Nachträgliches Festessen für Tiere

Weihnachtsbäume kommen in Frankenberg in den Wildpark

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Swen Jäger vom Frankenberger Betriebshof hat in dieser Woche alle Hände voll zu tun. Erst mussten die große Weihnachtsbäume auf städtischen Plätzen abgebaut werden, dann wurden die grünen Riesen in den Wildpark gebracht und dort im Gatter abgeladen.

Frankenberg – Über die Feiertage haben sie den Glanz der Weihnacht in unsere Wohnzimmer gebracht – in diesen Tagen werden die ausgedienten Weihnachtsbäume nun entsorgt.

Die Stadt Frankenberg hat dafür eine besondere Verwendung.

Während die ausgedienten Bäume aus den Wohnungen von der Müllabfuhr zusammen mit der grünen Biotonne mitgenommen werden, kümmert sich der städtische Betriebshof um die grünen Riesen, mit denen über die Weihnachtszeit die markanten Plätze im Stadtkern und auch in den Stadtteilen geschmückt waren.

Seit Beginn der Woche werden die nadelnden Zeitgenossen von den Mitarbeitern des Betriebshofs auf Lastwagen geladen und zum Frankenberger Wildpark gebracht. Dort dienen sie den derzeit etwa 70 Tieren als willkommene zusätzliche Nahrung – ein Weihnachtsschmaus nach dem Weihnachtsfest.

„Damit schaffen wir für die Weihnachtsbäume eine zusätzliche, nachhaltige Verwendung. So haben die Weihnachtsbäume auch nach Weihnachten noch ihren Sinn“, erklärt Martin Hecker, der Leiter des Frankenberger Wildparks: „Für die Tiere sind die Bäume eine Delikatesse.“ Für Futter gibt der Wildpark jährlich rund 5000 Euro aus.

Beim Abladen der ausrangierten Weihnachtsbäume kann Swen Jäger vom Betriebshof die Tiere gut beobachten: Vor allem die Ziegen stürzen sich wie wild auf das immer noch frische Grünzeug, aber auch das Rotwild lässt sich nicht zweimal bitten. Insbesondere die jüngsten Triebe und die Rinde der Bäume sind für sie eine Delikatesse. „Ein zusätzliches Schmankerl zum Mais und zu den Futterpellets“, erklärt Martin Hecker.

Auch die Wildschweine freuen sich über die „nachweihnachtliche Bescherung“. Sie nutzen die riesigen Bäume weniger als Futter, vielmehr als Unterschlupf. Dort bringen sie im Frühjahr ihre Frischlinge zur Welt.

Wildschweine: Im Frankenberger Wildpark freut sich das Schwarzwild über die ausrangierten Weihnachtsbäumen. Dort können sich die Wildschweine einen Unterschlupf schaffen.

„Wir erleben hier die ganze Nachhaltigkeit eines Weihnachtsbaums. Alle städtischen Weihnachtsbäume werden bis zur letzten Nadel verarbeitet“, sagt Martin Hecker. Die übrig gebliebenen Stämme werden dann für das alljährliche Osterfeuer des Fördervereins verwendet.

Und was geschieht mit den Weihnachtsbäumen aus den Häusern und Wohnungen? Die Müllabfuhr holt sie ab, dann werden sie geschreddert und als wichtiges Element für die Herstellung von Kompost verwendet. „Vor allem der holzige Anteil am Kompost ist sehr wichtig“, erklärt Martin Hecker, der auch der Leiter des Frankenberger Betriebshofs ist.

Wer sich in der Wohnung noch länger an seinem geschmückten Weihnachtsbaum erfreuen will, kann ihn anschließend selbst zur Deponie nach Geismar bringen – oder klein geschnitten über die grüne Biotonne entsorgen. 

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