Die Kosten belaufen sich auf 2,9 Millionen Euro

Sanierung der Fußgängerzone in Frankenberg hat begonnen

Provisorischer Asphalt: Um das bereits verlegte neue Pflaster am Eingang der Fußgängerzone vor den Baufahrzeugen zu schützen, wurde es asphaltiert. Foto:  Paulus

Frankenberg. In dieser Woche hat die Sanierung der Frankenberger Fußgängerzone offiziell begonnen. Kosten: rund 2,9 Millionen Euro.

Auch wenn es zum offiziellen Startschuss der Sanierung der Frankenberger Fußgängerzone regnete, soll bald wieder die Sonne scheinen für die optisch derzeit nicht gerade ansprechende Einkaufsstraße. Und Bürgermeister Rüdiger Heß machte in seiner Ansprache deutlich, dass er sich von der 2,9 Millionen Euro teuren Umgestaltung viel verspricht: „Die Fußgängerzone wird ein Schmuckstück“, sagte er beim Pressetermin am Dienstag.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Bauarbeiten:

Was sind die Probleme in der Fußgängerzone? 

Die Stadtverwaltung nennt einige Punkte:

• schlechter Zustand von Pflaster und Entwässerung

• wenig attraktiver öffentlicher Raum; ungepflegt und überfrachtet

• fehlende Barrierefreiheit

• wenig Grün, unattraktive Möblierung und Beleuchtung

• wenig Außengastronomie, kaum Sitzgelegenheiten

• zunehmende Leerstände - nach einer Zählung der HNA sind es aktuell 17 leerstehende Ladenlokale.

Was wird gemacht in der Fußgängerzone? 

Die Fußgängerzone bekommt vor allem ein neues Straßenpflaster. kleine Steine an den Häusern; große Platten in einem Mittelstreifen mit Bäumen, Bänken und den Intarsien der Stadtteile (Einlegemotive); links und rechts davon Fußgängerstreifen mit kleineren Platten.

„Die Sanierung bedeutet aber nicht nur einen neuen Belag“, betonte Bürgermeister Rüdiger Heß. „Es geht darum, die Stadt zu beleben.“ Heß setzt dabei auf die Mitarbeit der Kaufleute und der Hauseigentümer. Und das Stadtparlament werde demnächst eine neue Gestaltungssatzung beschließen, die festlege, wie die Fußgängerzone mit Möbeln, Schirmen und anderem gestaltet werden darf, um ein einheitliches Bild zu erreichen.

Wie sieht der Zeitplan der Bauarbeiten aus? 

Die Arbeiten haben am Montag begonnen und sollen Ende November beendet sein. Die Baufirma Wachenfeld aus Korbach, die in den vergangenen Monaten mit EGF und Abwasserwerk bereits den Tiefbau für Kanal, Wasser und Strom in der Straße gemacht hat, wird in zwei Kolonnen ab dem Iller-Platz das neue Pflaster verlegen: ab jetzt in Richtung Thonet-Platz, ab Mitte April nach oben in Richtung Bergstraße. Die Arbeiten sollen immer in Abschnitten von etwa 50 Metern erfolgen, um die Beeinträchtigungen für Kunden und Anlieger so gering wie möglich zu halten, erklärte Bauamtsleiter Karsten Dittmar. „Bäume und Mobiliar kommen später.“

Wer übernimmt die Kosten für die Sanierung?

Für die 2,9 Millionen Euro gibt es eine Förderung von Land und Bund in Höhe von 1,7 Millionen Euro, die Stadt zahlt 700 000 Euro, die Anlieger 500 000. Bürgermeister Heß dankte den heimischen Landtagsabgeordneten, die sich in Wiesbaden darum bemüht hätten, dass die Stadt nachträglich in das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ aufgenommen wurde. Für 2017 hofft er auf eine weitere Förderung für den Bereich von der Bergstraße bis zum Café Nostalgie.

Welche Beeinträchtigungen sind durch die Bauarbeiten zu erwarten? 

Die Bauarbeiten sollen die Anwohner und das Einkaufsgeschäft so wenig wie möglich behindern. Es werde aber Einschränkungen geben, auch in den umliegenden Straßen, sagte der Bürgermeister und bat Anlieger und Kaufleute um Verständnis.

Die Zu- und Ausfahrten der Fußgängerzone wurden gestern mit Asphalt überteert, um das dort bereits verlegte neue Pflaster während der Bauarbeiten zu schützen. Während der Asphalt auf einer Schutzplane abkühlte, war deshalb gestern die Bergstraße im unteren Bereich gesperrt.

Was ist mit den Leerständen in der Fußgängerzone? 

Die Vermietung der Läden ist Sache der Eigentümer. Die Stadt will sie aber unterstützen. Dafür wurden mit Cima, Umbau Stadt und Hillemeyer drei Expertenbüros engagiert, die sich um die Vermarktung der Fußgängerzone kümmern. „Drei Kümmerer - sowas hat es in Deutschland noch nicht gegeben“, sagte Bürgermeister Heß. Bis Sommer 2017 wolle er die Leerstände wieder mit Leben gefüllt haben - „nicht zu hundert Prozent, aber doch ein Großteil“. Heß wünscht sich inhabergeführte Geschäfte, aber auch das Filialgeschäft sei noch gering.

Info: Unter www.stadtsanierung-frankenberg.de kann man sich über die Sanierung der Fußgängerzone informieren, dort gibt es auch eine Webcam. Die Firma Wachenfeld hat ihr Baubüro in einem Leerstand neben Leder Himmel eingerichtet, dort hängen die Lagepläne im Schaufenster.

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- Sanierung der Frankenberger Fußgängerzone beginnt am 4. April

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