1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Frankenberg (Eder)

Schlechte Stimmung am Kreiskrankenhaus Frankenberg: Betriebsrat äußert sich

Erstellt:

Von: Susanna Battefeld

Kommentare

Am Kreiskrankenhaus Frankenberg ist die Stimmung innerhalb der Mitarbeiter nicht gut, bestätigt nun auch der Betriebsrat. archi
Am Kreiskrankenhaus Frankenberg ist die Stimmung innerhalb der Mitarbeiter nicht gut, bestätigt nun auch der Betriebsrat. © JÖRG PAULUS

Nach der Berichterstattung unserer Zeitung über Unzufriedenheit von Mitarbeitern mit dem Führungsstil der Geschäftsführung und der Stimmung am Kreiskranhaus in Frankenberg hat sich der Betriebsrat des Kreiskrankenhauses mit einer schriftlichen Stellungnahme zu dem Thema geäußert.

Frankenberg – „Die Kritik des Fördervereins über die derzeitige Stimmung im Krankenhaus ist aus Sicht der Mitarbeitervertretung berechtigt und sollte Anlass für einen ernst gemeinten Veränderungsprozess sein.“ Das schreibt der Betriebsrat des Kreiskrankenhauses in einer Stellungnahme vom 25. Juli zur Berichterstattung unserer Zeitung vom Freitag, 22. Juli.

Der Betriebsrat stelle sich die Frage, welche Stellschrauben der Klinik zur Verfügung stehen, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern, schreibt Betriebsratsvorsitzender Uwe Patzer nun in seiner Stellungnahme von Montag.

Darin heißt es: „Zunächst ist es wichtig, an die politischen Rahmenbedingungen zu erinnern. Diese machen es einem Krankenhaus wie unserem fast unmöglich, am Ende eines Jahres mit einem wirtschaftlich positiven Ergebnis abzuschließen und darüber hinaus die notwendigen Rücklagen für zukünftige Investitionen zu bilden.“ Das führe zu einem mehr oder weniger selbst auferlegtem Sparkurs, der in einer immer enger werdenden Personaldecke resultiere.

„Viele Mitarbeiter sind aber nicht mehr bereit, unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen – ganz besonders in der patientennahen Versorgung – weiterzuarbeiten“, berichtet der Betriebsrat. „Durch diese Kündigungen verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen für die verbleibenden Kollegen zusätzlich. Dadurch wird eine gefährliche Abwärtsspirale ausgelöst.“ Diesem Teufelskreis lasse sich aus Sicht des Betriebsrates nur durch eine grundsätzliche Systemveränderung und andere Finanzierungsmodelle im Gesundheitswesen entgegenwirken.

„Viele Mitarbeiter sind aber nicht mehr bereit, unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen – ganz besonders in der patientennahen Versorgung – weiterzuarbeiten.“

Betriebsrat

Die Stimmung im Haus sei also einerseits „ein Spiegelbild externer Einflüsse und andererseits leider auch Teil mangelnder Führungsqualität in Teilbereichen und einer entsprechenden Betriebskultur“, heißt es. „Die Motivation der Mitarbeitenden durch die Geschäftsführung darf nicht bei der Erstellung eines Leitbildes enden. Das Leben und Verkörpern dieses Leitbildes muss in allen Abteilungen des Hauses im Alltag gefördert werden. Hierbei stehen die Führungskräfte – allen voran die Geschäftsführung – in einer besonderen Verantwortung“, sagt Patzer.

Einige Projekte auf den Weg gebracht

Zur Kompensation der oben genannten Probleme seien inzwischen einige Projekte im Haus auf den Weg gebracht worden. Diese sollten das Haus (und bestenfalls auch das Betriebsklima) wieder in ein ruhigeres Fahrwasser bringen. Zur Realisierung einer zukunftsorientierten und wohnortnahen Versorgung sei es wichtig, dass die Wirkung solcher Projekte für Mitarbeiter, Patienten und auch für Außenstehende sichtbar gemacht werde. „Ein nachhaltiger Verbesserungsprozess kann nur durch transparente Strukturen funktionieren“, heißt es in der Stellungnahme.

„Schließlich ist zu sagen, dass die Arbeitsatmosphäre sowie das Betriebsklima nicht nur zur innerbetrieblichen Motivation beitragen, sondern auch dem Betriebsimage nach außen zugutekommen.“ Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz ständig in den Negativschlagzeilen auftauche und über die auch in der Gesellschaft ein grausiges Bild herrsche, würden dadurch nicht zur Höchstleistung animiert. „Das Gegenteil ist der Fall.“

Aus diesem Grund sollten alle, die Verantwortung für das Krankenhaus tragen, Probleme zukünftig weniger in der Öffentlichkeit diskutieren, sondern stattdessen Kontakt zu den betrieblichen Stellen wie Geschäftsführung, Betriebsrat und Aufsichtsrat herstellen.  

Auch interessant

Kommentare