Landkreis mahnt zu umsichtigem Verhalten

Auffallender Anstieg: Elf neue Corona-Fälle in Waldeck-Frankenberg

Corona Waldeck-Frankenberg, Grafik Zahlen Corona-Fälle, Stand 14.7.2020
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Die aktuelle Grafik des Landkreises von Dienstag zeigt, wie die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Waldeck-Frankenberg in den vergangenen Tagen (rechter Bildrand) gestiegen ist – auf aktuell elf Infizierte.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in Waldeck-Frankenberg ist wieder gestiegen. Elf Personen sind aktuell infiziert, teilte der Landkreis am Dienstag mit und mahnte erneut zu umsichtigem Verhalten.

  • In Waldeck-Frankenberg gibt es einen auffallenden Anstieg der Corona-Zahlen
  • Eine Gemeinde ist besonders betroffen
  • Der Landkreis mahnt zu Achtsamkeit und Solidarität

Waldeck-Frankenberg - Die Ausbreitung des Coronavirus in Waldeck-Frankenberg hatte am 9. April ihren bisherigen Höchstpunkt: An dem Tag galten 54 Menschen gleichzeitig als infiziert. Seitdem ist die Zahl der akuten Corona-Fälle kontinuierlich gesunken. Ende Juni/Anfang Juli gab es tagelang keinen neuen bestätigten Fall im Landkreis, am 8. Juli noch nicht einmal einen aktuell erkrankten Patienten. Deshalb ist es bemerkenswert, dass innerhalb weniger Tage elf neue Fälle hinzugekommen sind, wie der Landkreis auf Nachfrage bestätigte.

Angesichts der elf neuen und seit Anfang März nun insgesamt 184 bestätigten Fälle mahnt der Landkreis erneut zu umsichtigem Verhalten: „Ob Maskenpflicht, Abstands- oder Hygieneregeln: Vor diesem Hintergrund rufen wir noch einmal eindringlich dazu auf, die geltenden Vorschriften weiterhin einzuhalten“, appellieren Landrat Dr. Reinhard Kubat und der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese an alle Menschen in Waldeck-Frankenberg.

Die jüngsten elf Fälle verteilen sich laut der Kreisverwaltung „auf den gesamten Landkreis“, zuletzt seien jedoch verstärkt Fälle im Südwesten des Kreises aufgetreten – nach HNA-Informationen im Raum Bromskirchen. Der Fachdienst Gesundheit des Landkreises hat daraufhin aktuell 56 Personen unter Quarantäne gestellt und vermehrt Testungen in die Wege geleitet.

Zusammenhang mit Fällen im Hochsauerland

Laut der Kreisverwaltung in Korbach stehen die Fälle in Bromskirchen auch im Zusammenhang mit Erkrankungen im benachbarten Hochsauerlandkreis. Das dortige Gesundheitsamt in Meschede spricht von mehreren positiven Testergebnissen in Medebach und Hallenberg. In Medebach sei die Zahl der Infizierten von Freitag auf Montag von 2 auf 22 gestiegen, in Hallenberg gebe es fünf Fälle. Alle Fälle seien in Familienverbünden aufgetreten.

„Wir beobachten die Infektionszahlen – auch über Kreisgrenzen hinaus – sehr genau“, sagt Karl-Friedrich Frese für den Landkreis Waldeck-Frankenberg. „Insbesondere bei lokalen Häufungen greifen wir sehr frühzeitig und präventiv ein, um eine Verbreitung des Virus einzudämmen.“ Nichtsdestotrotz sei man auf den achtsamen Umgang und die Solidarität aller angewiesen.

Den Urlaubsort prüfen

Das gelte auch für Urlaubsreisen in den Sommerferien. Der Landkreis ruft dazu auf, die Wahl des Ferienortes sorgfältig zu prüfen – insbesondere, was Auslandsreisen angehe. „Wir raten allen Touristen, sich vor Antritt der Reise regelmäßig über die aktuellen Reise- und Quarantänebestimmungen zu informieren – beispielsweise online auf den Webseiten des Auswärtigen Amtes oder des Robert-Koch-Institutes“, empfiehlt die stellvertretende Leiterin des Fachdienstes Gesundheit, Amtsärztin Valentina Dick. Vor Reisen in Regionen, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete eingestuft hat, wird zudem eindringlich gewarnt.

„Menschen, die aus Risikogebieten in den Landkreis reisen oder zurückkehren, sind verpflichtet, sich für 14 Tage abzusondern und den Fachdienst Gesundheit zu kontaktieren“, sagt die Amtsärztin. Dies sei notwendig, damit die Infektionszahlen im Landkreis nicht weiter steigen

Schwellenwerte im Blick

Der Landkreis kündigt in seiner Pressemitteilung auch strengere Maßnahmen für die Überschreitung der Schwellenwerte an. Die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens liegt bei 50 Fällen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen.

„Wir haben eine Verantwortung unseren Bürgern gegenüber, die wir sehr ernst nehmen.“

Landrat Kubat und Gesundheitsdezernent Frese

„Wir haben eine Verantwortung unseren Bürgern gegenüber, die wir sehr ernst nehmen“, betonen Dr. Reinhard Kubat und Karl-Friedrich Frese. Bei bestimmten Schwellenwerten der Infizierten würden demnach per Erlass durch das Land Hessen härtere Maßnahmen ergriffen – von mehr Kontrolle und verstärkten Präventivmaßnahmen bis hin zu strikten lokalen Beschränkungen. „Das ist notwendig, um die Lage weiter stabil zu halten.“

Corona-Warn-App

Eine weitere Maßnahme, die dazu beitrage, sei auch die Nutzung der Corona-Warn-App des Bundes, die zum Download auf das Smartphone bereitsteht. Diese App hilft jedem Nutzer, festzustellen, ob er in Kontakt mit einer infizierten Person geraten ist und daraus ein Ansteckungsrisiko entstehen kann. Infektionsketten können so schneller unterbrochen werden – anonym und datensicher, teilte der Landkreis mit: Das alles hänge natürlich davon ab, wie viele Menschen sich dazu entscheiden, die App auch auf ihr Smartphone herunterzuladen. „Wir rufen dazu auf, dieses Angebot zu nutzen“, empfehlen Kubat und Frese. „Und wir appellieren an das Verantwortungsgefühl aller, auch in der kommenden Zeit gemeinsam die Verbreitung des Virus mit vereinten Kräften zu verhindern.“

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