Wildschafe aus Frankenberg in NRW abgeschossen

+
Ein männliches Mufflon in einem Gehege: 16 dieser Wildschafe, die einst im Wildpark Frankenberg gelebt haben, beschäftigen derzeit die Behörden in Nordrhein-Westfalen.

Frankenberg. Acht Mufflons, die bis 2014 im Wildpark Frankenberg gelebt haben, geben den Behörden in Nordrhein-Westfalen Rätsel auf. Sie wurden widerrechtlich ausgesetzt, fünf von ihnen abgeschossen.

Der letzte Besitzer ist aber unbekannt.

Der Weg der Mufflons vom Frankenberger Wildpark bis ins Ruhrgebiet lässt sich nicht lückenlos nachvollziehen. Die Spur der fünf bei Ansitz- und Drückjagden im Waldgebiet Haard im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland erschossenen Schafe ließ sich über ihre Ohrmarken nach Hessen zurückverfolgen, berichten die Ruhr-Nachrichten, in denen der Fall schon seit Dezember für Schlagzeilen sorgt.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hatte eine Anzeige wegen illegaler Auswilderei erstattet, die mit einer Strafe von bis zu 5000 Euro geahndet werden kann. Und er hatte den Abschuss der Tiere erlaubt, weil sie dort nicht heimisch seien und weil vermutet wurde, dass sie an der Moderhinke erkrankt sind.

„Wir haben das Muffelwild verkauft, aber wir dürfen nicht sagen, an wen“, teilte Martin Hecker, geschäftsführender Leiter des Wildparks und des Betriebshofs in Frankenberg, auf HNA-Nachfrage mit. „Wir versuchen hier, unsere Tiere artgerecht zu halten.“ Das Veterinäramt Recklinghausen habe im Fall der ausgesetzten Mufflons angefragt und der Betriebshof habe geholfen, so gut er konnte.

Laut Ruhr-Nachrichten teilte Oberforstrat Kersten Blaschczok vom RVR mit, dass 16 Tiere aus dem Frankenberger Wildpark an einen landwirtschaftlichen Betrieb im Schwalm-Eder-Kreis verkauft worden waren. Der Landwirt wiederum habe die Mufflons im Fachmagazin „Landwirtschaftliches Wochenblatt“ zum Weiterverkauf angeboten. Darauf habe ein Interessent aus dem Kreis Coesfeld (Münsterland) sechs der 16 Tiere gekauft. „Unsere Überprüfung ergab, dass diese sechs Tiere auch noch in seinem Bestand sind“, sagte Jochem Manz, Sprecher des Kreises Recklinghausen, der HNA.

Die restlichen zehn Schafe seien an zwei weitere Käufer veräußert worden. „An deren Namen kann sich der Verkäufer nach eigenen Angaben jedoch nicht mehr erinnern, weil er diese Geschäfte per Handschlag abgewickelt habe“, berichtete Manz. Ein Bestandsregister, wie es vorgesehen ist, habe der Landwirt aus dem Schwalm-Eder-Kreis nicht geführt.

Am Hinterlauf eines der fünf im Ruhrgebiet erschossenen Mufflons waren laut Oberforstrat Kersten Blaschczok deutliche Spuren der Krankheit Moderhinke erkennbar. Deshalb hatte er die Hinterläufe eines Mufflons an das Untersuchungsamt Münster geschickt. Das Amt kam aber zu dem Ergebnis: Die Schafe litten nicht an Moderhinke.

Von Marie-Therese Gewert 

Was der Frankenberger Wildparkleiter Erich Reitz zu dem Fall sagt und warum der Verdacht auf Moderhinke bei den Schafen bestand, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.