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Regen lässt Pilze auch im Burgwald sprießen

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Von: Frank Seumer

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Bei der Pilzexkursion der NABU/Naturschutzjugend Frankenberg entdeckten die Sammler eine große Pilz-Vielfalt im Burgwald.
Bei der Pilzexkursion der NABU/Naturschutzjugend Frankenberg entdeckten die Sammler eine große Pilz-Vielfalt im Burgwald. © Frank Seumer

Nach langer Trockenheit hat der Regen der vergangenen Wochen die Pilze wieder sprießen lassen. Fast 20 Interessierte nahmen an der Pilzexkursion der Frankenberger NABU/Naturschutzjugend mit dem Pilzsachverständigen Dr. Ekkehard Tippmann teil.

Frankenberg - Ziel war der Burgwald in der Nähe des Nemphetales. In kleinen Gruppen gingen die Pilzfreunde, ausgerüstet mit Körben oder Stoffbeuteln, auf die Suche links und rechts entlang der Wege. Schnell fanden sie prächtige Steinpilze, gelbe Goldröhrlinge oder duftende Anischampignons. An vielen Stellen wachsen derzeit Parasolpilze, während die schwammartige Krause Glucke zu den Raritäten gehört.

Zum Abschluss der Exkursion erklärte Dr. Tippmann alle Pilzarten, ordnete sie in Gruppen und gab Tipps für die Verwendung in der Küche. Ob getrocknet, gebraten oder gekocht – Pilze seien ein schmackhaftes Naturprodukt, das fast das ganze Jahr verfügbar sei. Dr. Tippmann ging auch auf die Symbiose der Pilze im Boden mit verschiedenen Pflanzenarten ein. Während das Pilzmyzel unterirdisch im Boden existiert, sind oberhalb nur die Früchte häufig in „Hexenringen“ zu sehen. Der Frankenberger Experte verwies auf die weiterhin bestehende radioaktive Belastung von Pilzen und bot seine Hilfe bei der Bestimmung der Pilze an.

Riesen-Boviste im Goldbachtal

Mehrere Riesen-Boviste haben Mitglieder der Frankenberger NABU/Naturschutzjugend am Wochenende im Wangershäuser Goldbachtal entdeckt. Die Pilze mit einem Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern gehören zur Familie der Champignonverwandten und sind laut dem Frankenberger Pilzsachverständigen Dr. Ekkehard Tippmann relativ selten.

Gleich mehrere Riesen-Boviste fanden Mitglieder der Naturschutzjugend am Rande einer Viehweide. Poorya Doostinejad zeígt hier das zweitgrößte Exemplar.
Gleich mehrere Riesen-Boviste fanden Mitglieder der Naturschutzjugend am Rande einer Viehweide. Poorya Doostinejad zeígt hier das zweitgrößte Exemplar. © Seumer, Frank

Von Weitem sieht der Riesenbovist aus wie ein großer Schaumball. Er besitzt keinen Stil, seine Haut ist lederartig. Im jungen Stadium sind Bovisten schneeweiß, später werden sie grüngelblich oder olivbraun und verteilen ihre mehrere Billionen Sporen in Form von Staub.

„Den Pilz kann man essen, erst schälen, dann in Scheiben schneiden und wie ein Schnitzel in der Pfanne braten“, warb Dr. Tippmann für den Verzehr der Riesen-Bovisten. Die jungen Pilze besitzen durchgängig weißes Fleisch ohne Lamellenansätze.  

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