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Philipp Soldan auf Motorradtank: Künstlergruppe stellt in Frankenberg aus

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Von: Jörg Paulus

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Kultur-Cubes am Landratsamt und am Ederuferpark zeigen Werke des Kunstprojekts zu Philipp Soldan in Frankenberg; hier (von links) Künstlerin Sabine Reyer, Jörg Näther (Stadt), Karsten von der Heide (Hotel „Die Sonne“), Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel, Ruth Piro-Klein (Museum) und Bürgermeister Rüdiger Heß vor einem der Kultur-Cubes. Die Cubes (Würfel) sind quadratisch aufgestellte Leinwände.
Kultur-Cubes am Landratsamt und am Ederuferpark zeigen Werke des Kunstprojekts zu Philipp Soldan in Frankenberg; hier (von links) Künstlerin Sabine Reyer, Jörg Näther (Stadt), Karsten von der Heide (Hotel „Die Sonne“), Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel, Ruth Piro-Klein (Museum) und Bürgermeister Rüdiger Heß vor einem der Kultur-Cubes. Die Cubes (Würfel) sind quadratisch aufgestellte Leinwände. © Jörg Paulus

Im Reformations-Jubiläumsjahr 2017 gab es eine große Philipp-Soldan-Ausstellung in Frankenberg, seit 2018 trägt die Stadt offiziell den Zusatznamen Philipp-Soldan-Stadt – jetzt wird der Frankenberger Künstler des 16. Jahrhunderts erneut in den Mittelpunkt gerückt: mit einem Projekt der Künstlergruppe Tse Tse.

Frankenberg – Schon seit einigen Tagen kann man in Frankenberg Bilder, die sich direkt oder indirekt mit Philipp Soldan und seinem Werk befassen, auf großen Leinwänden an den Kultur-Cubes am Landratsamt und im Ederuferpark sehen. Sie sind Vorboten der Ausstellung zum Philipp-Soldan-Projekt, die am Samstag, 14. Mai, eröffnet wird.

Dazu laden die TseTse-Künstlergruppe (Jörg Brandt, Hadi Knütel, Bastian Raiss, Petra Spielmann und die Frankenbergerin Sabine Reyer), das Museum im Kloster und der Kunsttreff ein. Partner des Projektes sind die Stadt Frankenberg und das Hotel „Die Sonne Frankenberg“ sowie Art-Regio, das Kunstförderprogramm der Sparkassen-Versicherung Hessen-Thüringen.

„Philipp Soldan ist der wichtigste Künstler, den Frankenberg hervorgebracht hat“, sagt Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel über den Bildhauer, Holzschnitzer, Maler und Formenschneider, der etwa von 1500 bis 1570 lebte. Angeregt durch die Frankenbergerin Sabine Reyer hat die Künstlergruppe Tse Tse aus Hamburg, der Reyer angehört, das Werk Soldans kennengelernt.

„Die Künstler haben eigene Bildschöpfungen daraus entwickelt. Sie beziehen sich auf Soldan, erzählen aber eigene Geschichten“, erläutert Museumsleiterin Kümmel und hebt vor allem die Farbigkeit in den Werken der Gruppe hervor, die es so in der Reformation nicht gegeben habe.

Im Dialog mit Philipp Soldans Werken

Im Flyer zu dem Projekt schreiben die Künstler: „Mit dieser Ausstellung treten wir in Dialog mit Philipp Soldans Werken. Zugleich ist es eine Hommage an das großartige Schaffen dieses facettenreichen Künstlers.“ Herausgekommen seien „fünf verschiedene Ansätze, um einen Künstler längst vergangener Tage in ein neues, zeitgemäßes Licht zu rücken“.

Sie hätten Details aus Soldans Werken aufgegriffen – etwa aus seinen bekannten Ofenplatten –, aber auch den großen Themenzusammenhang seines Schaffens und den Zeitgeist von damals, erläutert Sabine Reyer. Entstanden sind mehr als 40 Arbeiten der fünf Künstler – großformatige Bilder und Miniaturen, Objekte im Raum und auch Airbrush-Techniken auf Motorradtanks und Helmen.

Reyer verspricht „eine spannende Sammlung“ und hofft, „dass die Menschen Philipp Soldan durch unsere Ausstellung nochmal neu kennenlernen“. Auch Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß freut sich, dass der Künstler, der der Stadt ihren Beinamen gegeben hat, durch das Projekt erneut in den Mittelpunkt gestellt wird. „Es ist wichtig, das Thema weiter zu bespielen. Dafür brauchen wir viele Akteure“, dankte er den Künstlern.

Finanziell unterstützt wird die Ausstellung vom Hotel „Die Sonne Frankenberg“, deren Sterne-Restaurant nach Philipp Soldan benannt ist. „Wir sind gerne dabei“, sagte Sonne-Geschäftsführer Karsten von der Heide. „Kunst und Literatur sind wichtige Themen, die heutzutage oft zu kurz kommen“, sagte er auch mit Blick auf den Literarischen Frühling im April, den die „Sonne“ ebenfalls unterstützt hatte.

Eröffnung und Konzert am 14. Mai

Die Ausstellung zum Philipp-Soldan-Projekt der Künstlergruppe Tse Tse wird am Samstag, 14. Mai, um 14 Uhr im Museum im Kloster in Frankenberg eröffnet. Dort wird Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel eine Einführung geben, auch die fünf Künstler werden vor Ort sein. Um 17 Uhr schließt sich ein Konzert des preisgekrönten Akkordeonspielers Alexandre Btychkov in der Mauritiuskapelle des Museums an; veranstaltet vom Kulturring Frankenberg. Karten für das Konzert gibt es für 15 Euro in der Buchhandlung Jakobi.

Die kostenfreie Soldan-Ausstellung läuft bis zum 24. Juli und umfasst nicht nur die jederzeit zugänglichen Kultur-Cubes am Landratsamt (Vorgarten und Innenhof) und im Ederuferpark an der Uferstraße, sondern ist auch im Museum im Kloster (Bahnhofstraße 10) und im Kunsttreff im Haus am Geismarer Tor (Geismarer Straße 3) zu sehen.

Öffnungszeiten für Museum und Kunsttreff: Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. An sechs Terminen findet ein öffentlicher Vortrag mit Bildpräsentation zu Philipp Soldan mit Führung durch die Ausstellung statt. Die Termine werden auf frankenberg.de/veranstaltungen.html veröffentlicht, der Eintritt ist frei.

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