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„Rauchfreie Autos“ zum Schutz der Kinder gefordert

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Von: Karl-Hermann Völker

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Zum Schutz der Kinder: An der Kindertagesstätte Linnertor in Frankenberg warben zum Weltnichtrauchertag mit Parkscheiben und Plakaten für rauchfreie Autos (von links) die Kinder Vaiana und Anton, Pfarrer Hubertus Marpe vom Zweckverband der Kindertagesstätten im Kirchenkreis Eder, die Kita-Leiterinnen Ingrid Groß und Gerlinde Blechschmidt sowie Katharina Dankwort von der Fachstelle für Suchtprävention beim Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg.
Zum Schutz der Kinder: An der Kindertagesstätte Linnertor in Frankenberg warben zum Weltnichtrauchertag mit Parkscheiben und Plakaten für rauchfreie Autos (von links) die Kinder Vaiana und Anton, Pfarrer Hubertus Marpe vom Zweckverband der Kindertagesstätten im Kirchenkreis Eder, die Kita-Leiterinnen Ingrid Groß und Gerlinde Blechschmidt sowie Katharina Dankwort von der Fachstelle für Suchtprävention beim Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg. © Karl-Hermann Völker

Mit der Forderung „Rauchfreies Auto für mein Kind!“, aufgedruckt auf 12 000 Parkscheiben, rufen heute zum „Weltnichtrauchertag“ die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) und das landesweite Netzwerk der Fachstellen für Suchtprävention alle Verkehrsteilnehmer auf.

Waldeck-Frankenberg – Beteiligt an diesem Präventionsprojekt ist auch die Fachstelle Suchtprävention des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg, die in der Kindertagesstätte Linnertor in Frankenberg die ersten dieser Parkscheiben an Kita-Leiterinnen und Eltern zur Verteilung auslieferte.

„Passivrauchen im Auto ist für Kinder eine vermeidbare Gesundheitsgefahr. Deshalb starten wir Präventionsprojekte, die ein gesundes Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen fördern“, erklärte Katharina Dankwort, Fachstelle für Suchtprävention beim Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg.

„Uns ist es außerdem wichtig, dass Eltern dort die Informationen haben, wo sie sich im Alltag aufhalten, also auch im Auto – auf dem Weg zum Einkauf, beim Familienausflug am Wochenende oder zur Kita.“ Erfahrungen hätten gezeigt, dass auf den häufig genutzten Parkscheiben die Präventionsbotschaften gut platziert seien und immer wieder gelesen würden, so Dankwort.

Die Parkscheiben „Rauchfreies Auto für mein Kind!“ werden in allen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten an Eltern, Erziehende und Familien verteilt. In Waldeck-Frankenberg sollen in diesem Jahr die Parkscheiben über die Evangelischen Kindertagesstätten Linnertor und Schwalbennest in Frankenberg und die Evangelische Kindertagesstätte in Burgwald an die Eltern ausgegeben werden.

Ihre Leiterinnen Ingrid Groß, Gerlinde Blechschmidt, Diana Linsel sowie Pfarrer Hubertus Marpe als Geschäftsführer des Zweckverbandes Kindertagesstätten im Kirchenkreis Eder begrüßten diese Aktion zum Weltnichtrauchertag, weil sie seit Jahren schon Eltern über die Risiken von Passivrauchen für die ihnen anvertrauten Kinder informieren.

Bereits seit längerer Zeit wird diskutiert, ob in Deutschland das Rauchen im Auto verboten werden sollte. Zuletzt hat sich der Bundesrat im März 2022 erneut für ein Rauchverbot in geschlossenen Fahrzeugen ausgesprochen, wenn Minderjährige oder Schwangere anwesend sind. Nach Schätzungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sind in Deutschland über eine Million Kinder und Jugendliche von einer Tabakrauchbelastung im Auto betroffen.

„Schon wenige Züge an einer Zigarette im Auto erhöhen die Feinstaubbelastung im Innenraum enorm. Selbst bei einer Fahrt mit geöffnetem Fenster sammelt sich im Auto so viel Tabakrauch wie in einer Raucherkneipe“, heißt es in einer Pressemitteilung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. Dies könne unter anderem zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen und zu akuter und chronischer Mittelohrentzündung führen. Bei Babys gehöre das Passivrauchen zudem zu den Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod.

„Tabakqualm ist die gefährlichste und zugleich bedeutendste vermeidbare Gesundheitsgefahr für Kinder“, sagen die Suchtberater. Da Kinder schneller atmen, nähmen sie automatisch mehr Schadstoffe auf, was eine langfristige Schädigung nicht ausschließe. Die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zum Schutz von Kindern vor Passivrauch im Auto ist groß: 87 Prozent stimmen einem Rauchverbot im Auto in Anwesenheit von Kindern und Jugendlichen zu. Mit 78 Prozent ist auch unter Rauchenden die Zustimmung zu einem solchen Verbot hoch.

Fachstelle für Suchtprävention

Die Fachstelle Suchtprävention des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg ist im Landkreis Waldeck-Frankenberg Anlaufstelle für alle Fragen der Suchtvorbeugung. Schwerpunkte der Arbeit sind Fachberatung, Netzwerkarbeit und Fortbildung von Multiplikatoren sowie die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Eltern im Rahmen evaluierter Programme. Die Diplom-Sozialpädagoginnen Ulrike Ritter und Katharina Dankwort sind in vielfältigen Präventionsansätzen und -programmen geschult. Zu erreichen ist die Fachstelle Suchtprävention, Prof.-Bier-Straße 9, 34497 Korbach, unter Tel.: 0 56 31/5 02 91 10. 

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