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Waldeck-Frankenberg: Die meisten Kunden tragen weiter Maske

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Von: Susanna Battefeld, Jörg Paulus, Thomas Hoffmeister

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Maske Einzelhandel, Modehaus Eitzenhöfer in Frankenberg, Mitarbeiter Sinisa Japundza
Im Modehaus Eitzenhöfer in Frankenberg wird den Kunden empfohlen, weiterhin eine Maske zu tragen - hier Mitarbeiter Sinisa Japundza. © Paulus, Jörg

Seit dem 2. April 2022 muss man im Einzelhandel in Hessen keine Maske zum Schutz vor eine Corona-Infektion mehr tragen. Die allermeisten Kunden tun es trotzdem. 

Frankenberger Land – Auf Grundlage des Bundesinfektionsschutzgesetzes sind die bisherigen Zugangsbeschränkungen, die FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel oder Kapazitätsgrenzen in weiten Teilen ausgelaufen. In Krankenhäusern, Arztpraxen, Seniorenheimen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Sammelunterkünften herrscht weiterhin Maskenpflicht. Die Erleichterung betrifft also vor allem den Einzelhandel. Aber wie verhalten sich die Kunden? Das haben wir einige Geschäftsleute aus dem Frankenberger Land gefragt.

Wer am Samstag (02.04.2022), dem ersten Tag der gelockerten Maskenpflicht, einkaufen war, konnte beobachten, dass fast alle Kunden weiterhin eine Maske tragen. Das bestätigte uns am Montag auf Anfrage auch Gregor Welker, Inhaber des Battenberger Edeka-Marktes. Er habe mit vielen Kunden gesprochen und dabei erfahren, dass der eigene Schutz vor einer möglichen Corona-Infektion dafür der Hauptgrund sei. Die Sorge, andere Menschen anstecken zu können, spiele für die Maskenträger eher eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sei wohl der Selbstschutz.

Seinen Mitarbeitern habe er freigestellt, ob sie während der Arbeit weiterhin Maske tragen, sagt Gregor Welker. Auch die Mitarbeiter hätten sich ganz überwiegend für das weitere Tragen einer Maske entschieden. Die Kunden seien sehr wohl über die veränderten Corona-Regeln informiert und wüssten, dass sie nicht mehr zum Tragen einer Maske verpflichtet seien, sagt Welker. „Aber gerade diejenigen, die vielleicht schon selbst Corona hatten, entscheiden sich für die sicherere Variante.“

Street-Food-Festival in Frankenberg: Keine Diskussion über Masken

Das Street-Food-Festival am Wochenende in Frankenberg war die erste Großveranstaltung im Landkreis ohne Maskenpflicht. „Die Masken waren kein Diskussionspunkt“, berichtet André Kreisz als Geschäftsführer des Modehauses Eitzenhöfer. „Wir hatten damit überhaupt keine Probleme.“ Nur ein „verschwindend geringer Teil“ der Kunden habe im Laden keine Maske getragen. Auf einem Schild am Eingang spricht das Modehaus aber eine Empfehlung zum Masketragen aus. „Wir empfehlen es aber nur und akzeptieren es, wenn jemand keine Maske trägt“, sagt André Kreisz.

Insgesamt stoße das Modehaus damit auf sehr viel Verständnis, da die Kunden mittlerweile sowieso eine gewisse Routine hätten, mit Maske einkaufen zu gehen. Für seine Mitarbeiter gelte aber Maskenpflicht. „Damit stellen wir die Sicherheit so weit her, wie wir das können“, so Kreisz.

„Meine Mitarbeiter und ich tragen auch weiterhin Masken. Ich habe eine dahingehende Empfehlung ausgesprochen“, berichtet auch Nina Betzer, die Inhaberin des Nahkauf-Markts Vogelgesang in Rosenthal. Das gilt auch in vielen anderen Supermärkten in der Region.

Mit Maske: Swetlana Arnold (links) und Inhaberin Nina Betzer vom Nahkauf-Markt Vogelgesang in Rosenthal. Eine Pflicht zum Masketragen besteht nicht mehr, aber die Chefin empfiehlt es ihren Mitarbeitern.
Mit Maske: Swetlana Arnold (links) und Inhaberin Nina Betzer vom Nahkauf-Markt Vogelgesang in Rosenthal. Eine Pflicht zum Masketragen besteht nicht mehr, aber die Chefin empfiehlt es ihren Mitarbeitern. © Battefeld, Susanna

Für die Kunden bestehe aber keine Maskenpflicht mehr, betont Betzer. Deshalb habe sie die Hinweisschilder im Eingangsbereich ihres Geschäftes entfernt. „Die meisten Kunden, rund 90 Prozent, tragen aber noch Maske“, hat Betzer an den ersten beiden Verkaufstagen seit der gelockerten Regelung beobachtet. Sie vermutet, dass einige auch noch gar nichts vom Wegfall der Maskenpflicht mitbekommen haben. Betzer verzichte auch deshalb auf die Maskenpflicht, weil sie befürchtet, dass andernfalls einige Kunden wegbleiben oder woanders einkaufen würden.

Frankenberger Tor: „Dringende Empfehlung“ an die Kunden

Vor dem Herkules-Lebensmittelmarkt im Frankenberger Tor steht ein Schild mit der „dringenden Empfehlung“ an die Kunden, weiterhin Maske zu tragen. Dem folgten die meisten, die dort am Montag einkauften, es waren aber auch einige Kunden ohne Maske zu sehen.

„Unsere Kunden haben eine hohe Eigenverantwortung und tragen freiwillig Maske“, sagt Christiane Heinze vom Frankenberger Modehaus Heinze. „Rund 96 Prozent unserer Kunden“, so schätzt sie, „tragen bereitwillig und freiwillig den Mund-Nasen-Schutz. Die Infektionszahlen sind nach wie vor hoch, die Leute wollen sich schützen.“

Auch die Heinze-Mitarbeiter tragen Maske. „Das ist zur Selbstverständlichkeit geworden“, sagt Christiane Heinze. Eine Maskenpflicht für Kunden oder Mitarbeiter gebe es aber nicht: „Das kann jeder für sich entscheiden.“ Im Modehaus Heinze gibt es zudem eine kostenlose Corona-Teststelle: Dort kann sich jeder freiwillig montags und freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr auf Corona testen lassen.

Verkaufsoffener Sonntag im Einkaufszentrum Battenfeld

„Wir appellieren an die Eigenverantwortung unserer Kunden“, sagt Tanja Schiemann, Inhaberin von „Tandeco“ im Battenfelder Einkaufszentrum. Niemand müsse im Augenblick in Einzelhandelsgeschäften eine Maske tragen. „Wir selbst als Personal tragen aber Masken – bis auf Weiteres“, sagt Schiemann. Das habe einige Kundinnen verunsichert, die ohne Maske ins Geschäft gekommen seien.

Appell an die Eigenverantwortung: So laute auch die Empfehlung für den kommenden Sonntag, wenn im Battenfelder Einkaufszentrum „Frühlingserwachen“ gefeiert wird. „Jeder entscheidet für sich, ob er oder sie eine Maske trägt“, sagt Tanja Schiemann als Vorsitzende des Gewerbevereins. Bei der Entscheidung sollte man an sich, aber auch an die anderen denken, die möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert werden können. jpa, bs, jun, off » TAGEBUCH

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