Zentrale Gedenkfeier im Kreis fand in Frankenberg statt

Volkstrauertag: Heß fordert, bei Terror und Gewalt nicht wegzuschauen  

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Bürgermeister Rüdiger Heß (links) und Stadtverordneten-Vorsteher Rainer Hesse legten in Frankenberg einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Frankenberg. In fast allen Orten im Landkreis haben anlässlich des Volkstrauertages Gedenkveranstaltungen in Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege stattgefunden. Die kreisweit zentrale Gedenkfeier war wieder in Frankenberg.

„Frieden ist nicht selbstverständlich. Die vielen Flüchtlinge aus aller Welt zeigen uns in Deutschland und auch in Frankenberg, dass wir eine Verantwortung haben.“ Mit diesen Worten von Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß haben am Sonntag auf dem Friedhof in Frankenberg rund 100 Menschen der Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Diktatur sowie Flucht, Vertreibung und Terrorismus gedacht.

„Wegschauen geht nicht“, sagte der Bürgermeister bei der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag. Vor dem Hochkreuz legten Vertreter des Landkreises, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Stadt, der Bundeswehr, der Reservistenkameradschaft und der Feuerwehr Kränze nieder. Ein Gebet sprach der katholische Pater Norbert Rasim.

Auch der weltweite Terrorismus wurde thematisiert. Die Bitte um Frieden habe insofern einen sehr aktuellen Hintergrund, sagte der Frankenberger Pfarrer Reinhold Schott: „Die islamistisch motivierten Anschläge rufen in besonderer Weise die Kirchen und die Vertreter der Religionen in die Verantwortung.“ 

Dabei erinnerte Schott daran, dass die Wurzel des jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens die Sehnsucht nach Frieden sei. Der islamistische Terrorismus dürfe die Menschen nicht verführen, Hass zwischen die Religionen zu säen: „Dann hätten die Attentäter ja ihr grausames Ziel erreicht.“ Gottes Friedenswillen müsse das Vertrauen stärken, aller Gewalt zu widerstehen. 

Der Erinnerung und der Mahnung zum Frieden maß der Pfarrer in seiner Predigt besondere Bedeutung bei: „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung, das Vergessen führt in den Tod“, erinnerte Schott an ein jüdisches Sprichwort und an Worte des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Bürgermeister Heß mahnte, trotz der beinahe alltäglichen Bedrohung durch Gewalt, Terror und Krieg nicht abzustumpfen: „Wir dürfen nicht hinnehmen, was aktuell passiert.“ Auch die europäische Idee dürften sich die Menschen auf unserem Kontinent nicht nehmen lassen: „Was in Europa geschaffen wurde, müssen wir weiter ausbauen.“

Musikalisch begleitet wurde die Gedenkveranstaltung vom Posaunenchor unter Leitung von Beate Kötter und vom MGV Liedertafel Frankenberg/Schreufa unter Leitung von Willi Hof. (mjx)

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