Lieferung immer noch wegen Personalmangel eingestellt

Senioren im Frankenberger Land warten auf Neustart von Essen auf Rädern

Service noch eingestellt: Auf die Lieferung von Essen auf Rädern (Symbolbild) des Frankenberger Altenzentrums Auf der Burg müssen die Kunden noch eine Weile verzichten.
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Service noch eingestellt: Auf die Lieferung von Essen auf Rädern (Symbolbild) des Frankenberger Altenzentrums Auf der Burg müssen die Kunden noch eine Weile verzichten.

Wegen Personalmangels hatte das Altenzentrum Auf der Burg in Frankenberg im November den Service Essen auf Rädern vorübergehend eingestellt. Eigentlich sollte es am 7. Januar weitergehen, doch die Kunden hängen weiter in der Luft.

Frankenberg – „Ich hänge in der Luft“, sagt eine 94-Jährige aus Frankenberg und meint damit ihren Essenliefer-Service. Sie bezieht Essen auf Rädern vom Altenzentrum Auf der Burg in Frankenberg, oder besser gesagt: Sie bezog ihr Mittagessen von der Einrichtung. Wie berichtet, stellte das Altenzentrum aufgrund von Personalmangel den Lieferdienst am 22.

November vorübergehend ein und kündigte an, dass die Lieferung voraussichtlich am 7. Januar wieder erfolgen sollte.

Seitdem hat die 94-Jährige nichts mehr gehört. Seit Dienstag versuchte sie, telefonisch zu erfahren, ob und wann es mit Essen auf Rädern weitergeht. „Aber es war immer nur besetzt“, sagt sie und wendete sich zusammen mit ihrem Sohn an die HNA.

„Wir hatten schon eine Information für unsere Kunden zum Neustart fertig, dann ist kurzfristig wieder jemand abgesprungen, den wir neu für die Aufgabe eingestellt hatten“, erläutert Stefan Kiefer am Donnerstag die Situation. Er ist einer der Geschäftsführer der Holdingsgesellschaft Diako Waldeck-Frankenberg gGmbh, der die Altenheimbetreiberin Hospital St. Elisabeth gGmbH angeschlossen ist.

Weil Mitarbeiter kurzfristig und länger andauernd erkrankt sind und aufgrund von Kündigungen hatte der Essenliefer-Service Ende November eingestellt werden müssen, erinnert er. Danach habe man neue Mitarbeiter akquiriert, was angesichts des aktuellen Arbeitsmarktes nicht einfach sei. Es fehle an entsprechenden Arbeitskräften, erläutert Kiefer.

Es seien neue Mitarbeiter eingestellt worden. Ein entsprechendes Schreiben an die Kunden über den Neustart sei bereits vorbereitet worden und sollte Anfang der Woche verschickt werden. Dann sei aber leider ein neuer Mitarbeiter wieder abgesprungen. So sei es gut gewesen, dass das Schreiben noch nicht abgeschickt wurde.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Neustart zu organisieren. Es stehen vielversprechende Bewerbungsgespräche an“, sagt Kiefer.

Das Essen für die Kunden werde im Altenzentrum frisch gekocht. Aufwendig sei es vor allem, dann die Essenportionen entsprechend der individuellen Kundenwünsche zu verpacken und zeitnah auszuliefern, damit das Menü warm ankomme. Verwendet würden Mehrfach-Verpackungen.

„Es soll auf jeden Fall weitergehen“, sagt Kiefer. Er könne derzeit aber noch keinen Termin nennen, wann das sein werde. Die Kunden würden rechtzeitig informiert. Auch wenn damit zu rechnen sei, dass etliche der bisher 120 Kunden mittlerweile andere Lösungen gefunden hätten, sei der Bedarf an Essen auf Rädern auf lange Frist enorm.

Warum die 94-Jährige telefonisch nicht durchgekommen sei, um Informationen zu erhalten, das werde hausintern überprüft, kündigte Kiefer an.

Die Frankenbergerin erhält seit dem 22. November von einem befreundeten Ehepaar ihr Mittagessen. „Sie fahren jeden Tag durch die ganze Stadt, um mir das Essen zu bringen. Ich möchte sie gerne wieder entlasten“, sagt die 94-Jährige. (Martina Biedenbach)

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