Leuchtend gelbe Felder

Der Raps im Landkreis blüht: „Unsere Ölfelder sind gelb“

Gelbe Pracht: Die blühenden Rapsfelder bilden derzeit eine malerische Kulisse. Das Foto entstand vor wenigen Tagen in der Nähe von Laisa. 
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Gelbe Pracht: Die blühenden Rapsfelder bilden derzeit eine malerische Kulisse. Das Foto entstand vor wenigen Tagen in der Nähe von Laisa. 

Die leuchtend gelben Felder fallen schon von weitem ins Auge - der Raps blüht. Im Landkreis wird er auf 6000 Hektar angepflanzt.

  • Die gelben Felder prägen die Landschaft und stechen ins Auge: Der Raps blüht.
  • Kulturpflanze leidet unter der Trockenheit.
  • Ölmühle in Haubern verarbeitet die Rapssaat.

Waldeck-Frankenberg – Die Rapsfelder stehen in voller Blüte. Aus der Kulturpflanze wird Speiseöl, Futtermittel und Biokraftstoff gewonnen.

Rund 6000 Hektar werden nach Auskunft von Olaf Fackiner im Landkreis jährlich angebaut. „Das sind ungefähr 15 Prozent der 40 000 Hektar großen Gesamtfläche, die landwirtschaftlich genutzt wird“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes. 

Waldeck-Frankenberg: Der Raps blüht, leidet aber unter der Trockenheit

Während es im vergangenen Jahr keinen Raps gegeben hat, weil die Aussaat 2018 zu trocken war, sehe es dieses Jahr wieder besser aus: „Wir sind fast wieder auf altem Niveau. Da, wo die Aussaat geklappt hat, steht der Raps auch ganz gut.“

Allerdings leide auch der Raps, wie alle anderen Kulturpflanzen, unter der Trockenheit. Bedingt durch das sonnige Wetter sei er etwas früher, aber grundsätzlich sei jetzt auch die reguläre Zeit der Rapsblüte, so Fackiner.

„Raps bedeckt 360 Tage im Jahr den Boden – er wird um den 20. August ausgesät und am 10. August des darauffolgenden Jahres gedroschen“, teilt Kreisbauernverbands-Geschäftsführer Matthias Eckel mit.

Waldeck-Frankenberg: Raps ist eine wichtige Nahrungspflanze für Bienen

„Er ist eine sehr gute Vorfrucht, weil er mit seiner Pfahlwurzel den Boden auflockert“, erläutert Eckel. Zudem hinterlasse Raps jede Menge Humus, weil das Stroh nicht abgefahren werde. „Raps ist im Frühling auch eine wichtige Nahrungspflanze für Bienen – das sollte man nicht unterschätzen“, sagt Eckel. Aus der Rapssaat wird in erster Linie Öl gewonnen, das als Speiseöl und Futtermittel verwendet wird. Aber auch als Biokraftstoff komme Rapsöl zum Einsatz, teilt Eckel mit und sagt deshalb: „Unsere Ölfelder sind gelb.“

Wer beim Thema Raps jetzt automatisch an mit gelbem Blütenstaub überzogene Fenster oder Autoscheiben denkt, der irrt: „Das sind Fichtenpollen, kein Raps“, stellt Matthias Eckel klar. „Rapspollen fliegen nicht.“

Waldeck-Frankenberg: Ölmühle Haubern verarbeitet 200 Tonnen Raps

Abnehmer für die heimische Rapssaat ist auch die Ölmühle Haubern. Nachdem dort zunächst nur technisches Öl für Autos produziert wurde, haben die Betreiber 2006 auf Speiseöl umgestellt.

„Wir legen großen Wert auf regionalen Bezug, eine genfreie, gläserne Produktion, kurze Transportwege und eine schonende Verarbeitung im Kaltpressverfahren“, betont Armin Hesse von der Ölmühle. „Durch das schonende Kaltpressverfahren bleiben die rapsöltypischen Geschmacksstoffe und Vitamine erhalten“, erläutert er.

Waldeck-Frankenberg: Anbau von Raps vor Ort ist entscheidend für hohe Qualität

Diese wesentlichen Qualitätsmerkmale unterscheide ein kalt gepresstes Rapsöl im Vergleich zu einem raffinierten Rapsöl. Die Ölmühle Haubern verarbeite jährlich rund 200 Tonnen Rapssaat.

„Neben dem hochwertigen Rapsöl werden heute in der Ölmühle Haubern auch noch Leindotter-, Blaumohn- und Hanföl hergestellt. Entscheidend für die hohe Qualität der Speiseöle ist, dass auch die Ölsaaten in Haubern selbst angebaut werden.“ 

VON SUSANNA BATTEFELD

Trockenheit in Waldeck-Frankenberg: Wochen ohne nennenswerten Regen und mit starkem Ostwind. Die Folgen für die Bäume sind dramatisch. Das Forstamt Frankenberg versuchte Jungpflanzen zu gießen.

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