Problem für Räumdienste und Hauseigentümer

Winter im Frankenberger Land: Wohin mit dem vielen Schnee?

Schnee Bahnhofstraße Frankenberg, Betriebshof der Stadt transportiert ihn ab
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Schneeberge in der Bahnhofstraße Frankenberg: Der Betriebshof der Stadt transportiert den Schnee ab.

Wohin mit den Schneebergen am Straßenrand? Das fragen sich Privatleute ebenso wie Räumdienste. Die Stadt Frankenberg lässt den Schnee in manchen Straßen schon wegfahren.

Frankenberger Land – Wohin mit dem vielen Schnee? Diese Frage beschäftigt in diesen Tagen nicht nur Hauseigentümer und Mieter, sondern auch die Bauhöfe der Städte und Gemeinden und die Straßenmeisterein, die für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zuständig sind. „Gerade in den Ortsdurchfahrten ist dies derzeit eine Herausforderung“, sagt Tobias Klippert, Leiter der Straßenmeisterei Bad Wildungen, die unter anderem auch in den Kellerwald-Orten der Gemeinde Haina/Kloster tätig ist.

Klippert bittet für die Arbeit seines Teams, das in den vergangenen Tagen rund um die Uhr im Einsatz war, um Verständnis. Es sei nicht zu vermeiden, wenn der Schneepflug in Ortsdurchfahrten räume, dass Schnee auf vielleicht gerade freigeräumte Privatflächen gedrückt werde.

„Der Schneepflug ist 3,40 Meter breit. Wir können ihn nicht hochkant stellen“, sagt er. „Es ist nicht leicht, ein bis zu 23 Tonnen schweres Winterdienstfahrzeug zu manövrieren. Hut ab vor den Mitarbeitern, die das so routiniert hinbekommen“, so Klippert.

Das Team sei auch weiterhin im Einsatz. Es sei aber derzeit nicht möglich, alle Straßen gleichzeitig schneefrei zu bekommen – insbesondere da, wo wenig Verkehr sei. „Autos helfen durch das Befahren mit, den Tauprozess zu unterstützen und die Fahrbahn von Schnee und Eis zu befreien.“ Bei den extremen Minustemperaturen werde Feuchtsalz FS30 eingesetzt. Es wirke auch bis minus 18 Grad noch gut.

Auch für die Gemeinde Haina ist der viele Schnee ein Problem, gerade in den kleinere Seitenstraßen. Deshalb werden viele Straßen in den nächsten Tagen auch nicht komplett geräumt werden können, sagt Bürgermeister Alexander Köhler.

Mit Bagger und Spitzhacke gegen Schnee und Eis

In Frankenberg waren die Mitarbeiter des Bauhofs gestern mit schwerem Gerät im Stadtgebiet unterwegs. Mit Baggern und Radlagern haben sie in Straßen, an Kreuzungen und Plätzen Schnee aufgeladen und abtransportiert. „Wir mussten Parkplätze freiräumen und Bürgersteige wieder begehbar machen“, erklärte Bauhofleiter Martin Hecker. „Das ist vor allem vor Arztpraxen und Apotheken wichtig, weil da oft auch ältere Menschen unterwegs sind.“

Geräumt worden seien vor allem stark frequentierte Straßen wie die Bahnhofstraße und Röddenauer Straße. Die Schneeberge haben wir auf die Schotterfläche gegenüber von Eisen-Finger oder andere städtische Flächen gefahren“, sagt Hecker.

Zudem seien Bauhofmitarbeiter mit Spitzhacke und Schaufeln unterwegs gewesen und hätten vereiste Fahrbahnbereiche, unter anderem auch an Kreiseln, „freigepickelt“. Inzwischen würden auch Friedhöfe und die dazugehörigen Parkplätze nach und nach geräumt.

Minus 20 Grad in der Nacht

In Battenberg sei es noch nicht so weit, dass der Bauhof Schnee abfahre, sagte der dortige Vorarbeiter Michael Schellhase am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung. „Das haben wir zuletzt im strengen Winter 2010 gemacht.“

Gleichwohl sind Schellhase und seine vier Kollegen („alle Mann außer dem Wassermeister“) in diesen Tagen voll mit dem Winterdienst beschäftigt. Mit einem Unimog, einem Schlepper sowie einem Bagger mit Schneeschild werden zum Beispiel Parkplätze an den Schulen sowie Geh- und Radwege geräumt.

Salz streuen die Bauhof-Mitarbeiter derzeit übrigens nicht. „In der Nacht zu Mittwoch hatten wir minus 20 Grad. Da wirkt Trockensalz nicht mehr“, erklärt Michael Schellhase. „Trockensalz taut den Schnee nur bis etwa minus 7 Grad auf.“

Zuständig ist der Battenberger Bauhof für die Straßen und Wege in der Kernstadt, am Eisenberg und am Herrenacker, in Frohnhausen, Berghofen und Laisa. Der Winterdienst in Dodenau wurde einer Hatzfelder Firma übertragen.

„Wenn wir gerade nicht mit dem Winterdienst beschäftigt sind, erledigen wir in dieser Jahreszeit Baumschnitt- und Pflegearbeiten“, erzählt Michael Schellhase. „Es gibt ja Leute, die meinen, wir hätten im Winter nichts zu tun“, sagt der Vorarbeiter.

Fotos unserer Leser vom Schnee im Frankenberger Land finden Sie in unserer Bildergalerie.

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