Jahresabschluss in Burgwaldkaserne

Reservisten ließen sich in Frankenberg für Knochenmarkspende typisieren

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Machten bei der Typisierungsaktion mit: Die Reservisten der RSU-Kompanie Nordhessen ließen sich während ihres Jahresabschlusstreffens in der Burgwaldkaserne für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei registrieren.  

Frankenberg. „Mund auf gegen Blutkrebs“ lautete die Anweisung für Reservisten, die in der Frankenberger Burgwaldkaserne zum Jahresabschlusstreffen zusammengekommen waren.

Dabei handelte es sich in dem Fall aber nicht um einen militärischen Befehl eines Dienstvorgesetzten - die ehrenamtlichen Soldaten beteiligten sich freiwillig an der Typisierungsaktion zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Die Gruppe junger Männer gehört der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU) Nordhessen an, einem Bindeglied zwischen Bundeswehr und Gesellschaft.

Die Registrierung für die Spenderdatei dauerte nur wenige Minuten: Unter Anleitung von Leutnant Benedikt Krämer, der die Aktion initiiert hatte, strichen die Reservisten mit einem präparierten Wattestäbchen jeweils eine Minute lang über beide Seiten der Wangenschleimhaut, füllten eine Einverständniserklärung aus und tüteten ihre abgegebenen Proben in einen mitgelieferten Umschlag ein, der an die DKMS zurückging.

Obwohl es angesichts des eher ungewöhnlichen Anblicks – zehn uniformierte Reservisten, die sich, in einer Reihe nebeneinanderstehend, kräftig in der Mundhöhle herumschabten – zu einigen flapsigen Bemerkungen kam, waren die Teilnehmer aber ernsthaft bei der Sache. „Die haben die Aktion alle begrüßt und sagten, das würden sie gerne unterstützen“, sagte Benedikt Krämer gegenüber der HNA. 

Der aus Allendorf/Eder stammende Leutnant hatte die Idee zu der in Eigenregie durchgeführten Typisierungsaktion. Das benötigte Material habe ihm die DKMS, die sich zum größten Teil aus Spenden finanziere, kostenfrei zur Verfügung gestellt, erklärt Krämer. „Das Material kann auch jede Privatperson bei der DKMS anfordern“. „Ich habe mich schon vor einem halben Jahr registrieren lassen“, sagte Krämer weiter. Er habe sich gedacht, dass diese Typisierungsaktion auch mal eine gute Sache für den Jahresabschluss der Reservistenkompanie wäre.

„Erfreulicherweise“ hätten sich dann auch zehn der rund 60 Teilnehmer spontan bereit erklärt mitzumachen. Die Mitarbeiter der Knochenmarkspenderdatei hätten ihm nämlich vorab mitgeteilt, dass erfahrungsgemäß lediglich fünf oder sechs bei dieser Gruppenstärke mitmachen würden.

Das Jahresabschlusstreffen mit Schießübungen fände regelmäßig in der Burgwaldkaserne statt, sagte Krämer gegenüber der HNA. Auch auf dem Hessentag seien die RSU-Kompanien immer vertreten.

Hintergrund: RSU-Kompanien

Die beiden RSU-Kompanien „Nordhessen“ und „Südhessen“ sind Elemente der Territorialen Reserve der Bundeswehr und unterstützen die Streitkräfte bei Wach- und Sicherungsaufgaben von Liegenschaften, Anlagen und Einrichtungen der Bundeswehr in Hessen. Darüber hinaus können die ehrenamtlichen RSU-Kräfte im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit zu einer unterstützenden Hilfeleistung im Katastrophenfall herangezogen werden. Unterstellt sind sie dem Landeskommando Hessen. 

Kontakt: Organisationsfeldwebel RSU-Kompanie „Nordhessen“, Burgwaldkaserne, Telefon: 06451/740-567, E-mail: LKdoHERSUKpNordhessen@Bundeswehr.org

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