Neue Serie "Schule aus und was dann?"

Rengershäuserin leistete Freiwilligendienst auf Gran Canaria

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Erkundete ihre Heimat auf Zeit ausführlich: Ronja Lesiw aus Rengershausen leistete auf Gran Canaria Internationalen Freiwilligendienst. Hier ist sie mit Freunden auf dem Weg zu ihrem Lieblingsstrand Güigüi, den man nicht mit dem Auto erreichen kann.

Rengershausen. Nach der Schule kein Studium oder eine Ausbildung? In unserer Serie stellen wir Programme wie FÖJ, Bufdi und Au Pair vor. Teil 1: Internationaler Freiwilligendienst.

Es war der Sommer 2015, als sich die frischgebackene Abiturientin Ronja Lesiw aus Rengershausen aufmachte, die Welt zu erkunden und ihr Herz an die spanische Insel Gran Canaria verlor. Dort hat sie ein Jahr im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes an einer Schule gearbeitet.

„Seit der 9. Klasse hatte ich den Wunsch, ins Ausland zu gehen, die Zeit nach dem Abitur ist dazu perfekt“, sagt die 20-Jährige. Ihre Wahl sei auf den Freiwilligendienst gefallen, da er ihr - anders als Au Pair oder Work & Travel - die Möglichkeit gab, eigenständig zu wohnen und einen festen Job zu haben. Schwieriger war die Frage, in welches Land die Reise gehen sollte.

Bei der Entscheidung half ihr der Internationale Bund (IB) in Kassel. „Beworben habe ich mich im April 2015. Kurz danach war ich auf einem Kennenlernseminar und habe mir die ersten Jobstellen angeschaut, die mich interessieren könnten.“ Zuerst habe sie nach Indien gewollt, mit Hilfe der Mitarbeiter des IB sei sie jedoch auf eine passende Stelle auf dem afrikanischen Kontinent aufmerksam geworden. Doch nach Gesprächen mit Familie und Freunden habe sie sich für Europa entschieden. Warm sollte es an ihrem Ziel aber doch sein. Mit Unterstützung der IB-Mitarbeiter fiel ihre Wahl daher auf Gran Canaria.

Dort hat sie an einer Deutschen Schule an der Rezeption gearbeitet. „Die Arbeit hat mir Spaß gemacht, weil sie auf Deutsch und Spanisch war, allerdings war es auch sehr anstrengend.“ Jeden Tag habe sie von 7.45 bis 15.35 Uhr gearbeitet. Ein bisschen neidisch sei sie auf die vielen Austausch-Studenten auf der Insel und ihre Freizeit gewesen.

Nach der Schule habe sie manchmal noch Baby gesittet, um sich etwas dazu zu verdienen. „Denn die Lebenshaltungskosten sind höher als in Deutschland.“ Gewohnt habe sie in einer Wohngemeinschaft mit einer anderen Deutschen in Las Palmas. Heimweh hatte sie keines gehabt. Denn: „Hier war immer etwas los, und ich hatte nie Langweile.“ Auch weil sie ein zeitintensives und erfüllendes Hobby im Surfen gefunden hat.

Sie ist stolz auf ihre Entscheidung, nach dem Abi ins Ausland zu gehen. „Der Freiwilligendienst hat mich sehr beeinflusst, weil ich Blut geleckt habe was das Reisen angeht und noch so viele Orte auf der Welt sehen will.“ Das nächste Ziel: Südamerika. Denn die kanarische Kultur sei der südamerikanischen sehr ähnlich.

Außerdem sei sie an der Herausforderungen gewachsen, mit 19 Jahren in einem Land selbstständig gewohnt zu haben, dessen Sprache sie zu Beginn nicht einmal gesprochen habe. „Die Insel, Menschen und das Flair haben mich so gepackt, dass ich mich entschied, noch ein Jahr auf Gran Canaria zu verbringen“. Diesmal als Au Pair.

Internationaler Freiwilligendienst im Überblick

Der IJFD ist ein vom Bundesfamilienministerium geförderter, pädagogisch begleiteter Lern- und Bildungsdienst, bei dem Jugendliche sich im Ausland in sozialen Projekten engagieren.

Anbieter: 130 akkreditierte Träger. Einer davon ist der Internationale Bund Kassel (IB). Die vollständige Liste hier.

Voraussetzungen: Alter zwischen 18 Jahren und 26 Jahren. In Einzelfällen ist aber auch die Entsendung Minderjähriger möglich.

Bewerbung: Zwölf bis sechs Monate vor der geplanten Abreise.

Dauer:  In der Regel zwölf Monate.

Kosten:  Der Träger erhält für die Vorbereitung, Betreuung und Nachbereitung der Freiwilligen Zuschüsse vom Staat von 350 Euro. Die reichen aber meist nicht aus, um die gesamten Kosten des Einsatzes der Freiwilligen zu decken. Die meisten Träger bitten daher die Freiwilligen, sich an den Kosten zu beteiligen. Die Höhe unterscheidet sich je nach Träger. Beim IB Kassel sind es 2800 Euro.

Kindergeldanspruch: Ja. 

Leistungen des Programms: Begleitende Seminare (25 Tage bei zwölf-monatigem Aufenthalt), Versicherungen während des Auslandsaufenthaltes, Urlaubstage (mindestens 20 Tage in zwölf Monaten), Bescheinigung des Auslandsdienstes.

Neben diesem vom Ministerium vorgeschriebenen Leistungen zahlen viele Träger ein Taschengeld. Beim IB sind es 100 Euro im Monat. Hinzu kommen mitunter kostenlose Verpflegung und Unterkunft, eine Reisekostenzuschuss und ein Taschengeld vom Projekt-Träger.

Weitere Infos: www.ijfd-info.de

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