Vorstand: Mindestabstände und 3G-Regel-Prüfung unmöglich

Wegen Corona wieder kein Lebenshilfe-Basar in Frankenberg

Vorstand der Lebenshilfe Frankenberg: (von links) Timo Scheidtweiler, Carmen Grein-Zimmermann, Reinhard Kahl, neuer Ehrenvorsitzender Helmut Klein, Johannes Briel, Holger Paar, Norbert Michel und Klaus Hartmann. Es fehlen Kirstin Kerstein, Tanja Kleem-Böhle und Lilia Straub.
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Vorstand der Lebenshilfe Frankenberg: (von links) Timo Scheidtweiler, Carmen Grein-Zimmermann, Reinhard Kahl, neuer Ehrenvorsitzender Helmut Klein, Johannes Briel, Holger Paar, Norbert Michel und Klaus Hartmann. Es fehlen Kirstin Kerstein, Tanja Kleem-Böhle und Lilia Straub.

Der Weihnachtsbasar der Lebenshilfe Frankenberg wird auch dieses Jahr wegen Corona ausfallen. Diese Entscheidung des Vorstandes war Thema in der Mitgliederversammlung.

Frankenberg – Typischerweise fand dieser Basar mit seinen vielen Verkaufsständen stets in der Halle statt, mehrere tausend Menschen kamen. Mindestabstände seien daher nicht einzuhalten, die Prüfung der 3G-Regeln sei bei solchen Menschenmassen unmöglich, hieß es.

Vorsitzender Helmut Klein bedauerte diese Entscheidung, die aber wegen der aktuellen Corona-Entwicklung unumgänglich sei. Das bedeute für die Lebenshilfe einen erheblichen Einnahmeausfall, der für die inhaltliche Arbeit erneut nicht zur Verfügung stehe.

Auch im Vorstandsbericht für 2020 von Klaus Hartmann wurde deutlich, dass Corona viele Aktivitäten unmöglich machte: Angebote wie Reittherapie, Freizeitmaßnahmen, Einzelförderungen, Sommerfest und Weihnachtsbasar fielen aus.

Ein interessantes Projekt ist die Umsetzung eines Mitleben-Projekts, in dem behinderte Menschen möglichst eigenständig in geeigneten Wohnformen mitten in der Gesellschaft leben können. Hier wird eine Zusammenarbeit mit dem Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg und der Firma Finger-Haus angestrebt. Bisher haben sich sieben Familien für dieses Wohnprojekt gemeldet, die hier mitarbeiten wollen.

Zum Betreuungsverein der Lebenshilfe berichtete Susanne Wihl: „Es werden derzeit 60 Klienten betreut, die meisten in ihren eigenen Wohnungen, einige aber auch in stationären Wohneinrichtungen und Behindertenwohneinrichtungen.“ Aktuell befasse sich der Betreuungsverein mit dem neuen Betreuungsorganisationsgesetz, das ab 2023 zu Änderungen im Betreuungsalltag führe.

Im Finanzbericht von Schatzmeister Johannes Briel ist deutlich geworden, dass die Lebenshilfe im Corona-Jahr 2020 mit einem „blauen Auge“ davon gekommen sei. Wegen der niedrigeren Ausgaben im Förderbereich und einiger Sonderspenden sei der Verein in der Lage, bei wieder zunehmenden Aktivitäten im kommenden Jahr ausreichend Fördermittel zur Verfügung zu haben.

Dann stand die Neuwahl des Vorstandes auf dem Programm. Der langjährige Vorsitzende Helmut Klein hatte vorab erklärt, dass er nicht wieder für den Vorstand kandidieren wolle, das Gleiche hatte auch Simone Lange aus Edertal erklärt. Deshalb hatte der Vorstand vorgearbeitet und einen Vorschlag für das neue Vorstandsteam vorgelegt: Stellvertreter Klaus Hartmann (Schreufa) übernimmt für drei Jahre den Vorsitz, Beisitzer Timo Scheidtweiler (Frankenberg) übernimmt die Stellvertretung, es bleiben Johannes Briel (Ernsthausen) als Schatzmeister und Norbert Michel (Frebershausen) als Schriftführer. Als Beisitzer fungieren weiterhin Kirstin Kerstein (Reddighausen), Tanja Kleem-Böhle (Schreufa), Reinhard Kahl (Vöhl), Holger Paar (Geismar), Lilia Straub (Schreufa), neu ist Carmen Grein-Zimmermann (Willingshausen). Alle wurden einstimmig gewählt.  

Helmut Klein jetzt Ehrenvorsitzender

In der Versammlung stand eine besondere Ehrung für Helmut Klein an. Als Dank und Anerkennung für die herausragende Arbeit im Vorstand der Lebenshilfe Frankenberg für Menschen mit Behinderungen wurde er vom Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Helmut Klein ist seit 1988 Beisitzer im Vorstand der Lebenshilfe Frankenberg und hat 1991 mit der Übernahme der Vorstandsverantwortung als Nachfolger von Helga von Bünau, der ehemaligen Ehrenvorsitzenden, eine anspruchsvolle Aufgabenstellung übernommen.

Die Aufgabenfelder in den vergangenen 30 Jahren waren zahlreich und vielfältig: Unterstützung des ersten Integrativen Kindergartens in Frankenberg mit intensiver Elternarbeit und enger Zusammenarbeit von Kita und Elternverein. Mehrere Fortbildungsreihen im Landkreis zum Übergang von Kita in die Grundschule: Wie gelingt ein guter Übergang von der Kita in die Schule unter Einbeziehung von Integration? Sicherstellung der Finanzierung für ein Kinderzentrum in Frankenberg (Martha-Viessmann-Haus). Mitarbeit im Vorstand und später im Aufsichtsrat des Lebenshilfe-Werks in Waldeck-Frankenberg. Installierung eines Betreuungsvereins in der Lebenshilfe mit dem heutigen Büro in der Bremer Straße 4 und insgesamt sechs Teilzeitkräften für 60 Betreuungen.

Weitere Unterstützungsprojekte für behinderte Menschen waren: Frankenauer Hof, Bäckerei Suplie, Freizeitgelände Hohler Weg, Werkstatteinrichtungen, etc.. Hier sind viele hunderttausend Euro eingeworben und zur Projektrealisierung eingesetzt worden, hieß es.

Nicht zuletzt der jährlich anstehende Weihnachtsbasar: Hier war Helmut Klein der Steuermann, der das Schiff immer sicher und erfolgreich durch die Vorbereitungen und den Besucheransturm bewegte.

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