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Pfingstmarkt in Frankenberg mit buntem Maizug gestartet

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Von: Karl-Hermann Völker

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Kinder der Regenbogenschule mit selbst gefertigten bunten Vogelmasken.
Kinder der Regenbogenschule mit selbst gefertigten bunten Vogelmasken. © Völker, Karl-Hermann

Mit viel Fantasie und Farbenpracht, einer fröhlichen Mischung aus alter Grenzzugstradition und moderner Frühlingsbegeisterung hat sich am Freitag der Maizug in Frankenberg nach zweijähriger Pandemie-Pause wieder zurückgemeldet. Hunderte von Menschen säumten die Straßen, ehe am Nachmittag der Rummel auf der Wehrweide begann.

Frankenberg – Nur in Kriegs- und Notzeiten war der Frankenberger Maizug bisher ausgefallen, im Nachkriegsjahr 1948 erstmals wieder als Auftakt zum Pfingstmarkt veranstaltet worden. „Wunderbar, der Maizug ist zurück!“, meinte zwischen den fröhlichen Gesichtern der Zuschauer eine Mutter. „Wie sehr haben sich unsere Kleinen darauf gefreut!“

Viele hundert Kinder der drei Frankenberger Grundschulen und der Friedrich-Trost-Schule bestimmten das Bild des kilometerlangen Zuges – nach alter Tradition des 19. Jahrhunderts zum Teil in historischen Uniformen der Stadtkinder, die damals bei Grenzbegängen die Erwachsenen, darunter auch echte Soldaten und Stadtschützen, an der Zugspitze begleiteten.

Mit bunten Windmühlenblüten brachten am Freitagmorgen diese Mädchen der Wigand-Gerstenberg-Schule frische Farbe in den Maizug. Auf dem Burgberg war Sammelpunkt zum Abmarsch.
Mit bunten Windmühlenblüten brachten am Freitagmorgen diese Mädchen der Wigand-Gerstenberg-Schule frische Farbe in den Maizug. Auf dem Burgberg war Sammelpunkt zum Abmarsch. © Völker, Karl-Hermann

Aber auch neue, fantasievolle Frühlingsmotive waren dabei, mit denen die 1995 eröffnete Regenbogenschule damals erstmals das in Frankenberg durch Schützen- und Grenzgangswesen geprägte Brauchtum durchbrach und moderne Akzente setzte.

Beifall für bunte Kostüme

Dass sich dadurch für die Grundschulkinder, die zum Beispiel früher mühsam in der Stadtschule ihre historischen Kostüme hegten und von den Müttern immer wieder flicken ließen, völlig neue Spielräume zur Eigengestaltung eröffnet wurden, zeigte sich erneut beim Maizug gestern: Immer wieder gab es am Straßenrand Beifall für bunte Blütenwindmühlen, schillernde Vogelmasken, gepunktete Marienkäfer und wehende Bänder, aber auch für Landknechtsbarette aus Krepppapier, bemalte Holzschilde, Wappen und – natürlich auch – die echten alten Husarenjacken.

Angeführt wurde der bunte Zug zunächst aber erstmal durch die eher gedeckten Farbtöne der Honoratioren und Mandatsträger um Bürgermeister Rüdiger Heß – „Stadtväter“ hießen sie früher –, die Tarnfarben der Abordnung des Bundeswehr-Bataillons EloKa 932 mit Kommandeur Daniel Renkl, die vielen Gruppen der Behörden, Vereine, darunter mit Traditionsfahne der Männergesangverein Liedertafel Frankenberg/Schreufa.

Burgfräuleins der Friedrich-Trost-Schule zogen huldvoll winkend durch die Altstadt, begleitet von Rektorin Kathrin Schäfer (hinten rechts) sowie Melanie Maurer und Nadine Schröter.
Burgfräuleins der Friedrich-Trost-Schule zogen huldvoll winkend durch die Altstadt, begleitet von Rektorin Kathrin Schäfer (hinten rechts) sowie Melanie Maurer und Nadine Schröter. © Völker, Karl-Hermann

Besonders begrüßt wurde unter den Gästen an der Spitze des Maizuges auch der Bürgermeister der Partnerstadt Frankenberg/Sachsen, Thomas Firmenich.

Verteilt im Zug wurde an drei Stellen ordentlich der Marsch geblasen: angeführt durch die Stadtkapelle Frankenberg mit Christoph Jakow, die später auch im Listenbach aufspielte, den Musikverein Rhena mit Jürgen Klingelhöfer und die Bläsergruppe der Ortenbergschule mit Gertrud Kantert. Sie wurde verstärkt durch ehemalige Ortenbergschüler, die mit ihren Instrumenten gern für diesen besonderen Morgen im Jahr zurückgekommen waren.

Der Pfingstmarkt in Frankenberg wird von Freitag bis Dienstag, 3. bis 7. Juni 2022, auf der Wehrweide gefeiert. Hier gibt es mehr Infos zum Programm.

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