In der Schule war er noch "jung, faul und dumm“

Dodenhäuser ist bester Fertigungsmechaniker-Azubi Deutschlands

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Probleme erkennen, Lösungen finden: Nach seiner Ausbildung bei Hettich studiert Robin Matzik nun Maschinenbau. Die Schrift auf der Tafel im Foto haben wir auf Wunsch der Firma Hettich unkenntlich gemacht, um keine Firmeninterna preis zu geben.

Frankenberg. Wer sich mit Robin Matzik aus Dodenhausen unterhält, dem fällt es schwer zu glauben, dass er erst 20 Jahre alt ist.

Der Maschinenbau-Student strahlt eine natürliche, unaufgeregte Seriosität aus. Dank seiner Zielstrebigkeit, Genauigkeit und großen Interesses für technische Abläufe war er im Jahrgang 2015/16 der beste Fertigungsmechaniker-Azubi in ganz Deutschland. Gelernt hat er bei der Firma Hettich in Frankenberg.

„Später mal Ingenieur zu werden, war schon als Kind mein Ziel. Eigene Ideen praktisch umzusetzen, hat mir immer Spaß gemacht“, erzählt Matzik. Ein Schülerpraktikum bei Hettich begeisterte ihn endgültig für Technik, deswegen wechselte er nach der 9. Klasse vom Gymnasium zur Fachoberschule. „Da war ich aber noch jung, faul und dumm“, sagt Matzik und grinst verhalten. Im Fachabitur hätten viele Fächer eben noch nicht so viel mit dem späteren Berufsalltag zu tun.

In der Ausbildung wurde es handfester: Bei Hettich werden Scharniere und Dämpfungssysteme für die Möbelbranche hergestellt. Nun blühte der junge Mann auf. „Herr Matzik war vom ersten Tag an super auf Zack. Man hat schnell gemerkt, dass das hier genau sein Metier ist“, erinnert sich Ausbildungsleiter Volker Bornscheuer. Und nur wenn die Motivation stimme, könne man auch Top-Leistungen bringen.

Nachdem Matzik seine Ausbildung wegen seiner hervorragenden Noten (1,0 im Zeugnis, 97 Prozent in der IHK-Prüfung) im Januar bereits ein halbes Jahr früher abschloss, fing er bei Hettich im Schichtbetrieb an. „Das war eine wichtige und gute Erfahrung, aber mein ganzes Leben möchte ich das nicht machen. Ich will weiter.“

Der nächste Schritt war schnell klar: Ein duales Maschinenbaustudium, mit dem praktischen Teil bei Hettich, denn hier kennt er sich aus. Eine Großstadt sei nicht infrage gekommen, sagt Matzik, der später mal ein Häuschen in der Heimat bauen möchte. Bei einem normalen Studium hätte er zwar mehr Freizeit, aber die scheint der Dodenhäuser gar nicht nötig zu haben. Wenn er den Bachelor in der Regelstudienzeit abschließt, ist er schon mit 23 Jahren Ingenieur.

Bei Hettich wird er dann dafür verantwortlich sein, Produktionsprozesse weiter zu verbessern und Kosten zu sparen. Struktur, Sorgfalt und gute Planung sind dabei essenziell - der Job passt also bestens zu Matziks Charakter.

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