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Warnstreik in Frankenberg und Battenberg: IG Metall fordert mehr Lohn

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Von: Gerhard Meiser

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Warnstreik der IG Metall: In Frankenberg haben am Freitagvormittag rund 200 Mitarbeiter der Unternehmen Hettich und Castwerk für 8 Prozent mehr Lohn demonstriert. Unterstützt wurden sie dabei von rund einem Dutzend Beschäftigten des Allendorfer Unternehmens Viessmann.
Warnstreik der IG Metall: In Frankenberg haben am Freitagvormittag rund 200 Mitarbeiter der Unternehmen Hettich und Castwerk für 8 Prozent mehr Lohn demonstriert. Unterstützt wurden sie dabei von rund einem Dutzend Beschäftigten des Allendorfer Unternehmens Viessmann. © mjx

In Frankenberg und Battenberg haben sich Mitarbeiter von Hettich, Castwerk, Viessmann und Auhammer am Freitag am Warnstreik der IG Metall beteiligt. Sie fordern acht Prozent mehr Lohn.

Frankenberg – „Wer die Preise kennt, will acht Prozent.“ Diese lautstarke Forderung von rund 200 Mitarbeitern der beiden Frankenberger Unternehmen Hettich und Castwerk nach mehr Lohn kam wie aus einem Mund. Mit Rasseln, Pfeifen und Fahnen verliehen sie ihren Worten Nachdruck. Unterstützt wurden sie bei ihrem Kampf für mehr Geld von rund einem Dutzend Mitarbeitern des Allendorfer Heiztechnikunternehmens Viessmann. Am Freitagmittag gab es auch beim Auhammer in Battenberg einen Warnstreik.

Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft IG Metall. Sie fordert auf Grund der Inflation für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Solidarische Grüße überbrachte der Waldeck-Frankenberger DGB-Kreisvorsitzende Gerhard Geitz.

„Die Zeiten sind schwierig, wir haben eine bittere Krise, das Wort Inflation ist allgegenwärtig“, begründete IG Metall-Sekretär Dennis Schindehütte in Frankenberg die Forderungen seiner Gewerkschaft. „Nach den ersten drei Verhandlungen steht fest: Das wird keine einfache Tarifrunde.“ Jetzt sei es aber an der Zeit für mehr Entgelt: „Man merkt es an der Tankstelle, man merkt es bei der Gasrechnung. Es muss etwas mehr ins Portemonnaie. Acht Prozent mehr Lohn.“

Deshalb müsse von den Arbeitnehmern auch schon bei der ersten Warnstreikwelle gezeigt werden, „dass wir hinter dieser Forderung stehen“. Die ersten Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite hätten „gar nichts gebracht“, sagte der Gewerkschaftssekretär: „Das war eine absolute Frechheit. So lassen wir uns nicht abspeisen. Deshalb wird es nicht bei der ersten Warnstreikwelle bleiben.“

Auch die Betriebsräte der beiden Unternehmen, Rüdiger Stark (Hettich) und Tobias Seibel (Castwerk), sprachen zu den Teilnehmern des Warnstreiks. Die Forderung nach acht Prozent mehr Lohn seien ein legitimes Ziel, sagte Stark. „Der Streik ist der richtige Weg.“ Seinem Kollegen Tobias Seibel war der Zusammenhalt der beiden Unternehmen ganz wichtig. „Mit Solidarität gewinnen wir“, so der Castwerk-Betriebsrat.

IG Metall zieht positive Bilanz und kündigt weitere Streiks an

Am Freitagnachmittag zog die IG Metall Nordhessen eine positive Bilanz ihrer ersten Warnstreik-Woche. „Insgesamt haben in 18 Betrieben rund 4850 Beschäftigte für eine Stunde die Arbeit niedergelegt“, sagte der Erste Bevollmächtigte Oliver Dietzel. Die IG Metall ruft in der kommenden Woche noch einmal zu Warnstreiks auf – unter anderem beim Reddighäuser Hammer. „Wie es weitergeht entscheiden wir nach der nächsten Verhandlung am 10. November“, kündigte Dietzel an.

Bei einer voraussichtlichen zweiten Streikwelle soll es am Mittwoch, 16. November, auch eine zentrale Streikveranstaltung mit großem Demo-Zug in Korbach geben. „Wir wollen die Mitarbeiter von allen Betrieben, die tarifgebunden sind, mit Bussen nach Korbach bringen“, kündigte Schindehütte an. Redner dort werde der Vorsitzende der IG Metall Deutschland, Jörg Hofmann, sein.

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