Bedarf bei Urlaub und Krankheit

Wenn die Tagesmutter krank ist: Kreis richtet Vertretung in Frankenberg ein

Neuer Stützpunkt für Kindertagespflege in Frankenberg: (vorne) Tagesmutter Katrin Schultz mit ihren Kindern Paul und Matilda sowie (rechts) Tagesmutter Birgit Daude; dahinter (von links) Andreas Strake (Leiter Fachdienst Jugend), Dieter Bätzel (Fachdienst Gebäudewirtschaft), Kreistagsvorsitzender Rainer Hesse, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Monika Padberg-Koert (Fachaufsicht Kindertagespflege).
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Neuer Stützpunkt für Kindertagespflege in Frankenberg: (vorne) Tagesmutter Katrin Schultz mit ihren Kindern Paul und Matilda sowie (rechts) Tagesmutter Birgit Daude; dahinter (von links) Andreas Strake (Leiter Fachdienst Jugend), Dieter Bätzel (Fachdienst Gebäudewirtschaft), Kreistagsvorsitzender Rainer Hesse, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Monika Padberg-Koert (Fachaufsicht Kindertagespflege).

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat in Frankenberg einen Vertretungsstützpunkt für Tagesmütter eingerichtet. Bei der Vorstellung wurde erläutert, warum dieses Angebot so wichtig ist.

Frankenberg – Der Bedarf an Plätzen für die Kinderbetreuung ist in Waldeck-Frankenberg in der jüngeren Vergangenheit gestiegen. Einerseits wurden zuletzt wieder mehr Kinder im Landkreis geboren, andererseits sind immer öfter beide Elternteile berufstätig. In der Regel gehen Kinder unter sechs Jahren in den Kindergarten, im Landkreis gibt es aber auch mehr als 300 Betreuungsplätze bei rund 80 Tagesmüttern, vor allem für ein- bis dreijährige Kinder.

Um die Betreuung auch dann zu gewährleisten, wenn eine Tagesmutter krank ist oder Urlaub hat, hat der Landkreis jetzt einen Vertretungsstützpunkt in Frankenberg eingerichtet. Weitere sollen im Landkreis folgen. In dem Stützpunkt arbeiten zwei Tagesmütter; es gibt sechs feste Plätze für Kinder und vier Vertretungsplätze.

„Wir müssen das Angebot ausweiten und verbessern, weil es immer mehr Familien brauchen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese bei einem Pressetermin, bei dem der Landkreis den neuen Vertretungsstützpunkt vorstellte. Der Kreis hat den Stützpunkt in der Bahnhofstraße 23 in Frankenberg eingerichtet, wo er bereits Mieter war.

„Mit häuslichem Charakter“

Auf 45 Quadratmetern sind Räume „mit häuslichem Charakter“ entstanden, wie es Monika Padberg-Koert, die Fachaufsicht beim Landkreis, formulierte. Es gibt Bereiche zum Spielen, Essen und Schlafen, eine Küchenzeile, in der täglich frisch gekocht werde, und einen Wickelraum. Der Landkreis hat 25 000 Euro investiert, um die Räume „mit frischen Farben modern herzurichten“, sagte Dieter Bätzel vom Fachdienst Gebäudewirtschaft.

„Die Kinder fühlen sich hier wirklich wohl, auch von den Eltern gab es positive Reaktionen“, berichtete Katrin Schultz, die mit Birgit Daude als Tagesmutter in dem Stützpunkt arbeitet. Am 1. Juni haben sie dort angefangen. „Im Moment sind wir noch in der Eingewöhnung mit den Kindern“, sagt Daude.

Wenn die Tagesmutter mal krank ist

Das Stützpunkt-Modell sieht vor, dass das Vertretungspersonal Kontakt zu den anderen Tagesmüttern hält. „Es ist wichtig, dass die Kinder sie und die Räume schon kennen“, erläutert Padberg-Koert. Für Tagesmütter sei der Stützpunkt eine Entlastung: „Sie können endlich mal in Ruhe krank sein, die Betreuung ist trotzdem geregelt.“

Padberg-Koert berichtete, dass manche Tagesmütter, die als Selbstständige einen Vertrag mit dem Landkreis haben, selten bis nie krank feierten, manche nur am Wochenende. Zudem haben Tagesmütter einen Anspruch auf Urlaub – auch dann kann der Vertretungsstützpunkt einspringen.

Bisher hätten sich Tagesmütter untereinander vertreten – immer in Absprache mit den Eltern, berichtete Padberg-Koert. „Das wird auch weiterhin gemacht. Der Stützpunkt ist eines von mehreren Modellen.“

Karl-Friedrich Frese nannte das neue Modell „relativ einfach, aber genial“. Der Vertretungsstützpunkt biete ein zuverlässiges Angebot. Es seien weitere Stützpunkte in den Mittelzentren im Landkreis geplant, ab Herbst in Korbach, aber auch in Bad Wildungen und Bad Arolsen. „Gerade in den Mittelzentren steigt der Bedarf an Kinderbetreuung“, berichtete Andreas Strake, der Leiter des Fachdienstes Jugend.

Überall im Landkreis werden derzeit Kindergärten an- oder neu gebaut. In Frankenberg entsteht derzeit ein Familienzentrum mit fünfgruppiger Kita, am Kreishaus in Korbach eine Kita für sechs Gruppen.

Tagesmütter in Waldeck-Frankenberg

In Waldeck-Frankenberg gibt es rund 80 Tagesmütter und zwei -väter und mehr als 300 Plätze für Kinder. Eine Tagesmutter kann bis zu fünf Kinder betreuen. Das findet in der Regel zuhause bei der Tagesmutter statt („Alltagspädagogik“), ist aber auch in gemieteten Räumen möglich wie beim Vertretungsstützpunkt in Frankenberg. Neue Tagesmütter und -väter werden vom Landkreis über die VHS qualifiziert.

Die Kosten für die Betreuung hängen von der Betreuungszeit und dem Alter der Kinder ab und liegen laut Karl-Friedrich Frese etwas höher als in einer Kita. „Wie die Kitas ist das nicht kostendeckend, der Kreis legt einen deutlich sechsstelligen Betrag drauf“, so Frese.

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