Drehorgel-Konzert und "Listen to Bach"

Trotz Absage: Ein Hauch von Pfingstmarkt in Frankenberg

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Statt dem Marsch in den Listenbach gab es am Freitag in der Fußgängerzone „Listen to Bach“ – ein kleines Wortspiel zur traditionellen Frankenberger Pfingstmarktveranstaltung. Mit einem Bier stießen Bürgermeister Rüdiger Heß (links) und Ideengeber Andreas Koch auf die kleine Hommage auf den Listenbach an.

Der Pfingstmarkt in Frankenberg muss in diesem Jahr wegen Corona ausfallen. Trotzdem gab es am Freitag zumindest einen Hauch von Pfingstmarkt in der Stadt.

Mit etwa 250.000 Besuchern ist der Frankenberger Pfingstmarkt alljährlich das größte und älteste Volksfest im Frankenberger Land. Wegen der Corona-Pandemie darf das fünftägige Volksfest, das am Freitag begonnen hätte, diesmal allerdings nicht gefeiert werden. Doch ganz ließen sich die Frankenberger ihr Volksfest nicht nehmen. 

Im Garten des Altenzentrums Auf der Burg gaben Schaustellerpfarrer Volker Drewes und Pfingstmarkt-Manager Max Wagner für die Senioren der Einrichtung ein kurzweiliges Drehorgelkonzert. Und mitten in der Fußgängerzone lud Andreas Koch zu „Listen to Bach“ ein – auf einem Tablet-Computer ließ er Werke von Johann Sebastian Bach erklingen. „Eine kleine Entschädigung für das wegen Corona ausgefallene Vergnügen im Listenbach. Für mich wäre es der 20. Marsch in den Listenbach gewesen“, erklärte Koch den Hintergrund seiner Aktion und des Wortspiels.

Der gebürtige Frankenberger Andreas Koch ist der Sohn des Frankenberger Küsters Wilfried Koch. „Wir lassen uns von Corona unseren Listenbach nicht kaputtmachen“, begründete er seine Idee. Zur Musik von Bach servierte Frank Krones vom Gasthaus Vöhl einige kühle Getränke an seinen Tischen in der Fußgängerzone; Krones ist seit Jahren der Festwirt im Listenbach.

Ein Drehorgelkonzert gaben Schaustellerpfarrer Volker Drewes (links) und Pfingstmarkt-Manager Max Wagner (2. von rechts) am Freitagvormittag im Garten des Seniorenzentrums Auf der Burg in Frankenberg; hier im Bild zusammen mit Annabell Wagner (2. von links) und Dekanin Petra Hegmann. 

Musik gab es auch Auf der Burg: „99 Luftballons“ von Nena, „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens und „Ein Tag mit dir im Paradies“ von Andrea Berg – mit den Hits und Schlagern aus den vergangenen 50 Jahren unterhielten Volker Drewes und Max Wagner auf der Drehorgel die Senioren im idyllischen Garten des Altenzentrums. 

Mit Corona-Abstand lauschten die Senioren auf der Terrasse und aus den Fenstern der Einrichtung begeistert der Musik: Volker Drewes spielte eine wertvolle Drehorgel mit Bauernmalerei, Max Wagner eine mit Intarsienabeiten. Zu Gast waren auch Dekanin Petra Hegmann und Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß.

„Bei diesem herrlichen Wetter ist das Drehorgelkonzert in diesem Jahr an Pfingsten ein kleiner Höhepunkt“, sagte Heß. Die Idee zu dem „Ständchen“ sei dem Schaustellerpfarrer zusammen mit Max Wagner gekommen, erzählte der Bürgermeister. Von einer „schönen Abwechslung für die Senioren und die Mitarbeiter“ während der Pfingstfeiertage sprach auch Markus Tewes, der Leiter der Einrichtung Auf der Burg.

Bürgermeister spielte mit

Als guter Drehogelspieler entpuppte sich auch Bürgermeister Heß: Zu Freude der Senioren ließ er am Ende den Bocelli-Klassiker „Time to say goodbye“ erklingen. Zwischendurch knallten sogar die Sektkorken: Zur Feier des Tages gab es für die alten Menschen nicht nur Musik, sondern auch Sekt, Kaffee und Kuchen.

Volker Drewes und Max Wager spielten dann auch noch in der Fußgängerzone ihre Drehorgeln, die Menschen blieben bei der spontanen Musik gerne stehen.

Die Beauftragung von Drewes als Schaustellerpfarrer endet übrigens im Februar 2021. „Ich will nicht während der Coronakrise aufhören“, erklärte Drewes gegenüber der HNA. Er hofft nun auf eine Verlängerung seiner Beauftragung durch Landesbischöfin Beate Hofmann. Der Wunsch von Drewes: „2022 möchte ich meinen 30. Pfingstmarkt in Frankenberg feiern.“ 

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