„Ein Querdenker im positiven Sinn“

Frankenberger Regenbogenschule: Leiter Dr. Martin Mengel verabschiedet

Unterm Regenbogen-Bild: Rektor Dr. Martin Mengel (2. von links) geht in den Ruhestand. Hier mit (von links) Nachfolger Marco Scheithauer, Dezernent Henrik Neumann und Jörg Langheld vom Schulamt.
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Unterm Regenbogen: Rektor Dr. Martin Mengel (2. von links) geht in den Ruhestand. Hier mit (von links) Nachfolger Marco Scheithauer, Dezernent Henrik Neumann und Jörg Langheld vom Schulamt.

Er hat die Einschulung unzähliger Erstklässler begleitet – jetzt ist der Schulleiter der Frankenberger Regenbogenschule, Dr. Martin Mengel, selbst „ausgeschult“ worden.

So drückte es Jörg Langheld vom Staatlichen Schulamt bei der feierlichen Verabschiedung in der Schulaula aus. Moderiert wurde die Feier von Konrektorin Elke Becker und Marco Scheithauer, der die Nachfolge des scheidenden Rektors antreten wird.

„Jeder, der Herrn Mengel kennt, weiß, wie schwer es ihm heute fällt, nur zuzuschauen und nicht selbst seine Abschiedsfeier zu moderieren“, sagte Scheithauer.

„Mit der heutigen Verabschiedung geht auch eine Ära Mengel zu Ende“, sagte Langheld und verwies darauf, dass Mengel über drei Jahrzehnte als Schulleiter gewirkt hat, davon allein mehr als 23 Jahre an der Regenbogenschule in Frankenberg. „Auf Ihre Gedanken und Wünsche und auch auf die von Ihnen geäußerte konstruktive Kritik haben wir immer sehr großen Wert gelegt“, betonte Langheld, der Mengel als „begnadeten Querflötenspieler und echten Querdenker im positiven Sinne“ bezeichnete. Mengel sei ein sympathischer, gebildeter Wegbegleiter, der die Dinge stets hinterfragt habe.

„Querdenker haben es nicht immer leicht. Aber ohne Querdenker wie sie gäbe es auch keinen Fortschritt“, betonte Langheld und ergänzte: „Gerade auch für Unterricht und Erziehung waren Sie ein wertvolles Gut. Wir verlieren mit Ihnen ein hohes Maß an pädagogischer Kompetenz.“ Auch Schuldezernent Henrik Neumann dankte Mengel, dass er die Schule vorangebracht habe.

Unter dem Motto „ein Bild sagt mehr als Tausend Worte“ hatte Jörg Langhut die Lebensstationen des scheidenden Rektors in einem Film zusammengefasst. Obwohl er Dr. Martin Mengel sechs Jahre lang als zuständiger Dezernent begleitet habe und ihn seit etlichen Jahren kenne, sei es sehr schwer gewesen, etwas über seine Gewohnheiten und Vorlieben in Erfahrung zu bringen, sagte Langheld. „Bei drei Fragen an Menschen aus seinem Umfeld bekam ich jeweils sechs verschiedene Antworten“, verriet Langheld.

Alle Informationen zusammen hätten schließlich eine Mischung aus „Barfuß oder Lackschuh – Sekt oder Selters“ ergeben. So erfuhren die Gäste, dass Mengel nicht nur „Dick und Doof“ und alte Hitchcock-Filme liebt, sondern auch Science-Fiction nicht abgeneigt ist. Dass neben Musik von Bach, Mozart oder Opern von Wagner, auch „We will rock you“ von Queen zu seinen Lieblingsstücken gehört.

Die Abschiedsfeier wurde allerdings in erster Linie von klassischer Musik umrahmt – vorgetragen von ehemaligen Schülern und auch von Mengel und seiner Familie selbst, der statt „vieler Worte“ Musik sprechen lassen wollte.

Es sei ihm immer wichtig gewesen, „helfend und liebend zu begleiten und zu führen“, sagte der 66-Jährige.

Schulpfarrer Reinhold Schott segnete Mengel auf dessen Wunsch zum Eintritt in den Ruhestand. Dass Kollegium überraschte ihn mit einem Lied und ließ zum Abschied Tauben aufsteigen.

Zur Person

Dr. Martin Mengel, 1954 in Röddenau geboren, machte Abitur an der Frankenberger Edertalschule und studierte in Marburg, Paris und Berlin Geisteswissenschaft und Musik. Schon während seiner Studien arbeitete er als Musiktherapeut, danach als Lehrer, bevor er 1996 die Leitung der Regenbogenschule übernahm. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Rosenthal.

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