Praktiker mit Fachwissen

Neue ehrenamtliche Landwirtschaftsrichter in Frankenberg vereidigt

Mit Urkunde: (vorne von links) Jan Schumacher, Mareike Schöneweiß, Johanna Krähling und Mike Rindte sind von der Frankenberger Amtsgerichtsdirektorin Regine Wagner (hinten) als ehrenamtliche Richter für das Landwirtschaftsgericht vereidigt worden. 
+
Mit Urkunde: (vorne von links) Jan Schumacher, Mareike Schöneweiß, Johanna Krähling und Mike Rindte sind von der Frankenberger Amtsgerichtsdirektorin Regine Wagner (hinten) als ehrenamtliche Richter für das Landwirtschaftsgericht vereidigt worden. 

Mike Rindte aus Berghofen, Jan Schumacher aus Hatzfeld, Johanna Krähling aus Schmittlotheim und Mareike Schöneweiß aus Buchenberg sind vom Präsidenten des Oberlandesgerichts Frankfurt zu neuen ehrenamtlichen Richtern des Landwirtschaftsgerichts berufen worden.

Frankenberg – Die Frankenberger Amtsgerichtsdirektorin Regine Wagner hat die vier jungen Landwirte jetzt vereidigt und ihnen die Ernennungsurkunden übergeben. Einsatzorte für ehrenamtliche Landwirtschaftsrichter sind die Amtsgerichte in Korbach und Frankenberg. „Es hat mich total gefreut, dass diesmal Frauen dabei sind und alle sehr jung sind“, sagte die Richterin. Zur neuen Sitzungsperiode sei die Riege der ehrenamtlichen Richter komplett erneuert worden.

Vorgeschlagen worden waren die Landwirtschaftsrichter vom Fachdienst Landwirtschaft. „Wir haben vor allem darauf geachtet, dass es sich um junge, aktive Berufsvertreter handelt“, betont Matthias Eckel vom Kreisbauernverband Frankenberg, der – ebenso wie seine Kollegin Stefanie Wetekam vom Kreisbauernverband Waldeck – ein Vorschlagsrecht hat.

„Bei landwirtschaftlichen Prozessen werden ehrenamtliche Richter zur Unterstützung hinzugezogen. Dafür stellen wir regionale Vertreter“, erläutert Eckel. Die Praktiker sollten den hauptamtlichen Richter, der sich häufig in der Landwirtschaft nicht auskenne, mit unvoreingenommenen Blick und und unvoreingenommener Meinung beraten. In den Prozessen gehe es in 75 Prozent der Fälle um Pachtsachen und Grundstücksangelegenheiten, sagt Eckel. Erfahrungsgemäß kämen die Laienrichter höchstens zwei- bis dreimal im Jahr zum Einsatz. „Es werden immer jeweils zwei hinzugezogen“, ergänzt Amtsdirektorin Regine Wagner.

Kurt Freitag aus Geismar war mehr als 25 Jahre Landwirtschaftsrichter.

Kurt Freitag aus Geismar war mehr als 25 Jahre Landwirtschaftsrichter. „Das ist eine sehr interessante Aufgabe und auch wichtig für die Demokratie“, sagte der 69-Jährige gegenüber der HNA. Die ehrenamtlichen Landwirtschaftsrichter könnten auch den hauptamtlichen Richter überstimmen. „Ich habe auch das Gefühl, dass die Verfahrensbeteiligten das Urteil eher akzeptieren, wenn Landwirte dabei sind“, sagt der Geismarer.

Die Richter seien seiner Ansicht nach froh, dass sie von Praktikern mit Fachwissen unterstützt werden. Hauptsächlich seien während seiner Amtszeit Pachtangelegenheiten verhandelt worden, berichtet Freitag. Dabei sei es beispielsweise darum gegangen, was bei Pachtende mit Zäunen oder Hecken passiert. Oftmals sei ein Vergleich geschlossen worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.