Er wollte 2009 und 2012 Bürgermeister in Frankenberg werden

Was macht eigentlich Frankenbergs Ex-Bürgermeister-Kandidat Nicolas Hansen?

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7. Februar 2012: Beim Wahlforum der HNA zur Bürgermeisterwahl in Frankenberg durften sich die fünf Kandidaten zur Auflockerung verkleiden: (von links) Bernd Bluttner, Rupert Jaeschke, Nicolas Hansen, Daniela Sommer und Rüdiger Heß. 

Frankenberg. In unserer Serie "Was macht eigentlich ...?" berichten wir diesmal über Nicolas Hansen. Der heute 55-Jährige wollte 2009 und 2012 Bürgermeister in Frankenberg werden, wurde aber beide Mal nicht gewählt. Seitdem hat er sich politisch nicht weiter engagiert.

Nicolas Hansen wohnt mit seiner Familie in Frankenberg – und dort möchte der gebürtige Düsseldorfer nie wieder weg. „Frankenberg ist für mich wie Urlaub“, sagt Hansen. Der ehemalige Frankenberger Bürgermeisterkandidat weiß, wovon er redet: Jahrelang pendelte der Diplom-Verwaltungswirt bei der Deutschen Telekom zwischen Frankenberg und Bonn – in diesen Jahren war in Frankenberg oft nur Raum für eine Wochenendbeziehung.

Das hat sich nun geändert: Nach 37 Jahren bei der Telekom, zuletzt als Verkaufsleiter für Geschäftskunden, wagte Hansen in diesem Frühjahr etwas Neues. Er nutzte die Möglichkeit, mit 55 Jahren bei dem Telekommunikationsunternehmen auszusteigen. „Jetzt reizt mich eine neue Herausforderung“, erzählt Hansen: Inzwischen ist er nebenberuflich in den BVMW eingestiegen, das ist der „Bundesverband mittelständische Wirtschaft“, ein Netzwerk für den deutschen Mittelstand.

Noch bei der Telekom, hielt Hansen bei dem Verband Vorträge – etwa über Digitalisierung, Cyberkriminalität und papierloses Büro. So kam der Kontakt zustande. „Ich will mich mit 55 Jahren ja noch nicht zur Ruhe setzen“, lacht Hansen. Er will weiter gestalten, mit Menschen kommunizieren, das mache ihm Spaß.

Für den Verband soll er in Nordhessen und vor allem in Waldeck-Frankenberg ein neues Netzwerk aufbauen – das Home-Office dafür hat er in seinem Wohnhaus in Frankenberg bereits eingerichtet. Dort ist jetzt die Kreisgeschäftsstelle des BVMW. Auf seine neue, branchenübergreifende Tätigkeit freut er sich: „Zunächst muss ich die mittelständischen Unternehmen in der Region kennenlernen.“ Sein erstes Thema hat er bereits auf der Agenda: die Datenschutzgrundverordnung.

In Sachen Digitalisierung ist Hansen ein Überzeugungstäter. Deshalb steht auch der nächste Plan: Zusammen mit seinem Sohn Philipp (25) will er eine Unternehmensberatung eröffnen, die sich ausschließlich auf das Thema „Digitalisierung des Mittelstandes“ spezialisiert: „Wir wollen alles aus einer Hand anbieten, von der Beratung bis zur Entwicklung der Software.“

Politisch ist Nicolas Hansen seit seiner zweiten Bürgermeisterkandidatur 2012 nicht mehr aktiv. „Meine Vorstellungen und die von mir angedachten Veränderungen sind bei den Menschen hier nicht auf genügend Gegenliebe gestoßen“, begründet der Ex-Kandidat seinen Rückzug aus der Politik. Die beiden Kandidaturen möchte er in seiner Vita aber nicht missen: „Ich durfte viele Erfahrungen sammeln. Das war sehr spannend. Außerdem habe ich damals sehr viele nette Menschen kennengelernt.“

Home-Office im eigenen Wohnhaus: Nicolas Hansen ist jetzt viel mehr zu Hause. Darüber freuen sich auch Ehefrau Michaela und die 14 Jahre alte Tochter Nadine. 

Hansen engagiert sich aber im Vorstand des VdK-Ortsverbandes Frankenberg in der jüngsten Versammlung wurde er zum Schatzmeister gewählt: „Hier will ich etwas für die ältere Generation tun“, sagt Hansen. Ehrenamtliche Arbeit ist ihm wichtig. Schon in seiner Bonner Zeit arbeitete er in einer Kinderklinik in St. Augustin als Betreuer für Eltern von erkrankten Kindern.

Seine Freizeit ist nach wie vor knapp – er nutzt sie vor allem zum Joggen. Oder zum Walken mit Ehefrau Michaela. Natürlich durch sein geliebtes Frankenberger Land. 

Zur Person

Nicolas Hansen wurde am 3. Mai 1963 in Düsseldorf geboren. Dort ging er zur Schule, machte auf dem zweiten Bildungsweg Abitur. Seine berufliche Laufbahn startete Hansen 1981 bei der Deutschen Telekom, von 1991 bis 1993 studiert er an den Fachhochschulen in Köln und Dieburg. Abschluss: Diplom-Verwaltungswirt. Bei der Telekom ist er nun ausgestiegen. Zwei Mal ging er als Bürgermeisterkandidat in Frankenberg an den Start, scheiterte aber an Christian Engelhardt (2009) und Rüdiger Heß (2012). Er ist mit der Frankenbergerin Michaela Hansen, geborene Sprang, verheiratet und hat vier Kinder.

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