Auf der Suche nach einem von Pfarrer Axel Kühner erwähnten Kruzifix im Edertal

Frankenberg. Es geht hier um die Geschichte eines Kruzifixes, eines in Holz geschnitzten Christuskörpers, der von einem Landwirt beim Pflügen im Edertal bei Frankenberg gefunden worden sein soll.

„Das Kreuz ist längst vermodert. Die Nägel, mit denen Hände und Füße angenagelt waren, sind verrottet. Aber der Leib ist vollkommen erhalten“, schrieb der bekannte Pfarrer und Evangelist Axel Kühner 1994 in seinem Buch „Überlebensgeschichten für jeden Tag“. Das jahrhundertealte Kunstwerk sei restauriert worden und komme nun „in einer kleinen Kirche im nordhessischen Edertal zur Geltung. Das Kreuz fehlt, aber der Leib Jesu ist erhalten.“

Zeitzeuge: Dekan i. R. Rudolf Jockel erinnert sich an Vandalen in der Liebfrauenkirche.

„Wer kann mir sagen, um welche Kirche es sich handelt und wo ich diese Jesusfigur finden kann?“ fragte HNA-Leserin Eva-Maria Reese aus Frankenberg. Wir gingen ihrem Wunsch nach und sprachen zunächst in Kassel mit Axel Kühner selbst, der vielen evangelischen Gemeinden im ehemaligen Kirchenkreis Frankenberg von Evangelisationen und Predigten in Gottesdiensten in den Jahren zwischen 1977 und seinem Ruhestand 2006 in guter Erinnerung ist. Er stieß bei der Nachsuche zu seiner Geschichte über den „Schatz im Edertal“ in seinen Tagebüchern auch auf eine Notiz vom Freitag, 6. April 1984.

Es war dies der letzte Abend einer Evangeliums-Woche in Frankenberg, bei der Axel Kühner mitgewirkt hatte, als der damalige Dekan Rudolf Jockel in der Liebfrauenkirche in seinem Schlusswort einen soeben frisch restaurierten Christuskorpus hochhielt. „Er hat damit am Ende sogar die Gemeinde gesegnet“, erinnerte sich Kühner. Für ihn verbinde sich seine Geschichte vom Schatz im Acker mit diesem Erlebnis.

Rudolf Jockel, der heute in Rauschenberg im Ruhestand lebt, konnte sich ebenfalls gut an den Abend erinnern, schildert aber einen ganz anderen Zusammenhang: Vandalen hatten 1983 die Liebfrauenkirche bei einem Einbruch heimgesucht, den Christuskörper vom Kreuz im Chorraum abgenommen und beschädigt, Altarbibeln zerstört. Ein Fall für die Versicherung und einen Restaurator.

„Aber das war das Wunder für uns: Unter Gips und mehrfachen Farbschichten kam bei der Restaurierung etwas viel Wertvolleres zum Vorschein, die kunstvolle Figur eines Gekreuzigten aus dem 15. Jahrhundert.“ Sie zieht seitdem die Blicke der Besucher auf dem Kreuz über dem Altar im Chorraum der Liebfrauenkirche auf sich.

Heiner Wittekindt, damals dort Pfarrer, erlebte dieses Ereignis mit. Er leitet heute das Kreis-Heimatmuseum, das auch sakrale Kunst aus der Region sammelt. Von einem wieder entdeckten Kruzifix in einer anderen Kirche hat aber auch er bisher nichts gehört. „Vielleicht können HNA-Leser helfen, einen möglicherweise anderen Ursprung dieser Geschichte von dem beim Pflügen gefundenen Jesus aufzuklären“, hofft er.

Die aufsehenerregendste Geschichte eines als Kunstwerk wieder entdeckten Kruzifixes stammt aus Birkenbringhausen: Dort entdeckte der Schreiner August Langenfeld in den 1930er-Jahren auf dem Dachboden der alten Fachwerkkirche einen in Vergessenheit geratenen, verstaubten Christuskörper, der einmal nach dem Ersten Weltkrieg über dem Chorbogen in der Kirche zwischen Gedenktafel und Kränzen für die Kriegstoten gehangen hatte.

Die komplette Geschichte lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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