Simulationstraining im Schockraum

Kreiskrankenhaus in Frankenberg frischt Abläufe bei Notfallversorgung auf

Im Schockraum muss jeder Handgriff sitzen. Hier proben Mitarbeitende des Kreiskrankenhauses den Ernstfall bei einer Simulationsübung im Schockraum der Notaufnahme.
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Im Schockraum muss jeder Handgriff sitzen. Hier proben Mitarbeitende des Kreiskrankenhauses den Ernstfall bei einer Simulationsübung im Schockraum der Notaufnahme.

„Wir haben hier Herrn Müller, der von einem Pferd gestürzt ist, mit Helm aber keine weiteren Projektoren, Kopf und Oberkörper haben keine Probleme, vor Anlage der Beckenschlinge hatte der Patient ein Hämatom und Druckschmerz im Beckenbereich, während des Transports beginnendes Kribbelgefühl in den Füßen, Schmerzangabe der LWK1. Sonst keine Allergien, keine Medikamente, Patient hat vor dem Sturz eine Currywurst mit Pommes gegessen, hat von uns eine Infusion bekommen.“

Frankenberg – Mit diesen kurzen und knappen Angaben wird der vermeintliche Patient nach seinem Reitunfall von den Ersthelfern an das Notfallteam im Kreiskrankenhaus übergeben. Sobald dieser von der Transportliege des Rettungswagens auf die Trage im Schockraum umgelagert wurde, beginnt die weitere Versorgung, Untersuchung, Diagnostik, Stabilisierung und Behandlung durch das Ärzteteam im Schockraum der Notaufnahme im Kreiskrankenhaus.

All dies ist Teil des Simulationstrainings für Unfall-Szenarien, welches das Kreiskrankenhaus regelmäßig für seine Mitarbeiter aus den Bereichen Notaufnahmen, Anästhesie, Chirurgie, Notfallambulanz, Röntgenabteilung und Labor durchführt. Eine regelmäßige Auffrischung der Abläufe und Vorgehen im Schockraum sind für alle wichtig.

Geübt wird an einer Puppe, die sehr exakt den menschlichen Körper und seine medizinischen Merkmale imitiert. Sie atmet, hat einen Herzschlag, Pupillenreflex, zeigt je nach Fall bzw. Programmierung Symptome und reagiert auf jede Art von Behandlung durch die Ärzte.

Ziel beim Simulationstraining ist es, Schwächen oder Unsicherheiten bei der Einhaltung der Checklisten und Methoden sowie der Kommunikation untereinander aufzudecken und dessen bewusst zu werden. Auch wenn im realen Arbeitsalltag in einer Notaufnahme diese Situationen häufig vorkommen, jedes Mal ist es eine stressvolle Situation, in der jeder Handgriff sitzen sowie jede Entscheidung schnell und sicher getroffen werden muss.

Nach der Fallsimulation wird zusammen mit den Leitern und Trainern des Simulationszentrums Mittelhessen das Szenario, Reaktionen und Handlungen besprochen. Wichtig dabei ist, immer wieder klarzustellen, wer in einem solchen Notfall der Teamleiter ist, der alle Checklisten und Methoden abarbeitet, Fakten, Werte und Ergebnisse aus Labor und anderen Untersuchungen sammelt und an das gesamte Team weitergibt. Wichtig ist ebenfalls, dass er den Informationsfluss am Laufen hält, zielgerichtet kommuniziert, Rückmeldungen bzw. Bestätigungen einholt.

Wie so oft ist auch in dieser Situation die Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg.    

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