Nachbarschaftsnetzwerk wünscht sich ein Elektro-Auto

Nachbarschaftsnetzwerk Battenberg wünscht sich ein Elektro-Auto

Am Battenberger Bürgerbus: (von links) Bernhard Richter, Renate Drechsel, Vorsitzender Siegfried Franke und Ingrid Kwyk vom Battenberger Nachbarschaftsnetzwerk.
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Am Battenberger Bürgerbus: (von links) Bernhard Richter, Renate Drechsel, Vorsitzender Siegfried Franke und Ingrid Kwyk vom Battenberger Nachbarschaftsnetzwerk.

Was macht das Battenberger Nachbarschaftsnetzwerk in Corona-Zeiten? Seit dem „Lockdown“ Mitte März sind kaum noch Aktivitäten möglich. Gleichwohl schmieden Vorsitzender Siegfried Franke und seine Vorstandskolleginnen schon Pläne die Zeit nach Corona.

Battenberg - Der vom Land Hessen zur Verfügung gestellte Bürgerbus wird seit März kaum noch eingesetzt. Im ersten Jahr hatte der Bürgerbus bei 142 Fahrten 838 Personen befördert und dabei 9251 Kilometer zurückgelegt (HNA berichtete).

Fahrten zum Einkaufen, zu Arztbesuchen oder zum Reha-Sport scheitern nach den Worten des Vorsitzenden Siegfried Franke derzeit an den gelten Abstands- und Hygienebestimmungen.

Einen „Notstand“ gebe es dadurch aber nicht im Oberen Edertal, versichert Franke: „Lebensmittelmärkte wie der Edeka in Battenberg bieten einen Bringdienst an. Außerdem helfen sich viele Familien und Nachbarn untereinander.“ Eine Folge sei, dass das von Bastian Belz und anderen jungen Leuten initiierte Einkaufsangebot (HNA berichtete) bisher kaum in Anspruch genommen wurde.

Auch das beliebte „Reparaturcafé“ des Nachbarschaftsnetzwerkes macht seit dem Frühjahr Pause. Das liegt laut Franke zum einen daran, dass viele der eingesetzten Handwerker Risikogruppen (zum Beispiel über 60 Jahre, Diabetiker) angehören. Zum anderen können öffentliche Veranstaltungen derzeit nicht im Terrassencafé des DRK-Seniorenzentrums stattfinden, weil die Ansteckungsgefahr für die dort lebenden Bewohner und Betreuer viel zu groß wäre. „Vielleicht können wir das Reparaturcafé im September wieder öffnen“, hofft Siegfried Franke.

Auch in Lockdown-Zeiten viel zu tun hat die 2. Vorsitzende des Battenberger Nachbarschaftsnetzwerkes, Renate Drechsel. Sie ist unter der Handynummer 01520/904 3784 die erste Anlaufstelle für viele Menschen. Normalerweise koordiniert Renate Drechsel die Fahrten mit dem Bürgerbus. „Viele ältere Menschen fragen, wann der Bürgerbus wieder fährt“, berichtet Drechsel. Viele einsame Menschen suchten aber auch einfach nur das Gespräch, fügt sie hinzu. Viele Fahrten, etwa zum Arzt, hat Renate Drechsel in der Zwischenzeit mit ihrem privaten Pkw abgewickelt.

„Wir könnten von der Stiftung Zukunft Hessen sogar einen zweiten Bürgerbus bekommen“, hat Vorsitzender Siegfried Franke in Wiesbaden erfahren. Sinnvoller wäre nach seiner Ansicht jedoch ein Pkw mit Elektro-Antrieb, weil nicht immer der große, neunsitzige Bus benötigt werde. „Fahren Sie mal mit dem großen Bus in Marburg ins Parkhaus“, gibt Renate Drechsel zu bedenken.

Weil viele der inzwischen 163 Mitglieder des Battenberger Nachbarschaftsnetzwerkes auch gern mit dem Fahrrad oder E-Bike unterwegs sind, denkt der Vorstand über die Anschaffung eines Fahrrad-Anhängers nach. Mit etwa 1800 Euro für die Anhängerkupplung und 5660 Euro für einen großen Anhänger wäre dieses Projekt jedoch nicht gerade billig. „Wir müssen den Bedarf und mögliche Zuschüsse abklären“, sagt Vorsitzender Franke.

„Alt und Jung“ heißt eine weitere Projektidee des Battenberger Nachbarschaftsnetzwerkes. Zusammen mit der 84-jährigen Hauswirtschaftsmeisterin Else Engelbach sollen Handarbeiten wie Stricken, Sticken oder Häkeln für jüngere Menschen angeboten werden, damit diese handwerklichen Fertigkeiten nicht verloren gehen. „Eine Idee dabei ist, aus alten Jeans Taschen zu nähen“, erklärt Ingrid Kwyk, die im Vorstand des Battenberger Nachbarschaftsnetzwerkes für die Finanzen zuständig ist. (Thomas Hoffmeister)

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