Erste Kommune im Landkreis

Neue Verordnung: Katzen müssen in Frankenberg kastriert werden

Sie suchen ein neues Zuhause: Im Tierheim Frankenberg in Schreufa leben derzeit etwa 40 bis 50 Katzen. Dort werden sie ab dem sechsten Monat kastriert.

Frankenberg. Als erste Kommune in Waldeck-Frankenberg hat die Stadt Frankenberg eine Katzenschutzverordnung erlassen.

Danach gilt seit dem 1. Dezember für alle Katzen, die älter als fünf Monate sind und Zugang ins Freie haben, eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht.

Die Verordnung hatte die Stadtverordnetenversammlung im Oktober einstimmig beschlossen. Wer seine Katze nicht kastrieren lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe von bis zu 1000 Euro geahndet werden kann, teilte die Stadtverwaltung mit. Ziel sei eine Verminderung der unkontrollierten Vermehrung freilaufender Katzen. „Zu hoffen ist, dass damit auch die Zahl der im Tierheim abgegebenen Tiere signifikant sinkt“, sagt Pressesprecher Florian Held.

Die Katzenschutzverordnung war nach dem Vorbild der Stadt Darmstadt und in Abstimmung mit Renate Seifert, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Frankenberg, entwickelt worden. Das Frankenberger Tierheim finde die neue Verordnung gut und richtig, sagt Mitarbeiter Johannes Hormel. Das Tierheim bekomme jedes Jahr 300 bis 400 Fundkatzen, aktuell gebe es dort 40 bis 50 vor allem junge Katzen, für die das Tierheim ein neues Zuhause sucht. Im Tierheim werden die Tiere ab dem sechsten Monat kastriert. „Wenn freilaufende Katzen nicht kastriert werden, werden aus zehn schnell 40 und dann 200“, sagt Hormel. „Wir hätten eine immense Flut wilder Katzen.“

Dass die Katzenschutzverordnung eingehalten wird, soll stichprobenartig vom städtischen Ordnungsamt und vom Amt für Veterinärwesen des Landkreises überprüft werden: Beide Ämter können die Vorlage eines Nachweises über die Kastration und die Registrierung verlangen. „Im Verdachtsfall werden Ordnungs- oder Veterinäramt dies überprüfen“, sagt Florian Held.

Seitdem durch eine Änderung im Tierschutzgesetz von Juli 2013 überhaupt erst die gesetzliche Grundlage für Maßnahmen zum Schutz freilaufende Katzen geschaffen wurde, wird das Thema auch bundesweit diskutiert.  In Kassel hatte der damalige Oberbürgermeister Bertram Hilgen vor einem Jahr gegen einen Beschluss der Stadtverordneten entschieden, keine Kastrationspflicht in der Stadt einzuführen. Er hatte Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer solchen Verordnung. Im Wolfhager Land hatten sich die Kommunen schon im Dezember 2015 gegen eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht ausgesprochen, die damals Darmstadt als erste hessische Stadt eingeführt hatte. 

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg befürwortet die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen und hatte bereits vor drei Jahren erklärt, seine Städte und Gemeinden bei der Einführung zu unterstützen. Schon damals hatten aber Bürgermeister Bedenken, wie das rechtlich abzusichern und zu überprüfen sei.

Hintergrund

Die Katzenschutzverordnung gilt seit 1. Dezember im Stadtgebiet von Frankenberg. Katzenhalter, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, haben diese nun vorher von einem Tierarzt kastrieren und mittels Mikrochip oder Tätowierung kennzeichnen zu lassen. Darüber hinaus müssen die Halter ihre Katze im Haustierregister von Tasso e. V. mit Name und Anschrift sowie den Chip-Daten registrieren. Die Registrierung in dieser Datenbank ist kostenfrei unter www.tasso.net/tierregister/tier-registrieren möglich. Die komplette Verordnung ist auf der Homepage der Stadt Frankenberg online einzusehen: www.frankenberg.de

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