Jede Bewegung wird gefilmt

Videokamera zeigt vier junge Turmfalken im Geismarer Kirchturm

+
Da sind sie: Die fünfjährige Helene Hauptführer hat schon oft am Bildschirm den Brutplatz der Turmfalken beobachtet.

Geismar. Noch bewegen sie sich kaum - die vier Turmfalkenjungen, die letzte Woche im Turm der Geismarer Martinskirche geschlüpft sind.

Doch bereits jetzt kann man jede noch so kleine Regung im Nest live verfolgen: Ermöglicht wird das durch eine über dem Brutplatz installierte Kamera, die den ganzen Tag über das Geschehen filmt und auf einen im Eingangsbereich der Kirche aufgestellten Monitor überträgt.

„Wir haben dieses Jahr extra eine neue Kamera gekauft, die noch bessere Bilder liefert“, sagt Heinz Hauptführer, dessen Wohnhaus in Sichtweite der Geismarer Kirche steht. An der Finanzierung hätten sich neben dem Heimat- und Kulturverein, dessen Vorsitzender Hauptführer ist, auch die Kirche, der Ortsbeirat und die NAJU beteiligt. „Da haben alle mitgemacht“, betont er. „In ein paar Tagen wird es erst richtig interessant: Dann werden die Jungen von den Vogeleltern mit Mäusen gefüttert“.

Der ehemalige Ortsvorsteher kennt sich aus, schließlich verfolgt er bereits seit vielen Jahren die Nisttätigkeit im Geismarer Kirchturm. „Das ist schon das vierte oder fünfte Mal, dass da ein Turmfalkenpaar brütet. Vorher waren Schleiereulen da“, errinnert sich Heinz Hauptführer. Es sei immer das gleiche Pärchen, das den Brutplatz nutze. Vom Glockengeläut ließen sich die Vögel nicht beirren und auch an die Kamera hätten sie sich gewöhnt. „Als wir sie das erste Mal angestellt haben, waren die etwas irritiert, das ging aber schnell vorbei.“ Um die Tiere nicht zu stören, laufe die Kamera nur tagsüber. „Nachts würde das Nest sonst ständig ausgeleuchtet“, erklärt Hauptführer.

Zur Zeit sei hauptsächlich das Weibchen im Nest, das Männchen lasse sich nur ab und zu blicken. „In den letzten Jahren waren es meistens fünf oder sechs Küken, die die Turmfalken großgezogen haben. Dieses Mal sind es nur vier. Das hängt unter anderem davon ab, wieviel Mäuse es in dem jeweiligen Jahr gibt“, erklärt Hauptführer, der sich freuen würde, wenn viele Kindergärten und Schulen sich die spannende „Live-Übertragung“ aus dem Nest anschauen würden. „Die Geismarer Kinder kommen jedes Jahr und waren auch jetzt schon alle da.“ Auch am Museumstag vor einer Woche hätten viele Besucher die Gelegenheit genutzt einen Blick in das Nest zu erhaschen.

Der Zugang zum Bildschirm ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Aufgestellt ist er im Eingangsbereich der Kirche. (bs)

Weitere Auskunft erteilt Heinz Hauptführer unter Tel. 06451/ 3339 oder 0174/ 9546381. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.