Jüngere Helfer packen mit an

Die Frankenberger Tafel verteilt wieder Lebensmittel

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Lebensmittelkörbe aus dem Lieferwagen: Die Warenausgabe des am Dienstag wieder eröffneten Frankenberger Tafel-Ladens erfolgte erstmals auf ungewohnte Weise im Freien.

Frankenberg Wegen der Ansteckungsgefahr mit Coronaviren  war der Service vorübergehend eingestellt worden: Nun verteilt die  Frankenberger Tafel wieder Lebensmittel.

Keine Warteschlangen, kein Gedränge, stattdessen gastfreundliche Atmosphäre und fröhliches Wiedererkennen nach langer Zeit: Nach sieben Wochen unfreiwillig verordneter Corona-Pause öffnete der Laden der Frankenberger Tafel in der Auestraße 19 am Dienstag erstmals wieder seine Pforten. Genauer gesagt: Geöffnet war eigentlich nur ein Fenster für die Anmeldung, alles andere geschah draußen auf dem Hof, wo aus zwei Tafel-Lieferwagen fertig gepackte Körbe mit Lebensmitteln sowie Brotprodukte für 69 Bedarfsgemeinschaften an die Kunden übergeben wurden.

Der gemeinnützige Verein Frankenberger Tafel hatte seinen Tafelladen am 15. März schließen müssen, weil nach Bekanntwerden der Pandemie bei dem morgendlichen Sortieren der von Läden, Märkten und Bäckereien aus der Region gespendeten und herantransportierten Waren die Risikogruppe Tafel-Team zu stark gefährdet gewesen wäre.

„Für diese eingespielten Helferinnen und Helfer, die unsere Arbeit seit Jahren mit großem Engagement tragen, ist es ganz bitter, gerade in solchen Notzeiten zeitweilig nicht zupacken zu können“, bedauerte Dekanin Petra Hegmann, Vorsitzende des Vereins, die an der Wiedereröffnung des Tafelladens teilnahm. Überhaupt möglich wurde das Wiederanfahren der Versorgung von mehr als 750 Bedürftigen, darunter 320 Kinder, weil jüngere Helferinnen und Helfer gefunden werden konnten. „Ohne sie hätten wir nicht öffnen können“, so Petra Hegmann. Zwar sei das Angebot an eingesammelten und verteilten Waren im Augenblick noch etwas eingeschränkt, da noch keine Kühl- oder Gefrierkost geliefert werden könne. Aber das werde sich im Lauf der Zeit wieder einspielen.

„Von Donnerstag an wird es auch wieder Kuchen geben“, freute sich Tafel-Koordinator Friedhelm Vaupel, der in den vergangenen Wochen Anfragen von Kunden entgegennehmen musste, wann es denn wieder losgehe. „Es waren jede Woche 30 bis 40 Anrufe“, berichtet Vaupel. Dabei sei deutlich geworden, wie sehr manche Familien in ihrem Lebensunterhalt auf die Hilfe der Tafel angewiesen sind. „Ihr seid unsere Rettung!“, hätte ein Anrufer erklärt, als die Wiedereröffnung bevorstand.

Die Hygienevorschriften während der Corona-Pandemie machten nicht nur besondere Schutzvorkehrungen beim Transport und der Bearbeitung der gespendeten Lebensmittel notwendig, sondern auch bei der Ausgabe, die nun erstmals außerhalb des Tafelladens an mobilen Tischen und aus den offenen Türen der beiden Lkw erfolgt. Es gehört zum System der Frankenberger Tafel, dass für die dort angemeldeten bedürftigen Kunden je nach Familienstruktur Körbe individuell gepackt werden. Da alle Abholer feste Zeiten im ZehnMinuten-Takt bekommen, können die ausgeschilderten Abstände beim Warten auch leicht eingehalten werden.

Ein wenig Enttäuschung gab es bei den Freiwilligen des Tafelladens am ersten Tag aber doch, weil nicht alle Kunden auf der Anmeldeliste gekommen waren. „Es muss einfach erst durchdringen, dass wir wieder geöffnet haben“, hofft Friedhelm Vaupel. Vier neue Freiwillige hätten sich angemeldet. „Jetzt ist die Möglichkeit für Leute, die zu Hause sind und helfen wollen, bei uns mitzumachen.“

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