Wertvoller Service fürs Dorf

Rollende Verkaufswagen im Frankenberger Land ermöglichen Einkauf vor Ort

Bäcker auf Rädern: (von links) Günter Noll, Volker Zimmermann und Christina Noll kaufen in Haubern am Verkaufswagen der Bäckerei Paul bei Monika Naumann Brötchen, Brot und Kuchen.
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Bäcker auf Rädern: (von links) Günter Noll, Volker Zimmermann und Christina Noll kaufen in Haubern am Verkaufswagen der Bäckerei Paul bei Monika Naumann Brötchen, Brot und Kuchen fürs Wochenende.

Ob mit Auto, Rad, Flugzeug oder Zug: die Menschen sind viel und ständig unterwegs. In unserer Herbstserie „Mobilität“ berichten wir über alle Facetten rund um dieses Thema. Hier geht es um rollende Verkaufswagen.

Frankenberger Land – „Wie immer“, sagt Christina Noll, als sie am frühen Samstagmorgen am Bäckerwagen in Haubern steht. Verkäuferin Monika Naumann greift daraufhin gezielt in die Auslage und füllt eine Papiertüte mit frischen Brötchen.

Man kennt sich. Es sind häufig Stammkunden, die samstags die Gelegenheit nutzen, sich am Verkaufswagen der Frankenauer Bäckerei Paul mit Brot oder anderen Backwaren fürs Wochenende einzudecken. Christina Noll findet es praktisch, dass sie dafür nur über die Straße gehen muss.„Außerdem unterstützt man damit ja auch den Bäcker“, sagt Christina Noll und ihr Schwiegervater Günter Noll ergänz: „Sie glauben ja gar nicht, wie wertvoll das für die Dörfer ist, dass der Bäckerwagen über Land fährt.“ Gut findet Günter Noll vor allem, dass Monika Naumann schon frühmorgens am Dorfgemeinschaftshaus steht. „Und die Verkäuferin kommt sogar aus Haubern“, fügt er schmunzelnd an.

„Das ist auf alle Fälle eine gute Sache“, findet auch Wilfried Grass, der auch regelmäßig bei der mobilen Bäcker-Paul-Filiale einkauft. „Sonst müsste man extra fahren – dann würde das Brötchen das Dreifache kosten.“

Auch jüngere Kunden wie Katharina Noll wissen den Service zu schätzen: „Dann brauche ich – gerade am Wochenende – nicht in die Stadt zu fahren.“

Zweimal in der Woche macht der mobile Bäckerwagen Station in Haubern. Regelmäßig angefahren werden zudem Allendorf/Hardtberg, Dainrode, Geismar und Louisendorf. „Die ersten Kunden stehen schon da, wenn ich komme“, sagt Monika Naumann. Zu einigen der älteren Kunden fährt sie auch direkt vors Haus.

„Wir wollen den Einkauf vor Ort ermöglichen“, sagt Brigitte Paul von „Pauls Mühle“ in Frankenau, „vor allem die Älteren, die nicht mehr so mobil sind, sind darauf angewiesen.“ Gerade beim Einkaufen am Wagen sei die emotionale Bindung der Kunden noch ausgeprägter als in den übrigen Filialen. Schon ihr Schwiegervater Erich Paul sei früher mit einer Kutsche und Pferden unterwegs gewesen. „Später hatten wir dann einen VW-Bus“, erinnert sie sich.

Speziell für Kunden im Umland ist auch die Battenberger Metzgerei Balz mit ihrem „rollenden Geschäft täglich auf Achse“: Rund ein Dutzend Orte werden angefahren.

In Coronazeit ist Zulauf extrem

„Wir bieten diesen Service schon über 20 Jahre an“, sagt Juniorchef Matthias Balz. „Das nutzen hauptsächlich ältere Leute. Wir wollen vor allem denen helfen, die nicht mehr so mobil sind und keine Möglichkeit haben, in unsere Läden zu kommen.“

Gerade in der Coronazeit seien die Leute dankbar für den Service und der Zulauf sei „extrem“ gewesen. „Wir halten an zehn bis 15 Stellen pro Ort, es gibt also keine Menschenansammlung, betont Balz.“

Von Susanna Battefeld

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