Frankenberger muss Strafe zahlen

Randalierer spuckte Polizisten an und pinkelte in Polizeiauto

Frankenberg. Zu einer 3000-Euro-Geldstrafe ist ein 28-Jähriger aus Frankenberg unter anderem wegen Widerstand gegen Polizisten verurteilt worden.

Die Anklage lautete: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung, Beleidigung und versuchter Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel - in diesem Fall ein Polizeiauto.

Richterin Andrea Hülshorst ordnete 120 Tagessätze à 25 Euro an. Außerdem muss der Mann einem Polizisten ein Schmerzensgeld in Höhe von 600 Euro zahlen.

Der Angeklagte war am 20. Februar 2016 mit Freunden in der Frankenberger Diskothek „Bonkers“ gewesen. Später suchte er mit einem 20-jährigen Begleiter aus einem Frankenberger Stadtteil die nahegelegene Aral-Tankstelle an der Röddenauer Straße auf, wo sie auf einen weiteren Bekannten trafen. Um kurz nach 5 Uhr rief ein Tankstellenmitarbeiter bei der Polizei an, da der Angeklagte und dessen Begleiter den Nachtschalter blockierten und es zu Ärger mit einer anderen Gruppe gekommen war. Die Polizisten verteilten an alle drei Angetrunkenen Platzverweise, wogegen sich besonders der Angeklagte wehrte.

Zuerst einer, später zwei Polizeibeamte schoben den Angeklagten Richtung Straße. Dabei kam es bereits zu groben Beleidigungen gegenüber den Polizisten, wovon „Drecksbullen“ noch die harmloseste war. Außerdem setzte sich der Mann körperlich zur Wehr: Einem 40-jährigen Polizisten, ihm wurde später das Schmerzensgeld zugesprochen, schlug der Angeklagte mit der Faust zwei bis drei Mal auf den Brustkorb und die Schulter. Die Beamten riefen eine weitere Streife zur Hilfe.

Beim Eintreffen des zweiten Polizeiwagens befand sich der Angeklagte bereits mit Handschellen gefesselt auf der Rückbank des ersten Wagens. Im Auto randalierte er weiter, die Polizisten versuchten ihn stärker zu fixieren. Trotzdem trat er weiter von innen an die Wagentür, traf dabei den 40-jährigen Polizisten am Knie und spuckte ihm ins Gesicht. Auf der Fahrt zur Polizeiwache urinierte der Angeklagte in das Polizeiauto und kommentierte dies mit „da steht ihr doch drauf, ihr Pisser“.

Bei der Blutentnahme durch einen Notarzt habe er von bis zu fünf Beamten fixiert werden müssen, wie ein Polizist im Zeugenstand aussagte. Auch neu dazugestoßene Beamte der Frühschicht sowie die Sanitäter und der Arzt wären dabei verbal angegriffen worden. Beim Angeklagten wurde eine Blutalkoholkonzentration von 2,05 Promille festgestellt, andere Drogen wurden nicht nachgewiesen.

Bei der Zeugenvernehmung konnten nur die Beamten belastbare Auskünfte geben. Der Angeklagte sowie seine 20- und 32-jährigen Begleiter gaben als Zeugen schwerwiegende Erinnerungslücken an. Der Angeklagte zeigte sich „reuig und einsichtig“, wie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sagte. Der Angeklagte selbst gab zum Schluss mit gesenktem Blick an: „Ich erkenne mich selbst nicht wieder. Es tut mir sehr leid.“

Richterin Hülshorst sagte in ihrer Urteilsbegründung: „Es gibt keinerlei Zweifel an den Zeugenaussagen der Polizisten, die anderen Zeugen konnten ja nicht viel beitragen. Die Tateinheit verschiedener Delikte kommt strafverschärfend hinzu.“

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