Kitz starb im Mutterleib

Tierdrama bei Röddenau: Drei Rehe getötet - darunter trächtige Ricke

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Friedliche Koexistenz von Rehen, Schwänen und Besuchern eines Fußballspiels in der Ederaue bei Röddenau: Drei tote Rehe am Straßenrand trübten diese Idylle im Kreis Waldeck-Frankenberg.

Röddenau. Zwei Rehe sind offenbar bei Röddenau angefahren und getötet worden. Eine verstorbene Ricke war trächtig, das Kitz starb im Mutterleib.

Rehe sind meist scheue Waldbewohner. Am ersten Ostertag wurden jedoch elf Rehe in der Ederaue bei Röddenau im freien Feld bei einem kurzen Stopp an der B253 gesichtet – Feldrehe, die sich Tag und Nacht im offenen Feld aufhalten. Sie suchen dabei Flächen, die allseits fern von menschlichen Aktivitäten sind. Solche Feldrehe sind, wenn auch ein Förster von weiteren 21 Feldrehen im oberen Edertal berichtete, im Raum Frankenberg die Ausnahme.

Rehe und Höckerschwäne

Als am zweiten Ostertag Belegfotos von den äsenden Feldrehen bei Röddenau von der Bundesstraße aus gemacht wurden, dokumentierten die Bilder eine Koexistenz in der Aue von den Rehen, dahinter von zehn äsenden Höckerschwänen und weit hinten noch von Besucherautos eines Fußballspieles.

Kitz starb im Leib der Mutter

Doch die Idylle war nur Schein: Dort, wo der Fotograf angehalten hatte, lag ein toter Rehbock mit einem Spießergehörn in Bast dicht neben der viel befahrenen Straße am Rain. Etwa 20 Meter weiter wurde der leblose Körper einer Ricke, nur wenige Schritte von der Fahrbahn entfernt, bemerkt.

Bei genauerem Hinsehen fielen zwei größere Ausbeulungen am Bauch der Ricke auf. Es waren eindeutig Konturen eines ebenfalls bei dem Unfall im Mutterleib umgekommenen Rehkitzes. Dieses wäre vermutlich im Mai zur Welt gekommen. Beide Rehe zeigten äußerlich keinerlei Verletzungen.

Da die bei diesem Unfall umgekommenen Rehe einen Tag zuvor noch nicht dort lagen, muss angenommen werden, dass sie in der Nacht zu Ostermontag auf dem Weg zu den Feldrehen von mindestens einem Auto erfasst und getötet wurden.

Jagdaufseher informiert

Der zuständige Jagdaufseher wurde noch am Ostermontag informiert und gebeten, sich um die Bergung der toten Tiere zu kümmern. Die bei dem Unfall getöteten Rehe – der Bock, die Ricke und das Rehkitz im Mutterleib – werden in der Jagdstatistik als „Fallwild” erscheinen. Ob das Unfallauto beschädigt wurde, ist nicht bekannt.

Eine Nachfrage bei der Frankenberger Polizei brachte am Mittwochnachmittag keine sicheren Erkenntnisse. In der Nacht zu Ostermontag hatten die Beamten allein zehn Wildunfälle aufgenommen. Einer davon ereignete sich gegen 2.30 Uhr zwischen Röddenau und Haine – möglicherweise wurden dabei die drei Rehe getötet. (zqa)

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