20 Jahre Ambulantes Hospiz Frankenberg

Schon 1000 Menschen beim Sterben begleitet

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Das Team des Hospizvereins: Vorsitzende Christl Weimann und ihr Team sorgen seit 20 Jahren für die Begleitung von kranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Rechts: Bürgermeister Rüdiger Heß und Moderator Pfarrer Harald Wahl (hinten). 

Frankenberg. 20 Jahre Ambulantes Hospiz in Frankenberg: Bei einem Festakt in der Ederberglandhalle blickte der Verein auf seine bisherige Arbeit zurück.

"Sich mit Leib und Seele für die Sterbenden und ihre Familien einzusetzen, hat seine Zeit. Sich dankbar erinnern, hat seine Zeit.“ - Mit diesen einleitenden Worten von Pfarrer Harald Wahl feierte das Ambulante Hospiz Frankenberg sein 20-jähriges Bestehen. „Die Hospizbewegung braucht Menschen mit Hand, Herz und Empathie. Im Frankenberger Land gibt es solche Menschen“, machte Pfarrer Wahl vor Mitgliedern, Freunden und Unterstützern deutlich.

„20 Jahre Hospizverein heißt, zwei Jahrzehnte lang Menschen in schwierigen Situationen in der letzten Endphase ihres Lebens würdevoll zu begleiten und zu unterstützen. Das ist nicht immer einfach und bringt unsere Mitarbeiter an emotionale Grenzen“, sagte Christl Weimann, die Vorsitzende des Hospizvereins. Weimann ist neben der im Alter von 94 Jahren verstorbenen Ärztin Dr. Petra Vahle-Hinz „Motor und Seele“ (Pfarrer Wahl) der Frankenberger Hospizarbeit.

Weimann erinnerte daran, dass schon 1998 das Nachdenken und die Planung zur Gründung eines Hospizvereins begonnen hatte. Der besondere Dank der Vorsitzenden galt Dr. Petra Vahle-Hinz: „Sie hat die Pionierarbeit geleistet.“

Die Gründung des Ambulanten Hospizvereins mit damals 30 interessierten Menschen habe im Altenheim Auf der Burg stattgefunden. Auch auf das Ziel des Vereins wies die Vorsitzende hin: Sterbende und ihre Angehörige ehrenamtlich zu begleiten – und zwar unabhängig von Glaube, Herkunft und Nationalität.

„Immer weniger Kranke haben die Möglichkeit, die letzte Lebensphase in ihren eigenen vier Wänden zu verbringen“, sagte Weimann. Deshalb habe sich die Arbeit ihres Vereins auch auf die Krankenhäuser und Seniorenpflegeheime verlagert: „Das war eine große Herausforderung und auch eine Belastung in der ehrenamtlichen Begleitung.“

Aus dem Gedanken, kranken Menschen die letzte Lebensphase so angenehm wie möglich zu machen, habe sich auch die Idee eines Stationären Hospizes entwickelt. Ihr Dank galt Landrat Dr. Reinhard Kubat und Professor Dr. Heinrich Schnatmann vom Internationalen Bildungs- und Sozialwerk Iserlohn als Träger der Einrichtung: „Sie haben die Umsetzung eines Stationären Hospizes im Jahre 2016 ermöglicht.“ Zudem dankte die Vorsitzende auch allen ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihr Engagement, den Mitgliedern für ihre Treue und den Sponsoren und Spendern für ihre finanzielle Unterstützung.

Dass der Hospizverein mit „Stolz auf das Geleistete“ zurückschauen könne, brachte Bürgermeister Rüdiger Heß als Schirmherr zum Ausdruck. Er machte darauf aufmerksam, dass der Hospizverein in den vergangenen 20 Jahren 1000 Patienten betreut habe: „Das ist eine enorme Zahl.“

Musikalisch begleitet wurde der Festakt von der Bigband der Edertalschule unter Leitung von Torsten Herguth. Für ein unterhaltsames Bühnenprogramm sorgte der Kabarettist Martin Guth aus Butzbach. Die 20-jährige Hospizarbeit ließ Manuela Müller Revue passieren. (mjx)

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