Zu wenig Verkehr: Kein Zebrastreifen mehr in Röddenau

Hier war mal ein Zebrastreifen: Auf der Hauptverkehrsstraße in Röddenau ist noch zu erkennen, wo bisher die weißen Streifen waren. Im Hintergrund die Bushaltestelle. Foto:  Battefeld

Röddenau. In Röddenau gibt es Unmut über den Zebrastreifen auf der Hauptverkehrsstraße: Er ist nämlich seit vergangener Woche weg, weil dort zu wenige Autos fahren.

Über den Wegfall des Fußgängerüberwegs beklagen sich nun Bewohner, denn der Zebrastreifen liegt neben der Bushaltestelle und für viele auf dem Fußweg zu Metzger und Bäcker.

„Der Zebrastreifen ist zurückgebaut worden, weil es die Verkehrsdichte nicht mehr hergibt", erklärt die Stadt Frankenberg. Um einen Zebrastreifen zu rechtfertigen, müssen auf einer Straße mindestens 450 bis 600 Fahrzeuge pro Stunde fahren, sagt Pressesprecher Wolfgang Danzeglocke. In Röddenau seien es bei zwei Verkehrszählungen 2013 und 2014 über jeweils eine Woche im Schnitt nur 89 beziehungsweise 80 Fahrzeuge pro Stunde gewesen. Folge: Der Zebrastreifen kam weg.

Einige Röddenauer regen sich nun darüber auf: „Hoffentlich passiert da nichts“, sagt eine Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte, der HNA. Sie denke vor allem an die Schulkinder, die morgens über die Straße zum Schulbus gehen. „Die Stadt sagt, dass junge Familien nach Röddenau kommen sollen, und schafft es nicht mal, einen sicheren Weg über die Straße zu gewährleisten.“

„Man kann nicht automatisch an jeder Bushaltestelle einen Zebrastreifen machen“, entgegnet Wolfgang Danzeglocke und verweist als Beispiele auf die Stadtteile Schreufa und Viermünden, wo es keinen einzigen Fußgängerüberweg gebe. „Geismar hat auch nur einen, da ist aber auch eine Bundesstraße“, sagt der Stadt-Sprecher. Es gebe Richtlinien, wann ein Zebrastreifen gebaut oder bestehen bleiben dürfe.

Früher führte die B 253 auch durch Röddenau, seit zehn Jahren hat der größte Frankenberger Stadtteil eine Ortsumgehung, der Fahrzeugverkehr im Dorf hat seither deutlich abgenommen, wie die Verkehrszählungen der vergangenen beiden Jahre zeigen. „Alle 40 Sekunden ein Auto - das ist Zeit genug, um die Straße zu überqueren“, findet Wolfgang Danzeglocke.

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