Mitglieder proben mit Hochdruck

Theater-AG der Edertalschule ist bereit für große Premiere

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Figuren auf dem Schachbrett: Therapeutische Gruppensitzung mit der gefürchteten Schwester Ratched (Mitte).

Frankenberg. Mit Hochdruck proben derzeit die Mitglieder der Theater AG an der Frankenberger Edertalschule mit Spielleiter Thorsten Jech, denn am kommenden Mittwoch, 27. April steigt ihre diesjährige Premiere.

Kaltes, klinisches Weiß beherrscht das Bühnenbild, Patienten in Grün spielen Schach, werden gesteuert von Kittelträgern. Die alte Thonet-Fabrikhalle verströmt wieder den Charme eines Theatersaals, oder ist es die kühle Fassade einer Anstalt?

Auf dem Spielplan steht „Einer flog über das Kuckucksnest“ nach Ken Keseys erfolgreichem Roman aus dem Jahr 1962. Er hatte selbst als Aushilfspfleger in einer Nervenheilanstalt gejobbt.

Zwischen Apathie und Aufbegehren: So ist der Alltag in der Anstalt.

Wie wird in diesem Stück mit Menschen umgegangen, die sich zum großen Teil freiwillig in eine Anstalt begeben haben, weil sie mit den gesellschaftlichen Anforderungen nicht mehr zurechtkamen? Und was hat das mit uns zu tun? Diese Fragen stellten sich die Schüler, als sie sich in den vergangenen Monaten mit dem Stoff intensiv auseinander setzten.

„Sie haben dabei unglaubliche Kreativität entfaltet, aus dem Roman etwas ganz Eigenes gemacht und selbst Charaktere entwickelt“, sagt Thorsten Jech während einer Probenpause, in der Scheinwerfer gerichtet, Sitzwürfel verrückt werden. Grün und Weiß spiegeln sich in einem Wasserbecken, kleine Wellen lassen Konturen verschwimmen. Auch die Bühnenbildner und Techniker haben bei dieser Inszenierung wieder eine Menge guter Ideen eingebracht. Gemeinsam wollen die jungen Theatermacher den Blick der Zuschauer öffnen auf ein unmenschliches System, das Macht ausübt.

Insgesamt wirken 35 Laienspieler mit, manche Rollen wurden doppelt besetzt. Außerdem sorgen 13 Techniker für Aufbau, Ablauf und Bühnenbild. AG-Leiter Thorsten Jech bekam auch diesmal in der Maske und bei den Proben wieder Unterstützung von seiner Kollegin Ingrid Obermann, eine theaterversierte Begleiterin auch aller früheren AG-Produktionen in der „Ära“ Paul Möllers. Aber: Sie ist in diesem Jahr vor ihrem Ruhestand zum letzten Mal dabei. Daniel Herbrich half ebenfalls tatkräftig mit und choreografierte die Schachszenen. Auch Michael Langendörfer, als „Ehemaliger“ mit der Theater-AG treu verbunden, kam wieder zurück und brachte seine langjährige Technikerfahrung mit ein. „Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit unserem Publikum“, sagt Thorsten Jech und verspricht einen ebenso komischen wie dramatischen Theaterabend voller Überraschungen.

Von Karl-Hermann Völker

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