Kundgebung vor dem Landratsamt

Schüler-Demo in Frankenberg wegen Corona: „Prüfungen absagen“

Schüler-Demo Frankenberg: Wegen ungleicher Bedingungen sollten Prüfungen abgesagt werden, forderten diese Schüler bei einer Kundgebung am Freitag.
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Schüler-Demo Frankenberg: Wegen ungleicher Bedingungen sollten Prüfungen abgesagt werden, forderten diese Schüler bei einer Kundgebung am Freitag.

„Prüfungen absagen!“ Das haben Schülervertreter aus Frankenberg, Korbach und Bad Wildungen am Freitag bei einer Kundgebung vor dem Frankenberger Landratsamt gefordert.

Frankenberg - Die Schüler kritisieren bildungspolitische Corona-Maßnahmen der Landesregierung. „Wir sind es leid, nicht beachtet, nicht gehört und schlichtweg vergessen zu werden“, sagte die Frankenbergerin Ronja Fock, Schulsprecherin des Gymnasiums Edertalschule.

Bei Regen und niedrigen Temperaturen fand die halbstündige Aktion des „Bündnis für Gerechte Bildung“ und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) bei Mitschülern und Mitbürgern allerdings nur geringe Resonanz – kaum mehr als zehn Zuhörer folgten den Redebeiträgen. „Schade, dass nur so wenige Menschen da waren“, sagte Fock. Unter den Zuhörern war auch die Frankenberger Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer (SPD).

„Netze sind nicht ausgebaut. Schüler auf dem Dorf können im Homeschooling nicht richtig am Unterricht teilnehmen, die Schulen sind nicht vernünftig ausgestattet“, kritisierte Fock. An einigen Schulen gebe es zwar neuerdings W-LAN, „das aber nicht richtig funktioniert“. Ihre Forderung: „Wir brauchen die sofortige Digitalisierung an unseren Schulen.“

Viele Lehrer seien zwar bemüht, das Beste aus der Situation zu machen, aufgrund der Anweisungen aus dem Kultusministerium müssten sie aber den Distanzunterricht werten und mit in die Note einfließen lassen: „Das ist nicht gerecht. Deshalb fordern wir nur die positive Bewertung im Distanzunterricht, so wie es auch im letzten Lockdown war.“

„Wenn jetzt Abitur geschrieben wird, haben alle Schüler unterschiedliche Voraussetzungen“, begründete Fock die Forderung, die Prüfungen abzusagen. Ihr Vorschlag: „Wir fordern Durchschnittsabschlüsse, die sich aus den schon vorhandenen Noten berechnen.“ Die Schüler würden nicht gefragt, müssten am Ende aber alles ausbaden. „In der Schulpolitik fordern wir ein größeres Mitbestimmungsrecht für Eltern und Schüler“.

Jessica Gleich, stellvertretende Schulsprecherin Edertalschule Frankenberg

Jessica Gleich, stellvertretende Schulsprecherin der Edertalschule, stellte weitere Forderungen: ein besseres Hygienekonzept, Luftfilter für alle Klassenräume, kostenfreie digitale Ausstattung, kostenfreie Nachhilfe, mehr Unterstützung des Staates für eine bessere und gerechtere Bildung.

Für „gerechte und nachhaltige Schulpolitik“ machte sich auch der frühere stellvertretende Kreisschulsprecher Luca-Sergio Wehner (20) stark. Maximilian Belz (Holzhausen) vom Fröbel-Seminar in Korbach sagte: „Es wäre noch geiler, wenn das W-Lan an der Schule nicht alle 30 Minuten abstürzen würde.“ „Wir sind in keiner Weise gut auf die Prüfungen vorbereitet“, kritisierte Luis Menzler (Schreufa), der in Marburg vor dem Abitur steht.

Auf die Einhaltung der Corona-Hygieneregeln achteten Mitarbeiter des Ordnungsamtes, auch die Polizei war mit einer Streife vor Ort. „Wir sind für sichere Bildung. Deshalb werden von uns alle Corona-Vorschriften genauestens beachtet“, sagte Ronja Fock.

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