Wer soll das Volksfest ausrichten?

Pfingstmarkt-Debatte in Frankenberg geht weiter

Der Pfingstmarkt in Frankenberg ist das größte Volksfest im Südkreis von Waldeck-Frankenberg.
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Der Pfingstmarkt in Frankenberg ist das größte Volksfest im Südkreis von Waldeck-Frankenberg.

Die Diskussionen um die Ausrichtung des Frankenberger Pfingstmarktes gehen in die nächste Runde. Die Stadtverordneten haben nach einem Änderungsantrag von CDU und Grünen mehrheitlich beschlossen, das Thema weiter im Wirtschaftsausschuss zu behandeln. 15 Abgeordnete stimmten dafür, elf dagegen, einer enthielt sich.

Frankenberg – Im Ausschuss solle vor allem die „zukünftige Ausrichtung und Aufstellung des Pfingstmarktes“ beraten werden – unter anderem das Sicherheitskonzept sowie eine Einbindung des Ederuferparks, der Fußgängerzone und auch der Kaufleute, Gastronomen und Gewerbetreibenden in den Pfingstmarkt. Ziel sei, wie der Pfingstmarkt „nachhaltig gestaltet werden kann“.

Ein Konzept müsse abschließend von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden, eine mögliche Umsetzung könne es frühestens im Frühjahr 2023 geben, hieß es in der Sitzung. Ausdrücklich betonten die Abgeordneten die über Jahrzehnte währende gute Zusammenarbeit mit dem Veranstaltungsbüro Wagner.

Den ursprünglichen Antrag hatte die SPD-Fraktion in die Sitzung am Donnerstag, 2. September 2021, im DGH in Haubern eingebracht. Die Genossen plädierten für einen „Sonderarbeitskreis Pfingstmarkt“, dessen Mitglieder vom Haupt- und Finanzausschuss bestimmt werden sollten. Auch das Veranstaltungsbüro Wagner solle in diesem Arbeitskreis vertreten sein.

Diskussion um Stellungnahme der Stadt

Fraktionsvorsitzender Dr. Hendrik Sommer erinnerte zu den Pfingstmarkt-Diskussionen vom Juli vor allem an die jüngste Stellungnahme der Stadtverwaltung, dass eine Durchführung des Volksfestes durch die Verwaltung laut Hessischer Gemeindeordnung nicht möglich sei.

„Wir erkennen diese Stellungnahme der Stadt an“, sagte Sommer. Es sei aber nachdenkenswert, dass das bedeutsame Volksfest auch dauerhaft erfolgreich sein solle – und dazu solle auch das Parlament seinen Teil beitragen. „Viele vermissen das Gewerbezelt“, stellte Sommer unter anderem fest und regte an, die Tierschau attraktiver zu gestalten, beispielsweise durch eine Landwirtschaftsausstellung. In Sachen Pfingstmarkt dürfe jedenfalls nicht weiter „Porzellan zerschlagen werden“, stellte Sommer fest: „Deshalb wollen wir diesen Arbeitskreis haben.“ Und Veranstalter Max Wagner mit seiner großen Erfahrung müsse mit an den Tisch geholt werden.

Jannik Schwebel-Schmitt (CDU) betonte, dass mit dem Prüfauftrag von CDU und Grünen von Anfang Juli die Arbeit des Veranstaltungsbüros Wagner „zu keiner Zeit diskreditiert“ worden sei. „Wir haben versucht, die Weiterentwicklung des Pfingstmarktes voranzutreiben.“ Auch Schwebel-Schmitt ging auf die Stellungnahme der Stadt ein: „Wenn dem so ist, dann nimmt die CDU das zur Kenntnis.“

Den Inhalt der Stellungnahme werde seine Fraktion aber rechtlich prüfen lassen. „Unser Prüfauftrag ist noch nicht als erledigt zu betrachten“. Durch Einsicht in die Verträge der Stadt mit dem Büro Wagner müsse Transparenz entstehen.

„Wir sollten die leidige Diskussion beenden und uns klar zum Pfingstmarkt bekennen“, forderte Sven Garthe von den Freien Wählern. Den Änderungsantrag der CDU lehnte er für seine Fraktion ab. Dass ein gemeinsamer Ausschuss oder eine Arbeitsgruppe gestaltet werden solle, „um neue Wege für den Pfingstmarkt einzuläuten“, sagte Uwe Patzer (Grüne). Seiner Meinung nach sei es aber eher sinnvoll, „das in einem Ausschuss“ zu besprechen. Das sah dann auch die Mehrheit der Abgeordneten so.

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