kassel, die in dem Festakt einen Fachvortrag über die „Berufsbildung in der Krankenpflege“ hielt. Die Pflegeausbildung befinde sich „in einem hochdynamischen Wandlungsprozess“, sagte die Wissenschaftlerin für Pflege- und Gesundheitsberufe.

Einerseits gebe es den Pflegenotstand, der ein Notstand an Fachkräften und Lehrkräften sei. Andererseits sei persönliche Erfüllung in einem sozialen Beruf auch heutzutage durchaus ein Wert, so Dieterich. Und wenn im kommenden Jahr das Pflegeberufe-Reformgesetz komme, werde auch die Attraktivität der Pflegeausbildung steigen.

Bisher gebe es in Pflegeberufen nur wenige Männer, wenige Ausländer und wenig Teilzeit. Hier gebe es noch Potenzial: Praktika müssten verbessert, Quereinsteiger stärker gefördert, Ausbildungsmodelle für Wiedereinstieg und Teilzeit flexibler werden. „Die Ausbildung muss bunter werden“, schloss Dr. Dieterich ihren ebenso unterhaltsamen wie informativen Vortrag.

„Der hohe Stellenwert der Pflege ist in einem Krankenhaus genauso wichtig wie die Fachkompetenz der Ärzte“, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat als Aufsichtsratsvorsitzender der Klinik. Die Entscheidung für den Neubau des Schulzentrums – eine Investition von 5,5 Millionen Euro – sei anfangs zwar nicht einfach gewesen, letztlich aber „ein klares Signal des Kreistags, dass wir vollumfänglich hinter dem Krankenhaus stehen“, sagte Kubat bei dem Festakt in der Personalcafeteria.

Das Kreiskrankenhaus in Frankenberg: oben links der Neubau des Schulzentrums für Pflegeberufe.

Für „das Bekenntnis zum Standort“ dankte Horst Schmitt, der Leiter der Pflegeschule, nicht nur dem Landkreis, sondern auch Geschäftsführer Gerhard Hallenberger und dessen Vorgänger Ralf Schulz: „Die Frage war, was wird aus der Schule, wenn die Psychiatrie nach Frankenberg kommt?“, erinnerte Schmitt. „Eine Verlegung oder Schließung waren aber kein Thema.“

Wie berichtet, will Vitos Haina neben dem Kreiskrankenhaus eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie bauen. Dafür wird das alte Wohnheim abgerissen.

Mit dem neuen Schulzentrum sei nun weiterhin eine Ausbildung auf hohem Niveau möglich, betonte Schmitt. Die Schule genieße einen guten Ruf. Interessierte konnten sich am Freitag beim Tag der offenen Tür über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Am Samstag, 17. November, findet anlässlich des Jubiläums von 11 bis 16 Uhr ein Ehemaligentreffen statt.

Hier blicken wir auf 50 Jahre Krankenpflegeschule zurück.

Hintergrund: Der Neubau

Das neue Schulzentrum mit Wohnheim ist 47 Meter lang, 13 Meter breit und 16,5 Meter hoch. Bruttogeschossfläche: 2200 Quadratmeter. Bevor gebaut werden konnte, mussten 800 Lkw-Ladungen Steine weggefahren werden. 

Generalunternehmer für den Neubau war die Frankenberger Fertighausfirma Finger-Haus. „Dass wir innerhalb eines Jahres fertig geworden sind, war nur mit unseren Partnerfirmen möglich“, gab Cronau das erhaltene Lob an seine Kollegen aus Baubranche und Handwerk weiter. Und er hob seinen Mitarbeiter John Müller hervor, der Bauleiter des Projektes war: „Du hast hier dein Meisterstück gemacht.“ 

Entstanden ist ein dreistöckiges Gebäude in Hybridbauweise – eine Kombination aus Stahl-Beton und Holzrahmenbau. In den beiden oberen Stockwerken gibt es 12 Zimmer und 16 Appartements, in der unteren Etage sind die Räume der Pflegeschule.

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