Kosten steigen auf 8,6 Millionen Euro

Sanierung der Ederberglandhalle in Frankenberg wird teurer

Sanierung Ederberghalle Frankenberg, Bürgermeister Rüdiger Heß (links) und Projektleiter Gerhard Helminiak
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Mitten in der Baustelle: Bürgermeister Rüdiger Heß (links) und Projektleiter Gerhard Helminiak.

Die Sanierung der Ederberglandhalle in Frankenberg wird teurer als geplant. Ursprünglich war mit 5,5 Millionen Euro gerechnet worden, diese Summe war bereits auf 7,6 Millionen gestiegen. „Wir werden nochmal auf 8,6 bis 8,9 Millionen erhöhen müssen“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß.

Frankenberg – Es gibt noch viel zu tun in der Ederberglandhalle. Böden, Decken und Wände sind im Rohbau, Kabel hängen von den Decken, Leitungen ragen aus den Wänden. Bürgermeister Rüdiger Heß ist trotzdem optimistisch, dass die sanierte Halle im kommenden Frühjahr eröffnet werden kann. Er spricht schon von der „Endphase“.

Seit einem Jahr wird die Ederberglandhalle saniert. Geplant war, dass sie Ende 2021 fertig ist. Aber die Stadt als Bauherr hat in den vergangenen Monaten erlebt, dass man auf so einer Großbaustelle immer mit Rückschlägen rechnen muss – besonders in Corona-Zeiten. „Es war pandemiebedingt schwierig, bestimmte Materialien und Unternehmen zu bekommen. Wir mussten manches neu ausschreiben“, berichtet Heß bei einer Baustellenbesichtigung. Aggregate für die Lüftungsanlage hätten beispielsweise 40 Wochen Lieferzeit. Damit sie später noch eingebaut werden können, sind an zwei Wänden in der Halle große Öffnungen ausgespart.

Die Ederberghalle in Frankenberg wird seit einem Jahr saniert. Auch das Restaurant „El Toro“ wird umgebaut und modernisiert.

Ungeplant war auch, dass der Fußboden im Keller raus muss. Dort gab es einen Wasserschaden, berichtet Projektleiter Gerhard Helminiak vom Bauamt der Stadt. Und die Sanierung wurde um die Gaststätte nebenan erweitert, was anfangs nicht geplant war. Das „El Toro“ ist derzeit ebenfalls Rohbau, die neue Inneneinrichtung sei jetzt Sache des Betreibers, sagt Heß.

Garderobe wird zur Lounge

„Man sieht schon, dass einiges anders wird“, sagt der Bürgermeister. Der Eingangsbereich bekommt eine Glaskonstruktion, der Saal mehr Licht und eine bessere Akustik. „Wir bringen das auf den Stand von heute.“ Das gilt auch für Elektrik, Lüftung und Bühnentechnik. Die Fußbodenheizung ist in einigen Räumen schon eingebaut, die Toiletten werden erneuert, die Garderobe wird zur Lounge umgebaut, in der Halle entsteht ein Bar-Bereich.

Die neue Lüftungsanlage ist zum Teil schon eingebaut, für fehlende Aggregate wurden Öffnungen gelassen.

Die energetische Sanierung ist größtenteils schon erledigt, die Halle wurde von innen gedämmt, Fenster und Türen ausgetauscht. Damit ist auch das typische Grün der Halle an den Rahmen verschwunden.

Im Saal wird es auch künftig noch Platz für 750 Stühle geben. Und man kann den Saal weiterhin in drei Räume trennen. Die Empore über dem Saaleingang wird es aber nicht mehr geben, sie ist bereits abgebaut. Auch der Durchgang vom Restaurant zur Halle ist verschwunden. Das „El Toro“ bekommt deshalb zusätzlich zu den Toiletten im Keller eine Behindertentoilette.

15 Firmen arbeiten gleichzeitig

Derzeit arbeiteten 15 Firmen gleichzeitig in der Halle, sagt Helminiak, insgesamt seien es 30 Gewerke. „Wir stellen die Halle einmal auf den Kopf, damit sie den Anforderungen von heute entspricht. Das war dringend erforderlich“, sagt Heß.

Das betrifft nicht nur die 1866 Quadratmeter im Erdgeschoss, sondern auch den Keller, der nochmal 1180 Quadratmeter hat. Auch dort werden alle Räume saniert, einige auch umgebaut. Die Kegelbahn wurde abgebaut. „Der Trend ist vorbei“, sagt der Bürgermeister. Im Keller sind vier zusätzliche Sitzungs- und Konferenzräume entstanden, außerdem mehr Lagerraum für die Halle und das Restaurant, was dringend nötig gewesen sei, sagt Gerhard Helminiak.

„Wir stellen die Halle einmal auf den Kopf, damit sie den Anforderungen von heute entspricht. Das war dringend erforderlich.“

Bürgermeister Rüdiger Heß

Durch zusätzliche Arbeiten, pandemiebedingte Verzögerungen und allgemeine Preissteigerungen erhöhen sich die Kosten der Sanierung von den zuletzt kalkulierten 7,6 Millionen Euro nochmals auf 8,6 bis 8,9 Millionen Euro, sagt der Bürgermeister und nennt ein Beispiel: Die absenkbare Vorbühne entspreche nicht mehr den Tüv-Anforderungen. Das koste allein 235 000 Euro. „Die Stadt hat in den 30 Jahren immer wieder was an der Halle gemacht. Wenn man aber für eine grundlegende Sanierung einen Bauantrag stellt, wird vieles neu bewertet.“

Die Bühne bekommt mehr Licht und eine neue Technik. Auch die absenkbare Vorbühne wird erneuert.

Die Stadt rechnet für die Sanierung mit Fördergeldern von 1,7 Millionen Euro. Abriss und Neubau der Halle hätten mehr als 20 Millionen Euro gekostet, schätzt Heß.

Er freut sich schon auf die Wiedereröffnung. „Wir merken, dass uns die Halle fehlt – auch das Restaurant.“ Die Stadt arbeite auch bereits daran, neue Nutzer – zum Beispiel für Tagungen – zu gewinnen. „Wir wollen die Ederberglandhalle wieder neu beleben.“

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