Arbeitskreis Jugendhilfe

Trauergruppe "Löwenherz" für Kinder und Jugendliche in Frankenberg bietet Hilfe an

+
Sie zeigen den neuen Flyer für trauernde Kinder und Jugendliche: (von links) Monika Lacher (Vorsitzende Treffpunkt Frankenberg), Vanessa Ante (Jugendhaus), Robert Ingenbleek (Kiwanis-Präsident), Anni Morgner (Verein Schritt für Schritt), Pfarrerin Emilie Weinreich und Elfi Simshäuser (Trauergruppe für Angehörige). 

Frankenberg – „Löwenherz“ nennen sich Trauergruppen für Kinder und Jugendliche, die der Arbeitskreis Jugendhilfe in Frankenberg ins Leben gerufen hat. Der Name geht zurück auf ein Werk der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren über die Brüder Karl (Krümel) und Jonathan Löwe, in dem Lindgren versucht, Kindern die Angst vor dem Tod zu nehmen.

Ein Löwenkopf und der Schriftzug Löwenherz sind auf einem Flyer zu sehen, den der Arbeitskreis Jugendhilfe nun mit finanzieller Unterstützung des Kiwanis-Clubs erstellt hat, um auf die relativ neuen Trauergruppen für Kinder, Jugendliche und Angehörige hinzuweisen.

Die Einrichtung des stationären Hospizes in Frankenberg hatte laut Monika Lacher, Vorsitzende des Treffpunktes Frankenberg, den Anstoß für die Bildung von Trauergruppen für Kinder und Jugendliche gegeben.

„Kinder trauern anders“, sagt Emilie Weinreich, die die Arbeit der Gruppen als Pfarrerin begleitet. „Manchmal sind Kinder sehr traurig, manchmal aber auch fröhlich.“ Wichtig sei es, Kinder nach dem traumatischen Erlebnis des Todes eines Angehörigen zu begleiten. Dafür sollte es einen bestimmten Ort geben. Hilfreich sei auch das „Gruppenerlebnis“, dass auch andere Kinder oder Jugendliche von Trauer betroffen sind. 

„Als mein Vater gestorben ist, war ich 22“, erzählt Jugendhaus-Mitarbeiterin Vanessa Ante, die zusammen mit Johannes Engelmann und Margarita Gill die Trauergruppe für Jugendliche im Frankenberger Jugendhaus betreut. „Ich wollte nicht ins Trauercafé“, sagt Ante. Sie findet es wichtig, dass Kindern und Jugendlichen eigene Angebote gemacht werden. „Es ist in Ordnung, wenn du mal wütend bist“, betont Vanessa Ante. Dafür gebe es im Jugendhaus auch einen Boxsack, der dabei helfen könne, Aggressionen abzubauen. Genauso wichtig sei aber die Erfahrung, dass man trotz des Todes eines nahen Angehörigen auch fröhlich sein dürfe.

Wichtig ist dem Arbeitskreis Jugendhilfe, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen. Kinder im Grundschulalter erlebten den Tod ganz anders als Jugendliche oder junge Erwachsene. Deshalb war den Organisatorinnen auch schnell klar, dass es zumindest zwei Trauergruppen geben muss: eine für Kinder ab dem Grundschulalter und eine für Jugendliche. Beide Gruppen treffen sich an jedem zweiten Freitag im Monat von 15.30 bis 17 Uhr – die Kindergruppe im Treffpunkt, Hainstraße 51, die Jugendlichen im Frankenberger Jugendhaus, Hainstraße 3.

Eine dritte Gruppe nennt sich „Trauertreff für Angehörige“. Sie richtet sich an Erwachsene. Unter der Leitung von Elfi Simshäuser und Susanne Plenty sind ein Mal monatlich Treffen vorgesehen – ebenfalls freitags von 15.30 bis 17 Uhr im Frankenberger Treffpunkt.

Zur Präsentation des Flyers war auch der neue Kiwanis-Präsident Robert Ingenbleek gekommen. Er sagte weitere Unterstützung zu: „Mit der Übernahme der Druckkosten für den Flyer ist unser Engagement nicht abgeschlossen. Wir wollen dieses wichtige Projekt weiter begleiten.“

Kontakt: Wer sich für die Trauergruppe für Jugendliche interessiert, kann sich im Jugendhaus melden, Tel. 06451/716 824. Ansprechpartnerin für die Kinder- und Erwachsenen-Trauergruppe ist Pfarrerin Emilie Weinreich, Tel. 06451/503 9833.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.