Wegen Corona „ein bisschen anders“

Ralf Paulus ist seit 32 Jahren der Nikolaus in Viermünden

Ralf Paulus (links) als Nikolaus mit seinem „Knecht Ruprecht“ Erhard Salzmann.
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Ralf Paulus (links) als Nikolaus mit seinem „Knecht Ruprecht“ Erhard Salzmann.

Am 6. Dezember bringt der Nikolaus traditionell den Kindern Geschenke. In Viermünden übernimmt diese Aufgabe seit vielen Jahren Ralf Paulus. Unterstützt von Erhard Salzmann als „Knecht Ruprecht“.

Viermünden - „Dieses Jahr wird alles ein bisschen anders“, sagt Ralf Paulus. Er spielt schon seit mehr als 30 Jahren am 6. Dezember in seinem Heimatort Viermünden ehrenamtlich den Nikolaus. Auch dieses Jahr wieder. Trotz der Corona-Einschränkungen. „Ich darf zwar wegen Corona nicht in die Häuser gehen, mir ist es aber gerade jetzt wichtig, den Kindern und Eltern Mut zuzusprechen“, betont der 52-Jährige.

Anders als sonst wird Paulus die Familien deswegen am Sonntag nicht drinnen besuchen, sondern vor der Tür bleiben. „Die meisten haben ja eine Garage oder ein Carport, so dass ein Wetterschutz gegeben und für frische Luft gesorgt ist“, sagt der Viermündener. „Anstatt der schönen Lieder von den Kindern gibt’s von mir dieses mal ein Gedicht.“

Ralf Paulus aus Viermünden

Mit dabei ist seit Anfang der 90er-Jahre Erhard Salzmann als Knecht Ruprecht. „Anfangs hatte dieser ein prima Pferd Namens Naflo, das sich weder durch den Straßenverkehr noch durch das laute Glockengeläut oder das Warten im Regen aus der Ruhe bringen ließ“, erinnert sich Ralf Paulus. In den vergangenen Jahren ist das Duo meistens mit Schlepper und Anhänger unterwegs gewesen. „Meistens durch Wind uns Wetter. Schnee hatten wir sehr selten, höchstens zwei Mal in all den Jahren“, berichtet Paulus.

Einige kennen ihn vermutlich von der diesjährigen „Ederman statt Ironman“-Spendenaktion, bei der der Sportler zusammen mit Uwe Strohwald einen Langdistanz-Triathlon zugunsten des Wünschewagens Nordhessen absolvierte.

Mit „jugendlichen 20 Jahren“, sei er 1988 erstmals als Nikolaus in Aktion getreten, so Paulus. „Die Cousine meiner Cousine suchte damals für ihre Tochter im Kindergartenalter einen Nikolaus und hat mich gefragt. Da der Auftritt gelungen war, wurde ich im folgenden Jahr nicht nur von dieser Familie, sondern gleich von mehreren engagiert.“ Inzwischen sei das Kind von damals selbst zweifache Mutter und buche ihn als Nikolaus. „Manchmal schenke ich den heute erwachsenen Kindern ihren Nikolauszettel von früher“, berichtet Paulus.

Mit Kutsche: Nikolaus Ralf Paulus und Erhard Salzmann bei ihrer Tour durch Viermünden. Das Bild stammt aus den 90er-Jahren.

Mittlerweile habe er einen „Kundenstamm“ von 30 bis 45 Kindern, verteilt auf etwa 15 Häuser. „Ich versuche auf die Kinder einzugehen, ihnen und den Eltern mit meiner Lebenserfahrung – ich habe durch meine eigenen Kinder einiges gelernt – Positives zu vermitteln und Frohsinn zu geben“. Manchmal sei es wichtig, Mut zu machen und Geborgenheit zu vermitteln. „Die Eltern schreiben mir einen Zettel und wollen für ihre Kinder nur das Beste. Das versuche ich den Kindern mitzugeben.“

Paulus hofft, dass er den „Job“ noch lange machen kann: „Ich schlüpfe gerne in die Rolle des Nikolaus’, der als Bischof den Armen half und Schutzherr der Kinder war. Ich mag Kinder, leuchtende Kinderaugen und das Strahlen im Gesicht.“

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