"Erste Hilfe lernen wir an der Arbeit"

Gestürztes Ehepaar: Mark Stolz und Meik Weidner halfen, ohne zu zögern

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Unglücksstelle: Hier haben Mark Stolz (links) aus Allendorf-Eder und Meik Weidner aus Gemünden die Senioren auf dem Bürgersteig liegen sehen. Sie leisteten unverzüglich erste Hilfe.

Große Resonanz gefunden hat der Bericht über ein älteres Ehepaar, das auf der Röddenauer Straße in Frankenberg gestürzt war. Nun wurden die Ersthelfer gefunden.

Frankenberg. Seit weit über 20 Jahren arbeitet der Allendorfer Mark Stolz nun schon bei der Straßenmeisterei in Frankenberg. Mit seinem orangefarbenen Fahrzeug hat er in dieser Zeit schon viele Kilometer auf den Straßen des Altkreises zurückgelegt.

Aber so etwas hat der 42-Jährige in all den Jahren auch noch nicht erlebt: Als er mit seinem Kolonnenfahrzeug zusammen mit seinem Kollegen Meik Weidner aus Gemünden am Freitag vergangener Woche von der Röddenauer Straße kommend zu einem Einsatz weiter in Richtung Stadtmitte fahren wollte, sah er in der Bahnhofstraße plötzlich zwei Menschen nahezu regungslos auf dem Bürgersteig liegen. Zwei ältere Menschen waren dort schwer gestürzt - der Mann 91 Jahre alt, die Frau 89 Jahre alt.

Sofortige Hilfe

Im Gegensatz zu anderen Menschen, die an diesem Morgen gegen 7.45 Uhr als Fußgänger oder als Autofahrer in der Bahnhofstraße unterwegs waren, reagierten Stolz und der 21 Jahre alte Weidner sofort: Sie stoppten ihr Fahrzeug und eilten den alten Eheleuten zur Hilfe: Der Mann war bewusstlos auf seine Ehefrau gestürzt.

„Die alte Dame lag unter ihrem Mann und konnte sich nicht befreien“, erzählt Mark Stolz: Er holte sie zunächst aus ihrer misslichen Lage heraus und setzte sie auf den Gehweg. Dann kümmerte sich Meik Weidner weiter um die Frau, Stolz um den bewusstlosen Mann - und wählte dabei auch noch die Nummer des Notrufs: 112.

Nahezu im selben Moment kam glücklicherweise aber ein Rettungswagen vorbei. Auch die Besatzung des Rettungswagens erkannte sofort die Situation, die Sanitäter brachten den alten Mann und seine Frau ins Krankenhaus.

„Erste Hilfe lernen wir an der Arbeit.“

„Es ist mittlerweile gang und gäbe, dass die Menschen bei solchen Notfällen vorbeigehen oder vorbeifahren“, erzählt Mark Stolz. Das habe er vor allem bei Verkehrsunfällen schon oft festgestellt.

So eine „krasse Situation“ wie in der Bahnhofstraße habe er aber auch noch nicht gesehen. Wie viele Menschen im morgendlichen Berufsverkehr an der Unglücksstelle vorbeigegangen oder vorbeigefahren sind, konnte er anschließend aber auch nicht sagen: „Dazu waren wir viel zu sehr auf die Hilfeleistung fixiert.“ Mit einer Platzwunde am Kopf habe der Mann schon in einer Blutlache gelegen.

„Erste Hilfe lernen wir an der Arbeit“, erzählt Mark Stolz. Ein achtstündiger Lehrgang pro Jahr sei Pflicht: „Dieses Wissen konnten wir jetzt gut einsetzen. Dadurch wussten wir, was wir konkret machen mussten.“

Senioren treffen Helfer

Inzwischen haben sich die Senioren und ihre beiden schnellen Helfer auch schon kennengelernt - der Kontakt kam durch die HNA zustande: „Wir hatten bei ihnen einen schönen vorweihnachtlichen Nachmittag“, erzählt Mark Stolz. (mjx)

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