Neue Besitzer: Gasthaus in Dainrode wird kein Flüchtlingsheim

+
Das ehemalige Possom an der B 253 in Dainrode: Hier soll wieder ein Gastronomie-Betrieb einziehen. Eine Flüchtlingsunterkunft wird das Gebäude nun nicht mehr.

Dainrode. Das ehemalige Gasthaus Possom an der Bundesstraße in Dainrode wird kein Heim für Asylbewerber, sondern wieder ein Gastronomie-Betrieb.

Ein Ehepaar aus Baden-Württemberg plant dort eine Pension mit Restaurant und Café für Motorradfahrer und Wanderer.

Ein Café vor der Tür als „Pit-Stop“ für Motorradfahrer, acht Gästezimmer mit je zwei Betten für Übernachtungen, ein kleines Restaurant und eine Sonnenterrasse auf der Rückseite: Die Pläne für das leer stehende „Possom“ sind schon sehr konkret. Peter und Adriana Lüding, die aktuell das Restaurant „Brunnenputzer“ in Külsheim bei Tauberbischofsheim führen, haben das Gasthaus gekauft.

Das Ehepaar hat sich für den Wechsel entschieden: von Baden-Württemberg nach Hessen, vom Pächter zum Eigentümer. Ende des Jahres läuft ihr Pachtvertrag aus, den sie nicht verlängern wollten, sagt Peter Lüding. „Wir hatten schon seit einiger Zeit den Plan, etwas zu kaufen.“ Im Internet seien sie auf das Anwesen in Dainrode gestoßen. Die Größe sei perfekt für ihre Wünsche, sagt Lüding: „Wir wollen es auf jeden Fall allein bewirtschaften können. Dafür sollte es nicht zu groß sein.“ Auch die Lage am Nationalpark Kellerwald-Edersee sei optimal.

Und was andere als Nachteil betrachten könnten, gefällt ihnen besonders gut: die unmittelbare Nähe zur Bundesstraße. Denn die Lüdings wollen gezielt Motorradfahrer ansprechen, die am Wochenende zu Touren aufbrechen und irgendwo an der Strecke eine Rast einlegen oder die von Dainrode aus zu Touren starten.

Dainrodes Ortsvorsteher Alexander Küster freut sich darauf, dass das Dorf wieder ein Restaurant bekommt: „Wir sind begeistert, dass sich was tut“, sagte er. Seit drei Jahren gibt es keine Kneipe mehr im Ort - dabei gebe es den Bedarf.

Die Dainroder müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden: Bis zum 27. Dezember betreiben die Lüdings ihr Restaurant an der Tauber weiter. Im Winter wollen sie das ehemalige Possom renovieren - und die Eröffnung ist für Anfang März geplant.

Mit dem Verkauf an die Gastronomen sind die Pläne für ein Asylbewerberheim im Possom vom Tisch. Vor einem Jahr hatte der bisherige Eigentümer das Gasthaus an der Bundesstraße dem Landkreis für ein Asylbewerber-Heim angeboten.

Doch in den folgenden Monaten wurden sich die Beteiligten nicht einig: Die Vorstellungen darüber, wie viele Personen in dem Gebäude untergebracht werden sollten, gingen weit auseinander: Der Investor, der das Haus für den neuen Zweck hätte umbauen müssen, wollte mehr als 20 Flüchtlinge unterbringen, der Ortsbeirat sah das Maximum bei zehn. (apa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.