Helga von Bünau

Wegbereiterin der Sonderpädagogik in Frankenberg gestorben

Helga von Bünau: Sie begleitete mit großer Fürsorge Generationen von Menschen mit Beeinträchtigungen. Foto: Völker

Frankenberg. Trauer hat in der Frankenberger Region die Nachricht vom Tod der Rektorin a. D. Helga von Bünau ausgelöst.

Sie war Wegbereiterin der Sonderpädagogik in Frankenberg, Gründerin der von ihr geleiteten Friedrich-Trost-Schule und Mitinitiatorin der „Lebenshilfe Frankenberg (Eder) e. V.“ - Ihr Leben stellte sie ganz in den Dienst von Kindern mit Beeinträchtigungen und Lernschwierigkeiten.

Sie starb nach langer, mit viel Geduld ertragener Krankheit im Alter von 86 Jahren.

Helga von Bünau wurde am 8. August 1928 in Leipzig geboren, verlebte eine glückliche Kindheit und nahm sich das Motto zu Herzen, das ihre Großmutter acht Jahre später in ihr Poesiealbum schrieb: „Verlange von Dir selber viel, und sprich zu Dir: Ich will - ich soll! Den andern aber hilf ans Ziel, und sei im Fordern nachsichtsvoll.“

Durch eine Luftmine verlor ihre Familie im Zweiten Weltkrieg in Magdeburg das Zuhause. Nach zwei bestandenen Examina arbeitete Helga von Bünau 1952 als Lehrerin in Oederan (Sachsen). Ihr Wahlfach Russisch half ihr, „obwohl ich nicht Arbeiter- und Bauernkind war“, wie sie sagte, im SED-Staat ihren Beruf weiter ausüben zu dürfen.

In Westdeutschland musste Helga von Bünau erst einmal vier Jahre lang in einem Buntmetallwerk als Statistikerin arbeiten. Sie studierte dann erneut Pädagogik in Weilburg und trat endlich 1960 ihren Schuldienst in Allendorf-Eder an. Der Schulrat holte sie schon bald nach Frankenberg, wo sie den dringenden Bedarf eines speziellen schulischen Angebotes im Landkreis für die bis dahin unversorgten Kinder mit Lernschwierigkeiten und geistigen Behinderungen erkannte.

Es war für sie ein langer, kämpferischer Weg, bis die Notwendigkeit einer eigenständigen Sonderschule in das Bildungs- und Schulbauprogramm des Kreises aufgenommen wurde.

Mehr über das humanitären Engagement von Helga von Bünau lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Karl-Hermann Völker

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