Menschen stehen auf dem Bürgersteig

Was ist da los? Täglich lange Warteschlange vor Postbank in Frankenberg

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Vor der Postbank-Filiale in Frankenberg stehen die Menschen täglich mit Abstand in einer Warteschlange auf dem Bürgersteig.

Vor der Postbank-Filiale in Frankenberg bildet sich täglich eine lange Schlange wartender Menschen auf dem Bürgersteig. Wir haben mal nachgefragt, was da los ist.

Menschen stehen in einer Schlange auf dem Bürgersteig, in der Hand Pakete oder Briefe: Beim Blick aus dem Bürofenster der HNA ist das seit Wochen ein gewohntes Bild in der Frankenberger Bahnhofstraße. Gegenüber ist eine Post-Filiale, genauer: ein Postbank-Finanzcenter. Und wegen der Corona-Pandemie dürfen derzeit nur zwei Kunden gleichzeitig rein. Alle anderen müssen draußen warten. 

„Dadurch wird eine Warteschlange bei gleicher Personenzahl optisch um ein Vielfaches länger“, sagt Hartmut Schlegel, Pressesprecher der Postbank, den wir zu dem Schlangestehen in der Bahnhofstraße befragt haben.

„Anlässlich der aktuellen Corona-Pandemie hat die Postbank umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner soweit wie möglich vor einer Ansteckung zu schützen. Dies betrifft auch Frankenberg“, sagt Schlegel und nennt Hygiene-, Abstands- und Verhaltensregeln für Mitarbeiter und Kunden. „Die Filial-Mitarbeiter arbeiten in wechselnden, voneinander getrennten Teams im Schichtbetrieb. Damit wollen wir erreichen, dass im Infektionsfall möglichst wenige Mitarbeiter in Quarantäne geschickt werden müssen.“

Regel: Abstand halten

Dabei spiele das „Social Distancing“, also Abstand halten, eine entscheidende Rolle: „Das führt unter anderem dazu, dass sich nur noch eine begrenzte Personenzahl gleichzeitig in der Filiale aufhalten darf und dass die Abstände wartender Kunden vergrößert wurden“, sagt der Sprecher. Das Ergebnis sieht man täglich an der Schlange auf dem Bürgersteig.

Hinzu kommen verkürzte Öffnungszeiten in einigen Filialen. Die Frankenberger Filiale, in der man neben Bankgeschäften auch den normalen Postverkehr erledigen kann, ist derzeit täglich 5,5 Stunden geöffnet: montags und donnerstags von 11 bis 17.30 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 16.30 Uhr – jeweils mit einer Stunde Mittagspause von 12.30 bis 13.30 Uhr. Samstags ist von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

Trotzdem komme die Postbank in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post nach wie vor dem gesetzlich verankerten Grundversorgungsauftrag mit postalischen Dienstleistungen nach, betont Schlegel.

Auf die Frage nach Alternativen für Kunden verweist Schlegel auf die Deutsche Post. Die hat auch im Frankenberger Land einige kleinere Filialen und Annahmestellen Land, bei denen man in der Regel nicht auf dem Bürgersteig anstehen muss.

Detailliert Auskunft über das Filialnetz und die jeweiligen Öffnungszeiten finde man auf postbank.de/filialen, sagt Pressesprecher Hartmut Schlegel. Zudem könnten Kunden die Postbank über die Webseite, die App sowie über die sozialen Medien und per Telefon erreichen – auch außerhalb der üblichen Banköffnungszeiten. Überweisungen oder Daueraufträge können online, per Telefon oder schriftlich in Auftrag gegeben werden.

Brauchen Postboten eine Maske?

Warum trägt mein Briefträger eigentlich keine Maske? Auch mit dieser Frage eines HNA-Lesers haben wir uns beschäftigt und die Frage an Thomas Kutsch weitergeleitet, der als Pressesprecher der Deutschen Post DHL für das Frankenberger Land zuständig ist. 

Es gebe keine gesetzliche Pflicht für Postboten, bei der Arbeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, sagt Kutsch. „Die meisten haben aber eine Maske dabei und tragen sie auch.“ Auf dem Weg vom Auto zum Briefkasten sei keine Maske nötig, aber dann, wenn der Sicherheitsabstand zu anderen Personen nicht eingehalten werden könne. „Wenn ein Kunde sich nicht sicher genug fühlt, kann er den Kollegen gerne ansprechen“, sagt Kutsch. 

„In diesem Zusammenhang weisen wir auch ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, als DHL-Kunde einen Ablagevertrag zu schließen, und empfehlen dieses Zustellverfahren für alle Haushalte in Selbstisolation oder unter Quarantäne. Damit legt der Zusteller Paket-Sendungen an einen zuvor vom Kunden festgelegten Ort ab, wodurch eine direkte Übergabe nicht mehr erfolgen muss“, erklärt Kutsch. Diese Leistung sei kostenlos und könne jederzeit auch online vereinbart werden. 

„Zudem verzichten wir bis auf Weiteres auf die eigenhändige Empfangsbestätigung durch den Empfänger, um Kontakte zu vermeiden.“ 

Kutsch berichtet, dass es in den Post-Fahrzeugen Desinfektionsmittel für die Zusteller gebe, in größeren Fahrzeugen auch Wasserkanister zum Händewaschen.

Bei der Deutschen Post gibt es eine kuriose Neuerung. Auf Wunsch verschickt die Post schon vorab Fotos von Briefen per E-Mail.

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