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Tafel Frankenberg: Nachfrage von Bedürftigen so hoch wie noch nie

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Von: Karl-Hermann Völker

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Lebensmittel, bedarfsgerecht verteilt: Dreimal in der Woche packen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafel, hier das Dienstag-Team, auf Bezugsgemeinschaften und Einzelpersonen genau abgestimmte Körbe.
Lebensmittel, bedarfsgerecht verteilt: Dreimal in der Woche packen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafel, hier das Dienstag-Team, auf Bezugsgemeinschaften und Einzelpersonen genau abgestimmte Körbe. © Völker, Karl-Hermann

Die Nachfrage von Bedürftigen bei der Tafel in Frankenberg ist derzeit so hoch wie noch nie. Das wurde in der Jahreshauptversammlung berichtet.

Frankenberg – Es werden immer noch große Mengen an Lebensmitteln weggeworfen, auch in Zeiten von Krisen. Der gemeinnützige Verein Tafel Frankenberg versucht dem unter dem Motto „Verteilen statt vernichten“ entgegenzuwirken und trifft mit seinem Angebot auf eine bisher noch nie erlebte hohe Nachfrage: Derzeit werden mit von Lebensmittelläden und Bäckereien gespendeten Waren in den Ausgabestellen Frankenberg, Gemünden und Hallenberg 827 bedürftige Personen mit Lebensmitteln versorgt, davon etwa ein Drittel Kinder und Jugendliche. Im Vorjahr waren es 599.

„Wir können das nur schaffen dank der Mithilfe von 83 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und mit einem dritten Öffnungstag des Tafelladens in Frankenberg, wo bevorzugt ukrainische Geflüchtete versorgt werden“, berichtete Vorstandsmitglied Werner Hoffmann (Frankenberg).

Gemeinsam mit Friedhelm Vaupel, dem stellvertretenden Tafel-Vorsitzenden, und der neuen Geschäftsführerin Irene Jager (Rennertehausen) legte Hoffmann im evangelischen Gemeindehaus auf der Burg in der Jahreshauptversammlung den Rechenschaftsbericht des Tafelvereins vor und zeigte dabei, dass mit Hilfe von Beiträgen der 292 Mitglieder, der Warenabgaben aus den Firmen und Spenden in Höhe von rund 40 000 Euro diese Aufgabe auch in der Krisenzeit gestemmt werden konnte. Die Warteliste habe sich mittlerweile auf 87 verringert.

Tafel Frankenberg dankt Sponsoren

„Wir bedanken uns bei allen Sponsoren“, erklärte Friedhelm Vaupel (Frankenberg) und wies darauf hin, dass Lebensmittel nur dann von Geldspenden zugekauft werden dürften, wenn sie ausdrücklich dafür bestimmt seien. „Wir bekommen immer noch genug Waren, fahren allerdings die großen Märkte mit zwei Kühlfahrzeugen öfter an.“ Auch personell seien die Kapazitäten an ehrenamtlichen Helfern und Fahrern derzeit gut, weil sich aufgrund eines Aufrufs in unserer Zeitung mehrere neue Hilfskräfte gemeldet hätten. Weiterhin sei man aber um jeden Neuzugang bei dem ehrenamtlichen Tafel-Team dankbar, sagte Vaupel.

In dem Bilder-Jahresrückblick machte der Tafelvorstand noch einmal deutlich, dass dank zunehmend digitalisiert vernetzter Verwaltung mit 292 Tafelausweisen für jede Bedarfsgemeinschaft unter Rücksicht auf Familiengröße und Speisevorschrift individuelle, bedarfsgerechte Kisten mit Lebensmittel zu vereinbarten Terminen bereitgestellt werden. „Es gibt bei uns keine Warteschlangen“, betonte Friedhelm Vaupel. An den Mittwochs-Ausgaben sei man auch mit Hilfe von Dolmetschern in der Lage, sich sprachlich mit den ukrainischen Tafel-Kunden gut zu verständigen, berichtete Irene Jager, die dabei selbst mithilft.

Willkommen im Tafel-Team: Dekanin Petra Hegmann (vorn links), Vorsitzende des Vereins Tafel Frankenberg, stellte den Mitgliedern in der Jahreshauptversammlung die neue Geschäftsführerin Irene Jager vor. Im Hintergrund die Vorstandsmitglieder (von links) Friedhelm Vaupel, Ortrud Gelbke, Werner Hoffmann, Annette Viessmann und Michael Klawuhn.
Willkommen im Tafel-Team: Dekanin Petra Hegmann (vorn links), Vorsitzende des Vereins Tafel Frankenberg, stellte den Mitgliedern in der Jahreshauptversammlung die neue Geschäftsführerin Irene Jager vor. Im Hintergrund die Vorstandsmitglieder (von links) Friedhelm Vaupel, Ortrud Gelbke, Werner Hoffmann, Annette Viessmann und Michael Klawuhn. © Völker, Karl-Hermann

„Hier läuft wirklich alles Hand in Hand“, sagte Dekanin Petra Hegmann, Vorsitzende des Tafelvereins, am Ende der Jahres- und Finanzberichte anerkennend. „Ich danke allen im großen Team, allen Spendern, Förderern und Unterstützern herzlich!“ Nach dem Kassenprüfungsbericht von Karl-Heinz Leser (Haine) wurde dem Tafel-Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.

Als ein Vertreter der von der Tafel Frankenberg unterstützten Kommunen in der Region fügte am Ende der Mitgliederversammlung der Gemündener Bürgermeister Frank Gleim hinzu: „Von Ihnen wird wertvolle Arbeit für bedürftige Bürgerinnen und Bürger in unseren Gemeinden geleistet. Dafür sagen wir besonderen Dank!“

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