Albinos oder Weißlinge?

Darum gibt es in Frankenberg manchmal weiße Rehe zu sehen

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Weißer Albino-Rehbock mit Mutter: Dieses seltene Bild gelang dem Naturfotografen im Jahr 2017 im Raum Frankenberg. 

Wie kommt es, dass Naturfreunde im Frankenberger Land manchmal mit viel Glück weiße Rehe oder weiße Mufflons in freier Wildbahn beobachten? Ein Biologe hat eine Erklärung.

Der Biologe und Naturfotograf Gerhard Kalden widmet dieser Frage unter dem Titel „Fehlfarben im Revier“ im neuen Frankenberger Heimatkalender für das Jahr 2019 ein eigenes Kapitel mit verblüffenden Fotos von weißen Wildtieren aller Art.

Es gehört zur Tradition des seit 1983 erscheinenden Frankenberger Heimatkalenders, dass er neben großer Vielfalt an Beiträgen zur Heimatgeschichte auch auf die Schönheiten einer durch 45 Prozent Waldfläche geprägten Natur des Landkreises aufmerksam macht. Gerhard Kalden, ehemaliger Biologielehrer an der Edertalschule, der 2006 mit dem Titel „GDT-Naturfotograf des Jahres“ ausgezeichnet wurde, hat dem Kalender mit seinen einzigartigen Naturaufnahmen immer ein besonderes Gesicht gegeben.

Sein diesjähriger Beitrag beschreibt nun, warum ganz selten solche weißen „Fehlfarben“ beim Wild, das sich mit seinem Fell normalerweise je nach Jahreszeit an die umgebende Natur anpasst, plötzlich durch Besonderheiten im Erbgut durch Mutation auftreten.

Unterschied zwischen Albinos und Weißlingen

Dabei unterscheidet der Biologe zwischen Albinos mit roten Augen und Weißlingen, die durch eine Mutation ohne farbstoffbildende Melanocyten entstehen. Es gibt eine Reh-Population (Fortpflanzungsgemeinschaft) im Kreisteil Frankenberg, in der seit vielen Jahren immer wieder weiße Albino-Rehe geboren werden, berichtet Kalden. Dabei handele es sich vorwiegend um Ricken, weibliche Tiere. Jäger hätten sogar fünf bis sechs solcher jagdlich geschonten Albinos gesehen.

Der von Mythen umrankte „weiße Hirsch“ sei eine absolute Rarität, die bisher nur um Reinhardswald und im benachbarten Wittgensteiner Land zu beobachten gewesen sei, schreibt Kalden in seinem Kalenderbeitrag. Und er weist noch auf viele weitere Beispiele solcher Spielarten der Natur in der der Frankenberger Region hin.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Der neue Frankenberger Heimatkalender 2019, verbunden mit dem Verzeichnis der Behörden und Organisationen sowie der Städte und Gemeinden des Kreises Waldeck-Frankenberg, ist erhältlich in der HNA-Geschäftsstelle Frankenberg, Bahnhofstr. 21, und im Buchhandel zum Preis von 7,90 Euro.

Von Karl-Hermann Völker

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